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Montag, 23. Januar 2012

Offener Brief an Dieter Ferner

Wir veröffentlichen an dieser Stelle den Offenen Brief zweier langjähriger FCS-Fans an Dieter Ferner. Wir meinen, dass diese Worte sehr gut ausdrücken, wie auch unsere Redaktion derzeit empfindet.


OFFENER BRIEF

An

Dieter Ferner


Hamburg und Saarbrücken, den 22. Januar 2012



Lieber Dieter Ferner,

als Anhänger des 1. FC Saarbrücken ist man Verdruss gewohnt. Auf kurze Phasen der Erholung folgen meist lange Passagen des Verdrusses und der Agonie. Dreieinhalb Jahre lang hatte diese leidvolle Geschichte einen schönen Aussetzer. Und das soll nun bald vorbei sein?

Seit 1963 sind wir Fans des Vereins, und stehen daher im 50. Jahr unserer Anhängerschaft. Wir erinnern uns noch gut an Ihre trefflichen Torwartjahre und damit an eine erfreuliche Zeit. Als Trainer und Sportdirektor waren Sie, mit Verlaub, sogar noch besser. Eine ungewohnte Epoche der Klarheit, Bescheidenheit und des seriösen Auftritts begann, als Sie sich im Augenblick der größten Not bereitfanden, sich des blauschwarzen Scheinriesen anzunehmen.

Sie ließen saarländische Fußballer spielen, die schon nicht mehr damit rechneten, je für die erste Mannschaft auflaufen zu dürfen. Das war ungewohnt. Und wenn Sie andere anwarben, so erschienen nicht die üblichen Verdächtigen, Abgehalfterte von Weither, die kaum mehr als eine halbgare Vergangenheit vorzuweisen hatten, sondern Fußballer mit Zukunft. Das war noch ungewohnter. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und freuten uns wie Schneekönige über die überraschenden Aufstiege, die nicht mit Geld allein bezahlt waren.

Es gab auf einmal überhaupt keinen Grund mehr, sich zu fürchten, wenn gute Spieler den Verein verließen. Mann, Zimmermann und Zeitz wollten weg, eine ganze hoch begabte Mittelachse, und jeder andere hätte den Untergang des Abendlandes beschworen. Sie nicht. Da draußen fanden sich genug Unerkannte, die für vernünftiges Geld nach Saarbrücken kamen, darunter grandiose Leute wie Marius Laux, der in Offenbach kaum gut genug zu sein schien, um auf der Bank zu sitzen, oder Ziemer, dem es in Wehen auch nicht besser ging.

Natürlich merkten wir, dass der unbedingte Wille zum Aufstieg nachließ, nachdem Sie aufgehört hatten, Trainer zu sein. Aber eine begabte und sympathische Mannschaft haben wir immer noch, wenn auch die Zahl der Gnadenbrotfußballer wieder zunahm, während die einheimischen Talente seltener wurden, ohne ganz auszusterben.

Wie dem auch sei: eine solche Reihe ungetrübter Jahre hat es ewig nicht gegeben. Wir, die treuen Fans des 1. FC Saarbrücken, wissen sehr wohl, wem wir die köstlichen Freuden des Aufschwungs verdanken, und das wird uns unvergesslich sein. Denn wir wurden nicht länger ausgelacht für unsere Zuneigung zu einer notorisch fehl gesteuerten Skandalnudel in der Hand provinzieller Profilneurotiker, denen nicht nur die Ahnung von Fußball abgeht, sondern auch die Liebe zum Sport.

Umso bitterer, dass Sie Ihre Arbeit nun nicht zu Ende führen, bis der Verein mindestens in der zweiten Liga angekommen ist, eine intakte Mannschaft besitzt und ein zeitgemäßes Stadion: für Sie ist das bitter, weil Ihr Werk nicht zu Ende geführt ist, und für uns sowieso, die wir unser Herzblut geben und unsere ohnmächtige Leidenschaft.

Sicher ist: Sie werden eine Menge Fans zurück lassen, auch wenn Ihre Rückkehr ans Ruder des Vereins ebenso unwahrscheinlich ist, wie die ins Tor. Aber wie wäre es denn als Präsident? So viel zu erkennen ist, wird Kompetenz dort dringend gebraucht.

