Donnerstag, 27. August 2009
Leuchtcast 12 - das FCS-Podcast
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Alles zum Spiel gegen Münster, den Rückmeldungen zu Heft 4 und zur Wurstsonderausgabe.
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Samstag, 22. August 2009
Der politische Kommentar - "Wahlkampf"
Da in der nächsten Woche die Landtagswahl ansteht, wollen wir diesen Artikel niemandem vorenthalten, der Heft Nr. 3 verpasst hat. Viel Vergnügen!
von Carsten Pilger
Große Aufregung gibt es immer, wenn die Parteien im Saarland den Fußball für sich entdecken und vor den Stadien Kugelschreiber, Gummibärchen, Papptröten oder ähnlichen Firlefanz, immer mit Logo und dem Namen des Kandidaten versehen, an unbedachte Fußball-Anhänger verteilen. Dann heißt es, dass Fußball und Politik getrennt gehören, auch wenn selbst Vorstandsmitglieder eben jener Spezies von Menschen auf Wahlzetteln angehören und kontinuirlich selbst die Politik in den FCS hineinbringen, wenn man z.B. von ihr ein neues Stadion fordert. Grund genug für die mündigen Wähler des Leuchtturms, einmal nicht auf die Wahlversprechen zu warten, sondern diese selbst einzufordern! Mit einer harmlosen E-Mail-Anfrage bestehend aus drei Fragen wenden wir uns an fünf Parteien, die bei der diesjährigen Landtagswahl um die Vorherrschaft über das kleinste Flächenland des Bundesrepublik streiten.
Zunächst stellen wir den Parteien eine lockere Übung zum Aufwärmen und Schwingen großer Worte:
1. Welchen Stellenwert besitzt der Saarsport, insbesondere der Fußball der Landeshauptstadt und seine Anhänger, für das Saarland?
Die regierende Kraft im Saarland von der CDU nennt den Breiten- und Spitzensport "wichtige Standortfaktoren" für das Saarland, betont die eigene Unterstützung für den Sport und beantwortet die Frage relativ dröge, wäre da nicht der Schlusssatz, der dann in Sachen Größenwahn so mancher FCS-Vereinsführung in nichts nachsteht:
"Es wäre schön, wenn der Verein sein Fernziel, nämlich die 2. Bundesliga, wieder erreichen könnte."
Die SPD zeigt bei dieser einfachen Frage schon erste Stellungsschwierigkeiten, wird doch auch Jan Frodeno als "Olympiasieger von hier" betitelt. Selbiger, der für die Saar-CDU zur Bundesversammlung nominiert wurde, um für Horst Köhler zu stimmen. Immerhin werden die "begeisterungsfähigen Fans" und das "Umfeld" des FCS gelobt und -natürlich- der Tipp abgegeben, dass der FCS 2009 endlich wieder aufsteigen wird. Dass man dann noch mit dem "dem alten Fußballerspruch von der 54-er WM 'Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille alles für den anderen zu geben.' " aufwartet, enttäuscht doch aus FCS-Sicht ein wenig, spielten die meisten Saarbrücker damals eben in der saarländischen Nationalelf.
Die FDP, bei allen Antworten nie die Grenze von vier Sätzen überschreitend, bestätigt kurz und bündig die Wichtigkeit des 1. FC Saarbrücken für die "Imagebildung des Saarlandes" und lobt die Jugendarbeit, da "die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Sportler und Zuschauer von morgen" seien. Immerhin hat man es vermieden den Prozess der Imagebildung beim FCS in der Vergangenheit nicht näher zu beleuchten.
Die Aufwärmphase ist beendet und nun kommen wir direkt zur Frage, die wohl nie aus der Mode kommen wird:
2. Welche Position vertritt Ihre Partei in der Diskussion um einen möglichen Stadionneubau im Saarland zur Ersetzung veralteter Infrastruktur?
Erneut scheinen die Christdemokraten zumindest ein wenig FCS-Historie gepaukt zu haben, denn die Fakten, dass der Ludwigspark in den 50ern erbaut und in den 70ern um die Gegentribüne ergänzt wurde. Auch liegt die Antwort weiter auf einer Wellerlänge...ähem...Wellenlänge mit der Vereinsführung, da man "ein attraktives neues Stadion wichtige Grundlage für die sportliche Zukunft des Saarfußballs" sieht und nicht umgekehrt. Das Politiker-Deutsch beginnt erst gegen Ende der Antwort und damit für alle Zwischen-den-Zeilen-Leser die Gewissheit, dass ein Stadionneubau auch bei der CDU vornehmlich Kopfkino darstellt:
"Die CDU Saar hält die Überlegungen, am Standort Ludwigspark das vorhandene Stadion zu sanieren oder aber auch an diesem Standort ein neues Stadion im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten zu bauen für eine gute Lösung. Deshalb wird die CDU Landesregierung dieses Projekt nach Kräften unterstützen."
