Mittwoch, 31. August 2011

Grußwort an Jörg Kühn (FCH)!

Lieber Jörg Kühn (Aufsichtsrat FC 08 Homburg),

zunächst einmal sind wir sehr erstaunt und erfreut darüber, dass sie mehr als die Hälfte des Grußworts in der Stadionzeitung des FC 08 Homburg dem 1. FC Saarbrücken gewidmet haben – wer will Ihnen das auch verdenken? Viele Saarländer beschäftigen sich immerhin lieber mit dem FCS als dem FCH.

Als inoffizielle Stadionzeitung des FCS sind wir natürlich sehr an Themen wie dem Gemeinwohl, weniger an der Vernunft, interessiert! So erfrischend, wenn ein einfacher Feierabendfunktionär sich im Stadionheft seines Vereins zum politischen Redner aufschwingt, der soziale Missstände der Landeshauptstadt und des Landes anprangert. An Kindergärten, sozialen Einrichtungen und innerer Sicherheit mangelt es also (auch wenn zwei Sätze zuvor das Sparen natürlich noch die „oberste politische Maxime“ ist. Also alles in Ordnung, oder?). Die 580 Homburger Zuschauer und Gäste aus Gonsenheim haben Ihre Ergüsse sicher mit Interesse verfolgt.

Als Vorkämpfer sozialer Gerechtigkeit und ausgeglichener Haushalte widmen Sie sich natürlich auch dem naheliegendsten Thema: Stadionneubau in Saarbrücken. Nicht hinnehmbar! Man sieht es ja schon am „berüchtigten“ Vierten Pavillons des Saarlandmuseums, was die Planungsbarbaren der öffentlichen Hand einen Schaden zufügen! Aber zur Güte haben Sie den passenden Vorschlag parat:
"Akzeptabel wäre allenfalls der Bau eines „Stadions am Fluss“ auf dem Gelände des „vierten Pavillons“, selbstverständlich tief genug geplant, damit der dort dann spielende Verein aus der Landeshauptstadt bei Saarhochwasser regelmäßig baden gehen kann.

Auch für den Leuchtturm wäre dies der ideale Standort.“
Grandios! Ein Lösungsvorschlag, der versöhnt und noch das Bild des Leuchtturms mit einbaut! Das können wir nur für gut befinden, auch wenn die Idee leicht abgekupfert ist – vom Fluss-Arena-Aprilscherz auf www.saarbruecken.de vor einigen Jahren oder diversen Foren-Beiträgen sa(a)rkastischer FCS-Fans.

Schade, denn wir dachten jemanden mit genügend eigener Kreativität gefunden zu haben! Wir hätten Ihnen gerne einen Praktikumsplatz bei uns angeboten. Ein Grußwort für die Zuschauer eines Oberligisten, das einen Drittligisten persifliert, macht sicher nur bedingt Spaß. Und wenn dann noch der eine Großsponsor beider Vereine lieber ein neues Stadion in Saarbrücken gebaut sieht als .... ach, lassen wir das!

Wir hoffen, dass Sie nicht zu nah am Wasser gebaut sind und das verschmerzen.

Mit blau-schwarzen Grüßen

Der Leuchtturm

(Das Grußwort von Jörg Kühn ist online in der Stadionzeitung des FC 08 Homburg nachzulesen: Link (PDF))

Donnerstag, 25. August 2011

Rickblick reloaded - Die Saison des Fanradios


Schon nach dem Aufstieg im Sommer 2010 hatte Rick vom FCS-Fanradio einen kleinen "Rickblick" für den Leuchtturm verfasst. Auch nach der überaus erfolgreichen Saison 2010/11 blickt er aus Sicht des Radiomoderators "zurick": auf erfolgreiche Missionen im Auftrag bayerischer Fußballfans, auf erlebnisorientierte Hanseaten und enttäuschte Hessen.

"Wisst's Ihr, woas uans am liabschdn woär?" Die Kellnerin in Burghausen war kaum zu verstehen. "Wenn's Ihr von Saarbücken uns morgen besieg'n daad. Foalls dann a andre Mannschaft Lizensbrobleme kriggt, dann däd'n mir drodzdem in da Liga blei'm - aber der Basler wär endlich weg". Fußballogik dieser Art sollten wir vom Fanradio-Team noch öfter zu hören bekommen, in Burghausen, am Vorabend des letzten FCS-Auswärtsspiels der Saison 2010/11. Nun, das Team um Jürgen Luginger tat den Bayern den Gefallen, siegte 4:3 und erlöste die Burghausener Fans vom offensichtlich ungeliebten Super-Mario...