In jedem Fall sind wir um eine Illusion ärmer, eine zarte Hoffnung, einen unverhofften Traum. Ernüchtert wünschen wir den verbliebenen Verantwortlichen eine gute Hand.

Aber wir zweifeln daran, denn es sieht beim besten Willen nicht danach aus.


Ralph Schwingel, Filmproduzent, Hamburg

Oliver Weber Hartmann, Regierungsangestellter, Saarbrücken

Mittwoch, 31. August 2011

Grußwort an Jörg Kühn (FCH)!

Lieber Jörg Kühn (Aufsichtsrat FC 08 Homburg),

zunächst einmal sind wir sehr erstaunt und erfreut darüber, dass sie mehr als die Hälfte des Grußworts in der Stadionzeitung des FC 08 Homburg dem 1. FC Saarbrücken gewidmet haben – wer will Ihnen das auch verdenken? Viele Saarländer beschäftigen sich immerhin lieber mit dem FCS als dem FCH.

Als inoffizielle Stadionzeitung des FCS sind wir natürlich sehr an Themen wie dem Gemeinwohl, weniger an der Vernunft, interessiert! So erfrischend, wenn ein einfacher Feierabendfunktionär sich im Stadionheft seines Vereins zum politischen Redner aufschwingt, der soziale Missstände der Landeshauptstadt und des Landes anprangert. An Kindergärten, sozialen Einrichtungen und innerer Sicherheit mangelt es also (auch wenn zwei Sätze zuvor das Sparen natürlich noch die „oberste politische Maxime“ ist. Also alles in Ordnung, oder?). Die 580 Homburger Zuschauer und Gäste aus Gonsenheim haben Ihre Ergüsse sicher mit Interesse verfolgt.

Als Vorkämpfer sozialer Gerechtigkeit und ausgeglichener Haushalte widmen Sie sich natürlich auch dem naheliegendsten Thema: Stadionneubau in Saarbrücken. Nicht hinnehmbar! Man sieht es ja schon am „berüchtigten“ Vierten Pavillons des Saarlandmuseums, was die Planungsbarbaren der öffentlichen Hand einen Schaden zufügen! Aber zur Güte haben Sie den passenden Vorschlag parat:
"Akzeptabel wäre allenfalls der Bau eines „Stadions am Fluss“ auf dem Gelände des „vierten Pavillons“, selbstverständlich tief genug geplant, damit der dort dann spielende Verein aus der Landeshauptstadt bei Saarhochwasser regelmäßig baden gehen kann.

Auch für den Leuchtturm wäre dies der ideale Standort.“
Grandios! Ein Lösungsvorschlag, der versöhnt und noch das Bild des Leuchtturms mit einbaut! Das können wir nur für gut befinden, auch wenn die Idee leicht abgekupfert ist – vom Fluss-Arena-Aprilscherz auf www.saarbruecken.de vor einigen Jahren oder diversen Foren-Beiträgen sa(a)rkastischer FCS-Fans.

Schade, denn wir dachten jemanden mit genügend eigener Kreativität gefunden zu haben! Wir hätten Ihnen gerne einen Praktikumsplatz bei uns angeboten. Ein Grußwort für die Zuschauer eines Oberligisten, das einen Drittligisten persifliert, macht sicher nur bedingt Spaß. Und wenn dann noch der eine Großsponsor beider Vereine lieber ein neues Stadion in Saarbrücken gebaut sieht als .... ach, lassen wir das!

Wir hoffen, dass Sie nicht zu nah am Wasser gebaut sind und das verschmerzen.

Mit blau-schwarzen Grüßen

Der Leuchtturm

(Das Grußwort von Jörg Kühn ist online in der Stadionzeitung des FC 08 Homburg nachzulesen: Link (PDF))

Freitag, 18. Februar 2011

Antwort des OFC-Fanradios

Das OFC-Fanradio hat den Offenen Brief unseres Leserbeauftragten "Scholtes" beantwortet. Dies möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten:

Liebe Kollegen,

vielen Dank für Euren offenen Brief, dieser hat bei aller Ernsthaftigkeit rund um die Geschehnisse, die Situation, wie ich finde, ebenso amüsant, wie auch absolut treffend beschrieben. Und das man mittlerweile auch wieder darüber schmunzeln kann, sollte die „Völkerverständigung“ erleichtern.