Bei den Sozialdemokraten übt man sich anfangs in Realismus: "Ein Stadion, bei dem das Gras aus den Stehplatzreihen wuchert ist sicher kein Aushängeschild für unser Land." Dann nimmt die (scheinbare) Antwort aus dem Munde von Heiko Maas an Fahrt auf. "Fußball lebt von Emotionen, und den gibt’s vor allem dann, wenn der Fan weiter Fan sein darf" und dann darf so ein Stadion natürlich keine "reine Sitzplatzarena" werden oder gar eine "sterile 40.000 Mann-Arena". Wer sich bislang fragt, wo man in dieser Antwort die Position der SPD herauslesen kann, muss sich mit diesem Satz begnügen:
"Ich könnte mir vorstellen, dass es uns gelingen kann, ein solches Projekt zu stemmen und mit Hilfe von Investoren eine „Fan-Arena“ zu bauen."
Immerhin eine Aussage, mit der man wenig falsch machen kann und etwas Optimismus verbreitet, auch wenn der alleinige Konjunktiv der Vorstellung, überhaupt Erfolg zu haben, stutzig macht.
Die wortsparende FDP sieht zunächst, wie auch immer, die rückläufigen Toto-Mittel als Erschwernis für einen Stadionneubau. Ein solches Großprojekt brauche "Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft" und man werde sich im Falle einer Regierungsbeteiligung für den Sportstättenneubau einsetzen. Die Art der Umsetzung bleibt offen und die FDP hält sich dezent zurück. Da wären doch mindestens ein bis zwei große Schmeicheleien für den Verein dringewesen!
Die letzte Frage dreht sich wieder um ein handfestes Thema, nämlich wie das Fanprojekt "Innwurf", dessen Finanzierung schon oftmals Gegenstand der Diskussion war:
3. Wie schätzt Ihre Partei die Wichtigkeit des Saarbrücker Fanprojekts "Innwurf" in Punkto Gewaltprävention und Jugendarbeit an? Wird Ihre Partei im Falle einer Regierungsbeteiligung die Finanzierung des Fanprojekts aufrecht erhalten?
Bei der CDU verweist man auf den Erfolg der seit 1999 amtierenden Regierung, die das Fanprojekt seit jeher unterstützt und in diesem Jahr die Mittel für das Projekt "sogar erheblich erhöht" habe. Wenn dann allerdings unter www.innwurf.de Sätze wie "Zugleich brachen auch die verbindlichen Zusagen zur Finanzierung weg" oder "Sehr zum Bedauern der Fanszene und des Fanprojektes war ein Großteil der Arbeit mit der Existenzsicherung verbunden" auftauchen, darf zumindest daran gezweifelt werden, dass die Unterstützung in der Vergangenheit immer in dem Maße vorhanden war, wie man sie bei "Innwurf" benötigte. Immerhin verspricht die CDU "auch in Zukunft dieses Fanprojekt maßgeblich unterstützen".
Das Fanprojekt wird "sicher nicht an der Unterstützung einer von mir geführten Landesregierung scheitern" behauptet das Heiko-Maas-Schreiben. Greifbare Beispiele bleiben auch hier aus, allerdings erkennt die SPD an, "dass die Arbeit, die dort geleistet wird, nicht immer ausreichend gewürdigt wird".
Die FDP-Antwort fällt nicht weiter aus der Reihe, die "Fandisziplin" der vergangenen zwölf Monate wird gelobt und die FDP kann "mit gutem Gewissen die Frage bejahen", dass auch ihrerseits die Unterstützung für das Fanprojekt aufrecht erhalten wird.
Doch halt, fehlt da nicht noch DIE LINKE die im Saarland wohl mit Oskar Lafontaine ernstzunehmende Gefahr für Müller und Maas darstellt? Und was ist mit den Saar-Grünen?