Auch die letzte Mission der Saison war damit erfüllt. Ich durfte im Auftrag des FCS-Fanradios wieder einmal hautnah dabei sein - wie bei fast jedem FCS-Auftritt. Zu einer "goldenen Saison" reichte es 2010/11 aber nicht, denn zur Auftaktpartie in Offenbach bekamen meine Jungs und ich das erste Mal seit über drei Jahren keinen Sendeauftrag vom Verein. Was allerdings kein Problem war, denn wir konnten das Spiel ja wie alle anderen live am Fernseher erleben. Ein komisches Gefühl, unsere Kicker zwei mal 45 Minuten auf dem grünen Rasen zu sehen, ohne dabei Kopfhörer zu tragen. Und für mich das erste TV-Live-Spiel des FCS überhaupt.

Drei Mal in der Saison wäre ich, ehrlich gesagt, gar nicht so traurig gewesen, wenn uns eine Fahrt zu Gunsten einer TV-Übertragung erspart geblieben wäre - nämlich anlässlich unserer Gastspiele in Dresden, Rostock und Erfurt. Dass in Dresden nicht viel zu holen sein würde, erschien uns zu diesem Zeitpunkt ziemlich wahrscheinlich - und am Ende mussten wir dann auch mit einer verdienten 0:3-Niederlage im Gepäck die 650 Kilometer weite Heimreise antreten. In Rostock sah's am Ende nicht viel besser aus. Zwar spielte der FCS hier gut mit und verlor am Ende unglücklich "nur" 1:2 - doch die mangelnde Polizeipräsenz und die erschreckend hohe Zahl "erlebnisorientierter" Hanseaten an allen Ecken der städtischen Ausfallstraßen ließen unsere Abfahrt mit SB-Kennzeichen zu einem unschönen Spießrutenlauf werden. Zudem hatte das lokale Privatradio in Rostock vor dem Anpfiff reichlich Spott und Häme über die SB'ler ("Struller-Bubis") ausgeschüttet - und nur allzu gerne hätten wir diese Stichelei mit einem Sieg quittiert. Im Vergleich dazu war Erfurt schon fast wieder eine Erholung: Die Blau-Schwarzen fuhren cool, abgezockt und völlig unerwartet den dritten Sieg in Folge (2:1) ein, worauf sich die Thüringer, die hinter unseren Presseplätzen saßen, zu bedrohlichen Verbalattacken und zum Papierkügelchenschmeißen hinreißen ließen...

Der haushohe Favorit Erfurt war beileibe nicht das einzige Team, dem unser 1. FC Saarbrücken gänzlich unerwartet einen üblen Schlag versetzte. Jena zum Beispiel brauchte Monate, um sich vom grandiosen 7:0 des FCS zu erholen. 1500 Rostockern versauten wir die Aufstiegsfeier im Park. Und das mittlerweile legendäre Spiel gegen Offenbach setzte bei den Hessen wohl derart negative Kräfte frei, dass es am Ende statt zum fest eingeplanten Aufstieg noch nicht einmal mehr zu einem Platz vor dem Neuling von der Saar reichte... Für mich nur einige von vielen Höhepunkten im FCS-Fanradio 2010/11.

Zugegeben: Auf die Offenbacher waren wir vom FCS-Fanradio schon ein bisschen neidisch - allerdings erst nach dem Spiel. Denn da brachte es die Reportage des OFC-Fanradios über Nacht bundesweit zu einer Popularität, wie es die Schilderungen von Sven, Kai, Ole und mir wohl nie schaffen werden... Danke, Hansi, für diese Sternstunde! (Anmerk. d. Red.: Bei Facebook arbeitet eine Gruppe akribisch daran, Hansi ins Fanradio zurückkehren zu lassen!)

Was blieb aus Fanradio-Sicht in der Saison noch besonders stark in Erinnerung? Vielleicht der Rausschmiss aus der Reporterkabine in Braunschweig drei Minuten vor Sendungsbeginn: Ein NDR-Hörfunkmann beanspruchte genau das Territorium, in dem wir gerade unser Mischpult aufgebaut und verkabelt hatten. Bis alles in Windeseile ab- und woanders wieder aufgebaut war, schwitzen wir Blut und Wasser, denn die Sendung hätte eigentlich längst anfangen sollen...

Über die Saison gesehen am meisten Spaß gemacht haben vielleicht die gemeinsamen Rückfahrten im Neunsitzerbus nach einem Auswärtssieg. Unvergessen die überfallartige "Verhaftung" von Dieter Ferner an einer Tankstelle, von der er sich mit einem Sixpack wieder freikaufen musste... Danke Dieter! Danke Jürgen! Danke Team! Danke FCS für diese tolle Saison!