Und in der Tat, so wie der Mann im gelben Trikot, konnte auch mein Kollege Hansi am Dienstag nicht seinen allerstärksten Auftritt innerhalb seiner Fanradio-Karriere verzeichnen. Es war ja bereits in der Reportage zu vernehmen, dass ich einiges davon relativiert habe. Hansi hat sich jedoch mehrfach dafür entschuldigt und damit sollte es dann auch irgendwann mal gut sein.

Mein schärfste Aussage, für die ich auch nicht unbedingt den Pulitzer-Preis aus den Händen der FCS-Fans erwarte, war, „die Saarbrücker Zuschauer sind noch dümmer, als ihre Spieler“. Was Ihr ja nicht sehen (wenn Ihr gewollt hättet, jedoch hören) konntet, vor uns stellen sich Saarbrücker Fans auf (wohlgemerkt auf den Presseplätzen) sodass wir nicht mehr aufs Spielfeld sehen können. Mit hämischen Gesten können wir umgehen aber massive Drohgebärden während einer Liveübertragung, das war schon eine Situation, die uns das Fürchten um uns und unsere Technik geleert hat. Soviel zur Aussage in Richtung „der“ Zuschauer, was natürlich nicht bedeutet „die Saarbrücker Zuschauer“. Es war nicht meine Absicht zu verallgemeinern, im Gegenteil, es ging um „das Volk“ (so habe ich es ja später auch nochmal bezeichnet), welches uns massiv bedroht hat. In Richtung Spieler war natürlich Lerandy gemeint, und da sind sich ja auch alle FCS-Fans in Euren Foren einig, dass er, zumindest an diesem Tag, ein von Euch gefeierter Betrüger war.

Wir haben mittlerweile mehr als 200 Livereportagen (darunter Derbys, Abstieg usw.) produziert und das OFC-Fanradio genießt deutschlandweit höchstes Ansehen. Beinahe jede Woche erhalten wir zahlreiche, manchmal zig oder sogar hunderte von Mails aus dem gegnerischen Lager, die uns immer wieder höchste Anerkennung zollen. Es heißt immer wieder, sie sind parteiisch aber fair und fachlich sowie vom Unterhaltungswert absolut perfekt. Nun gut, ich sehe es Euch nochmals nach, dass uns am Dienstag keine ähnlichen Mails aus Eurem Lager erreicht haben ;-)

Also, was bleibt? Ihr habt die Punkte und durftet Euch, so lese ich es in Euren Foren, köstlich amüsieren und wir werden auch ohne Wulnikowski & Occean am Samstag siegen und eine dem OFC-Fanradio würdige Livereportage produzieren….übrigens, ohne Hansi, dafür aber mit Lutz Kammermeier und Marcel Reich Ranicki J Da ihr ja zeitgleich spielt, habt Ihr wohl eher nicht das Vergnügen wieder live bei nuns dabei zu sein aber wie das mit dem Podcast funktioniert das wisst Ihr ja jetzt…. ;-)

Rot-weiße Grüße in den Ludwigspark und alles Gute im Kampf um den Klassenerhalt!

Lars Kissner
OFC-Fanradio

Donnerstag, 17. Februar 2011

Brief von Scholtes ans OFC-Fanradio

Liebes OFC-Fänradio,

bei dem Brief versuchen isch mol, entgegen meiner annere Schreiwen, die meischdens uff der Seid vom Fänmagazin „Leuschdurm“ erscheine, en klein wenischd mehr Hochdeutsch se schwätze. Awwa gudd, als isch eier Sendung geheert hann: So vill Hochdeutsch schwätzen Ihr jetzt aach nommo net. Also sollde mir uns gudd verstehe!