Die Linken antworten nach einer kurzen Erinnerung dann doch noch, und das sogar allumfassend:
"Rolf Linsler ist ein begeisterter Fußball-Anhänger des 1. FCS, was auch darin zum Ausdruck gebracht wird, dass er seit ca. 1998 Mitglied des Vereins ist. Sein Herz werde immer für den FCS schlagen, deshalb wird es zu allen Fragen, die die Weiterentwicklung des Fußballs der Landeshauptstadt betreffen, ein positives Echo geben."
Bei dieser inhaltlichen Fülle hätte man sich vielleicht besser an den Grünen orientieren sollen. Diese haben garnicht erst geantwortet.
Nach Wochen des Wartens auf alle Antworten, zahlreicher interner Vergleiche der Antworten in der Leuchtturm-Redaktion und der Feststellung, dass scheinbar mehr oder minder jede Partei gerade dann FCS-Fan werden kann, wenn gerade eine Anfrage eines FCS-Fanmagazins ins Haus flattert, ist man irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass wir jedes Wochenende weiterhin Blau-Schwarz wählen werden, das dann allerdings im Ludwigspark. Der 1. FC Saarbrücken ist im Gegensatz zu den vielen Phrasen, die mitunter in die Antworten der Parteien hineingelangt sind, für uns nicht austauschbar, weshalb wir zur Landtagswahl nicht gerade die Partei wählen werden, welche uns ein neues Stadion verspricht. Sonst müsste es konsequenterweise eine Koalition aus CDU, SPD und FDP unter Duldung der Linken geben, bei der letztlich die neue Fan-Arena am finanziellen Rahmen der rückläufigen Toto-Mittel scheitert.
Mittwoch, 19. August 2009
Eine neue Fantypologie - Teil 2
Nachdem schon die erste Folge unserer Fantypologie auf großen Zuspruch gestoßen ist, wollen wir heute die Fortsetzung, die in der vergangenen Ausgabe erschien, präsentieren.von Carsten Pilger
Der Fan-Fan:
Er ist der pure Fan, neben ihm existiert keine andere Art von Fan, die so das Fantum wie er verkörpert. Sagt zumindest der Fan-Fan selbst. Er steht im D-Block (schon immer!) und weigert sich ihn zu verlassen (es ist doch der Fanblock!), auch wenn er sich mittlerweile darüber aufregt, wenn Leute klatschen, singen und Fahnen schwenken (der Sänger). Kann sich bei steigendem zum verbitterten Nostalgiker oder Tribünenpöbler entwickeln.
Der Schöngeist:
Liest gehobene Fußball-Literatur, bewundert das Konzept der TSG Hoffenheim und hat im Internet immer ein paar Abfällige Kommentare übrig, wenn sich reine Fanthemen vor das Sportliche drängen. Eigentlich ist es ihm peinlich FCS-Fan zu sein, da seiner Meinung nach der Ludwigspark von Proleten und Analphabeten überbevölkert ist.
Begründet wird dieser Komplex in der Ablehnung und Ächtung des Fußballs in intellektuellen Kreisen und auch der Schöngeist sich gerne einmal so ausgelassen wie alle anderen FCS-Fans verhalten würde. Man sollte ihn vielleicht einmal in den Arm nehmen, als seelische Hilfestellung.
Der Youtube-Freak:
Bewundert den Sänger und filmt deswegen am Liebsten den Fanblock in Aktion. Umgekehrt erntet der Youtube-Freak vom Sänger nicht nur Spott, sondern auch Kritik an diesem stimmungstechnisch reaktionären Verhalten. Der Youtube-Freak sollte vielleicht einmal öfters mitsingen und -klatschen, statt 90 Min. an seiner Handykamera zu spielen.
Verwandt mit dem Aufklebersammler.
Der Manisch-Besessene:
Verpasst kein Spiel, besucht die FCS-Spieler mehrmals wöchentlich im Training und verfasst wütende E-Mails, wenn der Verein im Spielbericht auf der offiziellen Homepage einen Namen falsch schreibt. Ist wohl einer der glühensten FCS-Anhänger, allerdings sehr obsessiv und oftmals unerträglich für seine Stadionnachbarn, denen er oftmals mit einer detailgenauen Analyse der Schiedsrichterleistung auf die Nerven geht.
Verwandt mit dem Überkritischen.