Rick vom FCS-Fanradio

Donnerstag, 18. August 2011

Angeleuchtet (4) - Die Blogschau

Lang, lang ist unsere letzte Blogschau her. Vieles ist passiert, nur wenig passt hier rein. Dafür haben wir aber auch sorgfältigst ausgewählt!

Misstöne bei Dietmar Hopp

Die Geschichte um die Störtöne, mit denen Fans aus Dortmund am vergangenen Spieltag eingedeckt wurden, ist nun wahrlich nicht zu leise durch die Presse gegangen. Eine gute Übersicht der Vorfälle, die den Skandal auslösten, bietet Soccer-Fans.de: "1899 Hoffenheim - Hochfrequenzton im Gästeblock? Maulkorb für die Fans?". Eine Chronologie des Nachspiels und des Hin und Hers der TSG-Presseabteilung hat Borussia.tv: "Bundesligaskandal: BVB Fans werden im Gästeblock durch Hochfrequenzanlage beschallt". Eine gute Beleuchtung der Hintergründe bietet Schwatzgelb.de "Humorvoller Einzeltäter oder konzertierte Aktion Hoffenheims? - die Hintergründe".

Auf Hoffenheimer Seite fällt die Antwort in den Blogs schon fast ungläubig-unschuldig-naiv aus. Den größten Brüller gibt es schon im Eingangssatz: "Per Zufall bin ich über das folgende Thema gestoßen." Wer es selbst sehen will: 1899.me: "BVB-Fans treten nach – Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen TSG Hoffenheim gestellt."

Ärger bei den St. Pauli Frauen

Eine höchst kuriose Geschichte, deren Verlauf etwas verworren ist, spielt sich in Hamburg ab. Der Übersteiger dokumentiert einen offenen Brief der Frauen- und Mädchenfußballabteilung, in dem es deftige Vorwürfe an einen ehemaligen Trainer hagelt. Dieser soll ohne Wissen und Zustimmung der Abteilung unter dem Dach der Rugby-Abteilung(!) des Vereins eine 3. Frauenmannschaft beim Fußballverband gemeldet haben. Hintergrund war der Konflikt zwischen professionellem Sport und Amateursport. Entsprechend groß der Ärger:

"Wir stellen fest, dass sowohl die Rugby-Abteilung jedoch insbesondere das Präsidium sich in nicht zu tolerierender Weise in die Autonomie und Belange unserer Abteilung einmischen. Wozu braucht der FC St. Pauli überhaupt Abteilungen, wenn jeder durch Kontakte zum Präsidium Teams melden kann? Seid ihr noch ganz sauber? Hier wird ausgehend, von einer normalen abteilungsinternen Kontroverse eine Dimension erreicht, die den gesamten Amateursport beim FC St. Pauli betrifft. Nach unserem Verständnis der Organisationsstruktur des Vereins ist der Amateursport in Abteilungen strukturiert.

Teams einer jeweiligen Sportart sind demnach nur in der entsprechenden Abteilung zu melden. Die geschehene abteilungsfremde Meldung durch das Präsidium ist für uns vollkommen unverständlich. Sie ist insbesondere durch ihre respektlose Art des stillschweigenden Nicht-Informierens ein Schlag in das Gesicht aller Amateursportabteilungen. "


Die Rugby-Abteilung antwortet ihrerseits mit dem unfrewillig komischen Titel "Doch kein Frauen-Fußball beim Rugby" und versucht die Wogen wieder zu glätten. Muss man auch erst auf die Idee kommen, in der Rugby-Abteilung ein zusätzliches Fußballteam zu gründen.

Grün-Weiß im Stadion

Zum Abschluss etwas aus der Modekiste von ludwigspark.de. Der "FCS siegt 2:0 gegen Bremen II" und Statistik-Jörg gewinnt den Preis für "Wer schafft es am Spieltag in den Farben des gegnerischen Vereins ins Stadion zu kommen?". Der Leuchtturm gratuliert, auch wenn wir das natürlich alle nicht zu ernst meinen.

Montag, 15. August 2011

Eine kritische Außenbetrachtung der Ultra-Bewegung

Wie immer, nachdem die Print-Ausgabe des Leuchtturms erschienen ist, stellen wir verschiedene Artikel aus der aktuellen Ausgabe online. Diesmal wollen wir euch einen Text aus Leuchtturm Nr. 9, der die Ultra-Bewegung kritisch unter die Lupe nimmt, nicht vorenthalten.
Dabei wird zum Beispiel auf das Gesangsgut oder das elitäre Auftreten der Ultra-Gruppierungen eingegangen. Außerdem wird der Aspekt "Gewalt im und um das Stadion" genauer beleuchtet.