In meiner Funktion als „Leserbeufftragder“ soll ich jó vornehmlisch das FCS-Fänzein kritisiere, awwa die wollde jetzt, dass isch was zum OFC-Fänradio sahn. Isch bin dann hingang unn hann mir die Sendung uff Eurer Webseid angeheert. Unn jó, verkehrt isses jó net, Fäns kommendiere für Fäns, ganz schöni Sach, awwa wie Ihr dann mit de Fans vom Eff-Zeh, also em Gegner umgehen, is schon en annere Sach.

Wenn man dó ab der zweite Halbzeit so Dinger loslässt wie:

„Ich habe noch nie eine Mannschaft so etwas gewünscht wie den Saarbrückern, nämlich nur Scheiße! […] da jubeln die hier auch noch!“

„Das is Betrug vom Feinsten!“

„Die Zuschauer strahlen über alle vier Backen, die sie hier haben … die haben keinen Grund zum Strahlen.“

„Und die Saarbrücker Zuschauer sind noch dümmer als die Spieler […] ist das ein Volk hier!“

„Komm sei doch glücklich dumm!“

Ganz ehrlisch: „Hansi heer uff!“, hat am Ende enner von Euch noch gesagt. Stimm isch jó zu, awwa das hätt er aach gudd noch zu sich selbschd sagen können.

Emotionen, Entschuldigungen unn so weiter hann Ihr immer wieder betont, um so Beleidigungen wie oben zu rechtfertige. Gudd, kann ma mache, is vielleicht ganz sinnvoll, nur: Hann Ihr Euch net mal gefragt, warum vielleicht die Saarbrücker Fäns irgendwann e klein wenisch sauer geworden sind? Also isch persönlich bin jo viel Geschrei vom Fußballplatz heer gewohnt, awwa normal losst sich dó net jeder alles gefallen.

Unn mich würd’s auch mol interessiere, wie die Zuschauer am Bieberer Berg reagiere würde, wenn vor ihne zwei Fänradio-Moderatore anfangen den Heimfäns „Scheiße“ zu wünsche oder sie als dumm zu bezeichnen. Wär das dann aach mit Emotione zu entschuldige? Isch persönlich glaab jo net, dass die Offenbacher dann hingehen unn sagen:
„Uns macht das nix aus, wenn Ihr uns dumm nennt, macht ruhig weiter!“

Die Redaktion vom „Leuschdurm“, die Leut dó, das sinn jó alles Studente, die wo lieber diskutiere unn nix mit Schlägerei unn so hann, halt annerschd uffgewachs als mir noch früher, die hann zu mir gemeint, dass bei nem Streit es „immer zwei Seiten“ gibt. Vielleicht hann se dómit recht – wenn aach sonschd mit garnix.

Deswege verbleibe isch mit besten, blauschwarzen Grüßen aus der Landeshauptstadt und der Idee, dass na vielleicht beim nägschde Mol im Ludwigspark, was jó ansteht, wenn Euer Mannschaft net ball die Kurv kritt, en bissje ruhiger in die Sache reingehn – unn net grad de Hansi vorbeischicken.

Euer Scholtes

Samstag, 29. Mai 2010

Erste Antwort auf "Lasst Dieter Trainer sein!"

Vor zwei Wochen veröffentlichten wir an dieser Stelle einen Offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und an den Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL). Darin forderten wir eine Ausnahmeregelung für Dieter Ferner, der in Liga 3 keine Trainerlizenz mehr besitzen würde.

Insgesamt schlossen sich uns 293 Unterstützer an (zuletzt auch Ferners ehemaliger Klub SC Friedrichsthal), die den Brief unterzeichneten. Neben einigen Erwähnungen in den Medien können wir nun die erste Antwort vorzeigen. Sie stammt vom Präsidenten des BDFL, Horst Zingraf. Zingraf war, wie Dieter Ferner, als Torhüter und Trainer beim 1. FC Saarbrücken aktiv.

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion “FCS-Leuchtturm”,

ich bin seit 01.07.1969 Mitglied des 1.FCS und habe mit Ihnen mit großer Begeisterung die Leistung der Mannschaft und die des dafür verantwortlichen Trainers verfolgt. Dieter Ferner besitzt die Sympathie und die Anerkennung aller seiner Kollegen im Bund Deutscher Fußball Lehrer.