Der Frauenfan:
In erster Linie Fan der FCS-Frauen, lässt sich aber auch manchmal im Ludwigspark blicken. Einige von ihnen sind im zweiten Leben FCK-Fans, was sie bei anderen, z.B. dem Kompromisslosen in Ungnade fallen lässt (in diesem Falle auch zurecht). Sonst relativ ruhige, durchaus selbstironisierende ("sogenannte") Art von Fan, die auch mit anderen Fantypen verwandt sein kann.
Der Kompromisslose:
Er lehnt jeden Schnickschnack ab, ausgenommen Freibier und Freikarten. Für ihn existiert nur die Mannschaft, es gibt zwei standardmäßige Fangesänge, bei denen er im A- oder F-Block mitmacht. Frauenfußball oder Ultras sind für den Kompromisslosen nur Stör- und Kostenfaktor. Er versteht sich prächtig mit dem verbitterten Nostalgiker, kann aber selbst diesem irgendwann auf dem Wecker fallen.
Die Besonnene:
Sie gibt es ausschließlich in weiblicher Form, sie sorgt für Ruhe, wenn sich Spannungen zwischen zwei anderen Fantypen (z.B. dem manischen Optimist und dem Überkritischen) aufbauen. Sei es am Brezelstand oder in einem FCS-Fanforum. Besitzt diplomatisches Geschick und verteilt sich über das gesamte Stadion, was auch sinnvoll ist, denn sonst hätte es bereits mehrere Bürgerkriege im Ludwigspark gegeben.
Der Emporkömmling:
Was irgendwann einmal manischer Optimist oder Überkritischer, hat aber seinen Frieden mit dem Verein gemacht, indem er eine Funktion in eben jenem übernahm, die weit über das Singen im Fanblock hinausgeht. Im Zweifelsfalle, sonst droht Liebesentzug (nebst Verlust des VIP-Armbändchens) wird er mit jeder Entscheidung des Vereins einverstanden sein. Seine anonymen Kommentare in Fanforen können allerdings auch mal davon abweichen.
So endet mein Streifzug durch den FCS-Dschungel unter der Flagge der Pseudo-Wissenschaft. Warscheinlich wird nie jemand alle Arten haargenau beschreiben können, weshalb diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, allerdings könnte man anhand ihrer den ein oder anderen Nebenmann im Block oder auf der Tribüne vielleicht besser verstehen und auf ihn auch mal Rücksicht nehmen.
Samstag, 15. August 2009
Letzte Chance: Heft 4 ausverkauft!
Mit einem neuen Rekord an Vorbestellungen im Vorfeld postierte man sich gestern vor allen Eingängen des Ludwigsparkstadions und meldete bereits 10 Minuten vor Spielbeginn: "Ausverkauft!"
Bevor Sie sich jetzt jedoch ärgern, dass Sie noch kein Heft haben, können wir Ihnen vielleicht noch ein wenig Mut machen: Wir haben noch wenige Restexemplare, die zwar alle reserviert sind; sollte es aber vorkommen, dass derjenige schon ein Heft hat bzw. es nicht abholt, können Sie sich dieses Exemplar noch sichern!
Dazu richten wir - wie schon für Ausgabe 3 getan - eine Warteliste ein. Schreiben Sie eine E-Mail mit Ihrem Namen und dem Inhalt, dass Sie noch eine Ausgabe haben wollen, schnellstmöglich an
redaktion -at- fcs-leuchtturm.de /// (-at- bitte durch @ ersetzen!)
Schon jetzt geht ein großes Dankeschön an alle Käufer, Leser und Unterstützer und die, die uns auch gestern wieder ihr Lob und ihre Kritik vorgebracht haben. Ohne Sie wäre eine solche Leistung nicht möglich, vielen Dank!
Donnerstag, 13. August 2009
Leuchtcast 11 - das FCS-Podcast
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Einen Tag vor dem Derby gegen Trier alles zum Erscheinen des neuen Leuchtturms!
Linktipp der Woche: fc_saarbruecken (Twitter)
Montag, 10. August 2009
Leseprobe 2 - Interview mit Torsten Hart
- von Carsten Pilger -
LT: Wie wird man eigentlich Sozialarbeiter? Wie kommt man dazu?
TH: Also mein erster Beruf war Industriemechaniker bei der Firma Thyssen, was ich ausgelernt hatte, danach hab ich Zivildienst geleistet und habe dann gemerkt, dass mir die Arbeit im sozialen Sektor sehr viel Spaß bereitet. Über den Umweg habe ich mein Abitur nachgeholt, habe dann hier in Saarbrücken Sozialpädagogik und soziale Arbeit studiert und mich danach halt bei der AWO beworben. Ich wollte unbedingt mit Jugendlichen arbeiten.