Eine kritische Außenbetrachtung der Ultra-Bewegung
von Carsten Pilger

Wer sich als Außenstehender der Ultra-Bewegung nähert, muss sich vielen Vorwürfen ausgesetzt sehen: Er habe nicht den nötigen Einblick in Gesetzmäßigkeiten der Szene, er wolle Ultras die Daseinsberechtigung absprechen oder seine Begrifflichkeiten besäßen keine Tiefenschärfe. Das ist ein Problem der Debatte über die Ultras - Inhalte werden der Form oder der Absicht untergeordnet. Dieser Text soll keine Beschreibung, keine wissenschaftliche Auseinandersetzung sein, sondern ein Diskussionsanstoß.

Was stört viele „Normalos“ an heimischen Ultra-Gruppierungen?

1.) Gesangsgut

Die Lieder der Ultras haben einen speziellen Anspruch: Den der Originalität, die alte Lieder nicht mehr bieten können, weil sie in jedem Stadion gesungen werden und durch den Austausch von Vereinsnamen und Vereinsfarben schon seit den 70ern von jeder Szene verwendet wurden.
Das ist an sich noch kein Problem. Problematisch wird es, sobald innerhalb eines Liedes, das seit mehr als zehn Minuten am Stück gesungen wird, die Stimmen langsam verklingen und nur alle Ultras (und die, die sich für welche halten) am vermeintlich kreativeren Support festhalten.
Zunächst: Stimmung ist keine Bringschuld der Ultras gegenüber allen anderen Fans und der Mannschaft. Jeder kann die Initialzündung zur Anfeuerung geben, also auch diejenigen, die sich von den Ultras übertönt fühlen. Davon Gebrauch zu machen, wird allerdings oft dadurch erschwert, dass Ultras nur allzu oft die Impulse, die der Block liefert, scheinbar überhören. Das mag daran liegen, dass so mancher Liedtext nicht kreativ ist, wie es sich viele Ultras erhoffen - der Führungsanspruch auf dem Gebiet des Supports wiegt aber wohl noch stärker. Dabei ist gerade beim Anfeuern der Mannschaft, dem kreativen Moment des gesamten Fußballs, eine zu feste Hierarchie im Block tödlich für das Entstehen spontaner Gesänge. Bei allen Verdiensten, die sich Ultras in mühevoller Ausarbeitung von vielstrophigen Liedern gemacht haben: Wer meint, den Fan-Gesang im stillen Kämmerlein ausarbeiten und eins zu eins ins Stadion übertragen zu können, verkennt zwei Sachen, nämlich das Potenzial eines gefüllten Fanblocks und das Wesen der Fan-Gesänge.

2.) Elitäres Auftreten

Viele Fans fühlen sich durch das Auftreten von Ultras ausgegrenzt. Eigens angefertigte T-Shirts, Jogginghose und Bauchtasche sind keine Klischees, sondern die Uniform, in der viele - vor allem jüngere Ultras - das Wochenende gestalten. Bedingt durch Bilder, die von Fernsehen und Zeitung von „gewaltbereiten Fußballfans“ verbreitet werden, setzen sich bestimmte Vorurteile beim Betrachter dieser Aufmachung fest (zum Gewaltaspekt komme ich später). Das ist an und für sich normal und soziologisch bereits weit untersucht. Gruppen suchen sich gemeinsame Erkennungsmerkmale, um als Gemeinschaft stärker gefestigt zu sein. Und welcher Fanclub lässt nicht eigene T-Shirts mit dem Vereinswappen drucken?
Bei den Ultras kommt der Aspekt hinzu, dass es sich um eine Gruppe innerhalb der heterogenen Gruppe der Fußballfans handelt, die optisch im Zweifelsfall mehr Ähnlichkeiten mit den Ultra-Gruppierungen anderer Teams besitzt, als mit den Kutten oder Trikot-Fans der eigenen Mannschaft. An dieser Stelle kann man sich fragen, ob nicht das optische Auftreten mancher Jung-Ultras eher an der aktuellen Mode in deutschen Support-Blöcken orientiert ist, als an einer Huldigung der Mannschaft in den Farben des Vereins oder der Stadt. Wer nicht mit der Mode mitzieht, wird schon ein Stück weit ausgegrenzt. Auch diesen Mechanismus kennt man.
Hier ist es falsch, sowohl die eine, als auch die andere Seite zu verdammen. Jung-Ultras sollten sich des Öfteren fragen, ob sie nicht schon so herumlaufen, dass mit anderen Buttons an der Brusttasche genauso gut ein Ultra des Erzrivalen dieses Outfit verwenden könnte. Ebenso muss das Verständnis für Fans wachsen, die ihr Fan-Tum im althergebrachten Stil mit Trikot und Vereinsschal ausleben.
Die Fans in Trikot oder Kutte sollten sich allerdings ebenso fragen, ob sie nicht selbst manchmal den Umgang mit Leuten meiden, die anders als sie gekleidet sind. Ob F-Block-Gänger in zivil, D-Block-Kutte oder E-Block-Ultra: Alle sind FCS-Fans.