Anerkennung verdient aber auch die Vereinsführung, der es gelungen ist, in kürzester Zeit mit Jürgen Luginger einen kompetenten Cheftrainer zu verpflichten und darüberhinaus Dieter Ferner als Sportdirektor so einzubinden, dass sein Wissen und seine Erfahrung weiter genutzt werden können . Die Strukturen des FCS sind so professioneller geworden.

Anerkennung auch für die Redaktion “FCS Leuchtturm” für die Qualität und das Niveau der Auseinandersetzung mit diesem emotionellen Thema.Sie haben zur Versachlichung der Diskussion beigetragen.

Erste Weichen für eine gute Saison sind damit gestellt.

Wir wünschen dem FCS bei den noch anstehenden Aufgaben eine glückliche Hand und viel Erfolg!

Horst Zingraf

Präsident
Bund Deutscher Fußball Lehrer


Da der FCS mit Jürgen Luginger einen neuen Trainer verpflichtet hat, hat sich unser Anliegen damit erledigt. Wir werden eine Antwort des DFB, sollte diese noch erfolgen, nachreichen. Ob es an dem drohenden, schlechten Abschneiden der Nationalelf bei der WM liegt, dass sich die DFB-Pressestelle Zeit lässt, darf gemutmaßt werden.

Montag, 17. Mai 2010

Zwischenstand: Lasst Dieter Trainer sein!


Seit knapp 16 Stunden steht der offene Brief des Leuchtturms online. Seit dieser Zeit ist die Kommentarspalte auf ludwigspark.de sprichwörtlich am Explodieren. Auch findet eine E-Mail nach der anderen den Weg in unser Postfach - Zeit für ein Zwischenfazit!

Nach aktuellem Stand (20.15 Uhr) haben bereits 125 Personen den offenen Brief unterzeichnet - darunter kamen Einsendungen aus Finnland, Österreich und sogar Brasilien. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Doch wir sind noch nicht fertig - jede weitere Unterstützung ist wichtig. Sammeln Sie weiterhin Unterstützung und helfen Sie Dieter, in der kommenden Saison in Saarbrücken - und nicht in Köln - Trainer zu sein.

Mittlerweile ist der SR auf unsere Kampagne aufmerksam geworden. Hier finden Sie den aktuellen sr-online Bericht auf der Startseite. Wir werden die nächsten Tage stets über den aktuellen Stand unserer Kampagne berichten - Unterstützen Sie uns weiterhin mit Mails und Kommentaren auf ludwigspark.de und über redaktion@fcs-leuchtturm.de!

Offener Brief: Lasst Dieter Trainer sein!




Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie wissen, steigt zur Saison 2010/2011 der 1. FC Saarbrücken als Meister der Regionalliga West in die recht junge 3. Liga auf. Solch ein Erfolg wäre zu Saisonbeginn sicher undenkbar gewesen, war selbiger Verein gerade erst aus der Oberliga Südwest aufgestiegen und eher schlecht in die neue Spielzeit gestartet. Dass der Verein dennoch zu Saisonende den zweiten Aufstieg hintereinander feiern konnte, ist für uns eng mit einem Namen verknüpft: Dieter Ferner.

Dieter Ferner, Ex-Bundesligatorhüter für den FCS, hat den Verein im Jahr 2008 in der Fünftklassigkeit als Cheftrainer übernommen. Es war die bitterste Stunde des 1. FC Saarbrücken, in der nur dieser Mann den nötigen Fachverstand mitbrachte, dem FCS zu helfen, und gleichzeitig auch noch höchste Akzeptanz seitens der Zuschauer erfuhr. Zwei Jahre später können wir sagen, dass wir ohne diese Personalie wohl heute noch immer in der Oberliga antreten würden.

Der näherrückende Aufstieg brachte uns jedoch eine bittere Erkenntnis ein: Dieter Ferner besitzt nicht die erforderliche Trainerlizenz, um in Liga 3 weiterhin jenes Amt zu begleiten, in welchem er zwei Jahre erfolgreiche Arbeit leistete. Der 1. FC Saarbrücken steht nun vor der Wahl: Entweder kommt ein neuer Trainer oder Dieter Ferner muss zum Trainerlehrgang.