LT: Wie bewertest du eigentlich die Fanarbeit des FCS in den vergangenen Jahren?
TH: Man sieht, dass der FCS bemüht ist, sehr viel zu tun. Das Fanprojekt ist jetzt, mit mir, auch ausgeweitet worden, was mit Sicherheit nicht der Fall gewesen wäre, wenn nicht alle an einem Strang gezogen hätten.
LT: Ich glaube, dass das auch das erste Mal seit Bestehen des Fanprojekts ist, dass man zwei Vollzeitstellen besetzt.
TH: Genau. Dann hat der Verein auch eine Umstrukturierung im Bereich der Fanbeauftragten vollzogen. Es sind jetzt drei Stück, die der Verein stark unterstützt. Ich finde schon, dass sich in der letzten Zeit einiges zum Positiven verändert hat.
Donnerstag, 6. August 2009
Drei Briefe für eine Leseprobe
Nach stressreichen Tagen vor dem Redaktionsschluss, in der heftig die letzten redaktionellen Entscheidungen über Inhalte, Titelbild und andere Katastrophen gefallen sind, haben wir fast das Ritual vergessen, was vor Erscheinen jeder Ausgabe zum Pflichtprogramm gehört: die Leseproben. Mit diesen wollen wir Sie, liebe Leser, ein wenig manipulieren oder anheizen, je nachdem wie man's nimmt, dass Sie zum Heimspiel gegen Trier vor den Stadiontoren ein Herz mit den jungen Leuchtturmverkäufern haben und einen Euro spendieren.Mit von der Partie sind auch wieder die beliebten "Briefe an unsere Freunde", die von billiger Polemik bis hin zu Kalauern alle alten Tricks kennen, um Äußerungen rund um den FCS auf gewohnt satirische Art und Weise zu kommentieren.
Denn: ohne Humor ließ sich manche Aussage, die im Sommer getätigt wurde, überhaupt nicht ertragen.
Lieber Guido Nickolay,
in der FAZ hast Du jüngst den in Verruf geratenen Berufsstand der Spielervermittler mit drastischen Worten verteidigt:
"Wir müssen uns deutlicher von Pommesbudenbesitzern, Tankwarten und Rohrleitungsverlegern abheben, die in diesem Beruf ihr Unwesen treiben."
Dass Du jedoch kein Tankwart bist, wissen wir doch längst! Viele deiner Schützlinge waren in ihren FCS-Zeiten (vorzugsweise von 06 bis 08) weder super, noch normal, hatten dafür aber eine Menge Blei in den Beinen.
Heute kalauernd,
der Leuchtturm
Lieber Thomas Brück (Grüne)!
Es war "mal wieder richtig Sommer" (Carell) und da bringt die olle Hitze so manchen schönen Vorschlag in die Politik, gerade in solch bedeutsamen Bürgervertretungen wie dem Saarbrücker Stadtrat.
Allerdings bitten wir Dich, so ganz unter Freunden, Deinen Vorschlag, die Zuschüsse für den Saarbrücker Ludwigspark, UNSER Ludwigsparkstadion, zu kürzen, doch noch einmal zu überdenken.
Am Besten bei einer schönen, langen Sitzung auf den Toiletten des E-Blocks.
Wir haften nicht für etwaige Schwindsucht oder Ekelanfälle!
Dein Leuchtturm
Und Du, Horda Fanatica Elversberg,
bleibst in alter Manier konsequent und hast deine Abwesenheit vom ersten Spieltag wie folgt begründet:
"Allein der Gedanke, in einem anderen Block zu supporten und daran denken zu müssen, dass man eigentlich ja ein Heimspiel hat lässt uns völlig kalt und so werden wir dieses Specktakel [sic] auch nicht mit unserem Eintrittsgeld beschönigen, auch wenn der Mannschaft ein würdiger Support zusteht."
Bei dem Gedanken an Deine sprachlichen und stilistischen Fähigkeiten wird uns auch kalt ums Herz. Aber wenigstens besitzt Du Humor ("eigentlich ein Heimspiel").
Es grüßt
Der Leuchtturm
Fortsetzung folgt in der vierten Ausgabe des Leuchtturms!