3.) Gewalt im und um das Stadion

An der Frage, ob Gewalt ein legitimes Mittel der Auseinandersetzung mit gegnerischen Fans oder der Polizei ist, scheiden sich die Geister. Tatsächlich wird die Debatte bislang aber nicht öffentlich geführt, was sich gut am Beispiel eines der führenden deutschen Ultra-Fanzines, „Blickfang Ultra“, zeigt: Schon diverse Male angekündigt, hat es die Diskussion über die Gewalt nicht als thematischer Schwerpunkt in eine der Ausgaben geschafft. Stattdessen lesen sich viele Berichte von Derbys weiterhin als reine Aufzählungen der Ereignisse des Wochenendes - wer die bessere Choreographie hat, wer lauter und durchgängiger gesungen hat und wer auf der Straße den Ton angab und mehr gegnerisches Material „zockte“.
Davon abgesehen, dass die Grenze zwischen jugendlichem „Fahnenklau“ wie in Ferienfreizeiten und gefährlichem Raub hier verwischt, ist die Haltung vieler Ultra-Gruppierungen fast schon bigott: In Kampagnen setzt man sich gegen die weitere Kriminalisierung aller Fußballfans ein, liefert aber Medien, Politik und Polizei ständig neue Gründe, Fußballfans unter einen permanenten Tatverdacht zu stellen. So gut die Argumente von Initiativen wie „Pyrotechnik legalisieren!“ auch sein mögen und so differenziert ihre Vertreter auftreten und beteuern, dass die Sicherheit durch einen sachgerechten Umgang mit Feuerwerkskörpern gewährleistet sei: Wer glaubt das schon, wenn diesselben Gruppen, die sich in der Kampagne engagieren, am Wochenende selbst die gewalttätige Auseinandersetzung mit dem Gegner suchen?
Letztlich leidet nicht nur das Image aller Fußballfans und damit ihre Glaubwürdigkeit sowie die Möglichkeit, via Öffentlichkeit politischen Druck auf Verband und Vereinsvorstände auszuüben. Es leidet vor allem die Akzeptanz unter vielen Fußballfans, die sich eben nicht als Ultras sehen. Dabei geht viel Potenzial verloren.
Eine offene und vor allem breite Debatte über Gewalt ist längst notwendig geworden. Durch viele überregionale Bündnisse und Fan-Initiativen bestehen die Diskussionskanäle längst.

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass niemand den Königsweg kennt, um die Ultra-Bewegung allen Fans nahe zu bringen. Ich selbst schon gar nicht. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass über offenere Diskussionen und eine selbstkritische Reflexion innerhalb der Ultra-Szene, nicht nur über den Auftritt vom letzten Wochenende, viel Akzeptanz geschaffen werden kann - auf beiden Seiten.

Mittwoch, 10. August 2011

August-Umfrage: Sparzwänge beim FCS

Das Fanradio bei Heimspielen ist vorerst abgeschaltet - Sparzwänge nennt der 1. FC Saarbrücken als Begründung, warum Exilanten, Arbeitnehmer und durch andere Gründe verhinderte Menschen bei Heimspielen wieder zu Liveticker oder Saartext greifen müssen.

Wir vom Leuchtturm finden nicht korrekt, dass am Fanservice gespart werden soll und möchten mit der garantiert ernst gemeinten August-Umfrage neues Sparpotenzial aufzeigen:



Was könnte sich der FCS am Ehesten sparen?
 
Anzeigetafel
 
Warme Frikadellen im Stadion
VIP-Zelt
Homepage
Fanshop im Baumarkt
Decken auf der Haupttribüne im Winter
Etat 1. Mannschaft
Etat Amateurabteilung
Etat Jugend
Fanspiel in  Halbzeitpause
Etat Frauen