An dieser Stelle setzt unser Anliegen an Sie als Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des Bunds Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) an. Wir bitten Sie, Dieter Ferner eine Sondererlaubnis zu erteilen, sodass dieser weiterhin Trainer des 1. FC Saarbrücken sein darf, auch ohne die erforderliche Lizenz.

Zunächst sprechen natürlich auch einige Gründe gegen unsere Bitte. Der Fußball beruht als Sportart auf dem Grundsatz, dass für alle Teilnehmer die gleichen Regeln gelten, ob auf oder neben dem Platz. Da hat jede Ausnahmeregelung einen gewissen Beigeschmack und lädt zu sportlicher Missgunst und dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung ein. Da Dieter Ferner nicht die erforderliche Erlaubnis erworben hat, einen Verein in der 3. Liga zu trainieren, wäre es anderen Trainern ohne Schein gegenüber unfair, eine Ausnahme zu erlauben.

Tatsächlich überwiegen jedoch die Argumente, die für eine "Lex Ferner" sprechen:

- Dieter Ferner ist kein Quereinsteiger in den Trainerberuf, sondern verfügt über eine jahrelange Erfahrung als Übungsleiter in verschiedenen Ligen.
- Dieter Ferner ist bereits 61 Jahre alt. Es stellt sich die Frage, ob in diesem Alter noch der Trainerlehrgang, der vor allem auf junge Teilnehmer und Ex-Bundesligaspieler ausgerichtet ist, dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entspricht.
- Wo Dieter Ferner als Trainer arbeitete, erledigte er seine Arbeit nicht nur gewissenhaft, sondern auch äußerst erfolgreich. Dafür spricht der mehrfache Gewinn des saarländischen Verbandspokals (mit Saarbrücken II und Kutzhof), die Meisterschaft in der Verbandsliga Saar (Saarbrücken II und Kutzhof), die Meisterschaft in der Landesliga Südwest (Friedrichsthal) und natürlich die beiden jüngsten Aufstiege des 1. FC Saarbrücken.
- Ferner arbeitet nicht nur erfolgreich, sondern integriert seit Jahren erfolgreich vor allem junge Spieler in die Mannschaft. Nicht weniger als 19 Spieler des Kaders der Saison 2009/2010 waren in ihrer Jugendzeit für den 1. FC Saarbrücken aktiv. Einigen Spielern wie Manuel Zeitz, Alexander Otto oder Lukas Kohler gelang sogar der nahtlose Übergang aus der Jugend in die Stammelf der ersten Mannschaft.
- Gerade die jungen Spieler profitieren nur von ihrem Trainer Ferner, wenn er in Saarbrücken auf dem Trainingsplatz steht. Und nicht, wenn er in Köln die Schulbank drücken muss.
- Sportlich hat die Mannschaft die Qualifikation zur 3. Liga errungen. Das heißt konsequenterweise auch, dass auch der Trainer sich damit für die 3. Liga qualifiziert hat.

Wie sie sehen, beherrscht Dieter Ferner das Trainerhandwerk wie kein Zweiter in Saarbrücken - ein Grund, weshalb er seit zwei Jahren ununterbrochen im Amt ist. Sie können sich sicher vorstellen, dass es nicht nur die Mannschaft, sondern auch den gesamten Verein vor eine Zerreißprobe stellen würde. Gerade das wollen wir vermeiden, da wir Dieter Ferner als einen der zentralen Pfeiler des Erfolgs und Wiederaufbau des Vereins sehen.

Ein Unterstützer dieser Aktion aus den USA hat sich bereits Gedanken über den Text einer möglichen Ausnahmeregelung für Trainer wie Dieter Ferner gemacht. Vielleicht würde ein Passus dieser Art für mehr Fairness sorgen:

“Ein etablierter Fußballmannschaftstrainer ohne Lizenz, der bereits das
fünfundfünfzigste (55) Lebensjahr vollendet hat, erfolgreich eine Mannschaft
trainiert und zum Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse führt, erhält auf
Antrag die Trainerlizenz für jede jeweils nächst höhere Spielklasse. Die
Erteilung der Lizenz bleibt dem Deutschen Fußballbund vorbehalten.”


Schon einmal gab es den Fall, dass ein anerkannter und erfolgreicher Trainer Probleme damit hatte, dass er nicht die erforderliche Lizenz besaß, um in den oberen Ligen Deutschlands Vereine trainieren zu dürfen. Es handelte sich um Rinus Michels, Erfinder des "Totalen Fußballs", der 1980 beim 1. FC Köln anheuerte. Nach einiger Zeit siegte bei den damaligen Vertretern des DFB die Vernunft und Michels durfte das sein, was er am besten konnte: Trainer einer Fußballmannschaft. Wir hoffen, dass sich auch im Jahre 2010 erneut die Vernunft durchsetzt und appellieren an Sie:

Bitte, lassen Sie Dieter Ferner Trainer sein!

Mit sportlich-fairen Grüßen


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Wer diesen Brief unterzeichnen möchte, der kann:

- entweder hier oder auf ludwigspark.de in den Kommentaren unterzeichnen (am besten natürlich mit vollem Namen und Ort, auch wenn das keine zwingende Voraussetzung ist)
- oder uns eine E-Mail an redaktion -at- fcs-leuchtturm.de (Das "-at-" bitte durch @ ersetzen!) schreiben.

Den Brief plus Unterschriftenliste werden wir nach Ende der Sammlung dem Deutschen Fußball-Bund und dem Bund Deutscher Fußball-Lehrer zukommen lassen.

Freitag, 26. Februar 2010

Reaktion auf den offenen Brief an die SF Lotte

Der Pressesprecher der Sportfreunde Lotte, Alfons Manikowski, hat uns heute auf unseren Offenen Brief geantwortet. Ursprünglich ging es uns dabei um eine Formulierung im Vorbericht der Gäste aus NRW, der auf deren Homepage veröffentlicht wurde. Diese wurde nun korrigiert, was wir ausdrücklich begrüßen. Ebenfalls finden wir es lobenswert, dass auf unsere Kritik ausgesprochen konstruktiv eingangen wurde:

Sehr geehrter Herr Pilger,

vielen Dank für ihre Email. Auf keinen Fall sollte der Bericht eine Vorverurteilung oder gar Stigmatisierung von bestimmten Fans sein. Und das hat einen einfachen wie plausiblen Grund. Da ich nicht selbst im Moselstadion zugegen sein konnte, habe ich telefonische Berichte von Augenzeugen und Meldungen verschiedener Medien darin verarbeitet.

"Rund 40 Randalierern auf beiden Seiten wurden schon vor Spielbeginn Platzverbote ausgesprochen, ..." entstammt den RADIO SALÜ Nachrichten vom 24.02.2010. Und zwar wortwörtlich, siehe folgenden Link.

"..., sie durften während des Spiels den Bereich des Bahnhofs und des Moselstadion nicht betreten." entstammt dem Trierer Polizeibericht. Siehe folgenden Link.

Über die Ambivalenz dieser Aussage lässt sich ausgiebig diskutieren. Sicherlich haben 40 Fans nicht vor dem Spiel randaliert. Darum nehme ihren Einwand dankend auf, da es bessere Formulierungen gibt.

"Rund 40 Fans auf beiden Seiten haben im Vorfeld von der Polizei so genannte Aufenthaltsverbotsverfügungen ausgesprochen bekommen. Sie durften während des Spiels den Bereich des Bahnhofs und des Moselstadion nicht betreten." Diese deskriptive Aussage ist eindeutiger wertfrei und objektiv und deshalb habe ich den Bericht auf der Webseite inzwischen dementsprechend abgeändert.

Weiterhin viel Erfolg mit dem Fanmagazin fcs-leuchttuem.de. Das ist der Vorteil eines großen Traditionsvereins, wie dem 1. FC Saarbrücken. In Lotte tut sich mittlerweile etwas Zaghaftes in Richtung Fankultur, doch da ist noch viel aufzuholen. Toll finde ich auch das FCS-Fanradio, über das ich mich am Mittwoch gleich bei Christof Heiser telefonisch erkundigt habe.

In den 90`er Jahren zu Regionaliga Südwest Zeiten war ich mit meinem alten Verein, der Spvgg. Erkenschwick einige Male im Saarbrücker Ludwigspark. Damals war es fast immer eine beeindruckende Kulisse von - so glaube ich - über 10.000 Zuschauern. Zuletzt, 1999, gab es ein 1:1. "Nomen est omen" heißt es so schön. Egal wie morgen das Spiel ausgeht, es sind noch 15 Partien zu absolvieren, wo noch viel passieren kann.

Mit sportlichen Grüßen und bis morgen im Ludwigspark

Alfons Manikowski


Der Leuchtturm findet das Verhalten der Lotter Presseabteilung lobenswert und durchaus auch für andere Fußballvereine zur Nachahmung geeignet.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Leuchtcast 20 - Das FCS-Podcast

Alles zum Derby in Trier und dem Spitzenspiel gegen die Sportfreunde Lotte.

Podcast als mp3-Datei

Der neue RSS-Feed zum Abonnieren:

http://fc-leuchtturm.podspot.de/rss

Zum Nachlesen - Offener Brief an Alfons Manikowski (SF Lotte):

Sehr geehrter Herr Manikowski,

heute erschien auf der Homepage der SF Lotte ein Vorbericht zum Spiel beim 1. FC Saarbrücken. Zugegeben, der Bericht hat die richtige Länge, er hat Informationen, die über eine normale Vorschau hinausgehen und ist an sich recht lobenswert. Wäre da nicht dieser Satz:

"Rund 40 Randalierern auf beiden Seiten wurden schon vor Spielbeginn Platzverbote ausgesprochen, sie durften während des Spiels den Bereich des Bahnhofs und des Moselstadion nicht betreten."

Zum Vergleich habe ich Ihnen den Wortlaut der Saarbrücker Zeitung (SZ) hinausgesucht:

"Bereits im Vorfeld des Spiels hatte die Trierer Polizei gegen 38 Personen, darunter 33 Saarbrücker Fans, die als gewaltbereit eingestuft werden, Aufenthaltsverbote ausgesprochen."

Fällt Ihnen etwas auf?

Zum Beispiel, dass Sie von "vor Spielbeginn" schreiben, die SZ von "im Vorfeld". Also einer, noch verzeihbare, zeitlicher Fehler, da "vor Spielbeginn" unmittelbar vor dem Anpfiff (und wohl auch direkt in Trier) meint, "im Vorfeld" jedoch bereits Tage vorher greift.

Wenn Sie denken, das sei nicht wichtig, so gehen wir doch weiter:

Bei der SZ wird von "38 Personen" bzw. "33 Saarbrücker Fans" gesprochen, während Ihr Bericht auf "40 Randalierer" verweist.
Die SZ formuliert neutral, Sie vorverurteilen allerdings. Zudem ist es sprachlich gesehen ziemlich unsinnig, von "40 Randalierern" zu schreiben, wenn diesen lange im Vorfeld bereits der Besuch des Spiels praktisch verboten wurde. Wo haben diese "40 Randalierer" randaliert?

Und hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: Indem Sie "40 Randalierer" schreiben, unterstellen Sie indirekt, dass es sich bei diesen Platzverboten um die richtige Entscheidung handelt. Darüber lässt sich streiten, denn auch die Praxis der Polizei, Verbote im Vorfeld auszusprechen, ist oft das Ergebnis von schlechter Information, von Willkür oder von dem Prinzip, Kollektivstrafen auszusprechen, da man so "immer den Richtigen" trifft, auch wenn Unschuldige darunter leiden.

Wir von unserem Fan-Magazin schreiben Ihnen dies nur als Denkanstoß. Jeder Fan hat das Recht, fair behandelt zu werden, wenn er anderen gegenüber fair auftritt. Vorverurteilungen dieser Art sind mehr als bedenklich, vor allem auf der offiziellen Seite eines Vereins.

mit blau-schwarzen Grüßen

Carsten Pilger
Fanmagazin "Leuchtturm"

Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von uns öffentlich geführt wird und sowohl diese Mail, als auch eine mögliche Antwort, für unser Fan-Magazin und/oder Weblog berücksichtigt werden.