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Mittwoch, 7. März 2012

Leseprobe Nr. 3: Briefe an unsere Freunde

Nachdem wir den Verkauf der zehnten Ausgabe des Leuchtturms wegen eines Spielausfalls auf den kommenden Samstag (10.03.) verschieben mussten, wollen wir heute eine dritte Leseprobe zu dem neuen Heft veröffentlichen. In einem ersten Auszug aus dem Fan- und Satiremagazin stellten wir drei der zehn größten Fehler des FCS vor. Für die zweite Leseprobe veröffentlichten wir einen Auszug aus einem Interview mit Michael "Doc" Krätzer.

Den dritten Vorgeschmack auf LT Nr. 10 soll eine Standardkategorie bieten - nämlich "Briefe an unsere Freunde". Hier also ein kleiner Auszug:


Briefe an unsere Freunde

Lieber FCler (ludwigspark.de-Gästebuch),

nach der Niederlage gegen Rot-Weiß Erfurt war Deine Antwort auf den Vorwurf, Du würdest Dich über diese Niederlage freuen, unter anderem wie folgt:

"Ne, mich freut ganz sicher nicht, dass meine Mannschaft verloren hat (ganz im Gegenteil), aber für die ganzen Großfressen hier, die uns Realisten ständig angraben, freut es mich umso mehr! Ihr solltet eigentlich ins Kämmerchen gehen und das Licht ausmachen."

Um es noch einmal in verständliche Worte zu fassen: Du freust Dich nicht (ganz im Gegenteil!), aber eigentlich dann doch umso mehr. Unser Tipp: Licht im Oberkämmerchen anmachen und sagen, was von beiden Möglichkeiten denn nun zutrifft.

Damit wir Dir natürlich immer rechtgeben können!
Dein Leuchtturm


Liebes neues Stadion,

"Wir gehen davon aus, dass wir nach der Winterpause im neuen Stadion spielen. Auch die SV Elversberg will dort spielen. Die Planungen zum Verkauf der Business-Sitzplätze und der Logen laufen an." (Horst Hinschberger, April 2008)

"Aber es ist nicht unsere Aufgabe, über den Stand der Dinge zu diskutieren oder zu informieren. Das ist die Aufgabe von Stadt und Land." (Horst Hinschberger, September 2010)

"Es gibt Pläne. Ein Ingenieurbüro klärt noch mit der Stadt Details." (Reinhard Klimmt, Oktober 2010)

"Wer jetzt noch Zweifel hat, dass das neue Stadion kommt, dem ist nicht mehr zu helfen." (Paul Borgard, Juli 2011)

"Ich kann mir vorstellen, dass die neue Spielstätte mit 26.000 Plätzen in der Saison 2013/2014 eingeweiht werden kann. Die Stadt Saarbrücken als Bauherr ist in Gesprächen mit Experten, treibt die Vorbereitung der Ausschreibung mit Hochdruck voran.“ (Paul Borgard, November 2011)

Kennst Du diese Leute gut? Wir empfehlen Dir, Dich zukünftig lieber mit Zeitgenossen abzugeben, die weniger lange Nasen und weniger kurze Beine haben.

Deine Freunde vom
Leuchtturm


Liebe Charlotte Britz,

wenn Du nun schon im Ludwigspark.de-Gästebuch postest:
Wann geht es mit AKK an den Brezelstand zum In-Fight?

Erwartungsvoll,
Dein Leuchtturm

Weitere "Briefe an unsere Freunde" werden in der zehnten Leuchtturm-Ausgabe, die am Samstag vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld verkauft wird, enthalten sein. Das Heft wird zum Preis von einem Euro vor allen Eingängen des Ludwigsparkstadions(ausgenommen ist der Gästeblock) zum Verkauf angeboten.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Zweite Leseprobe: Interview mit Michael "Doc" Krätzer

In zwei Tagen - nämlich am 25. Februar - erscheint die Jubiläumsausgabe des Leuchtturms. Nachdem wir euch gestern bereits einen Auszug aus dem Artikel "Die zehn größten Fehler des FCS" vorgestellt haben, folgt heute eine zweite Leseprobe.

Im November 2011 besuchte Michael "Doc" Krätzer, von 1989 bis 1994 in Diensten des FCS, das Fanprojekt Innwurf für die Veranstaltungsreihe "Blau-Schwarzes Sofa". In diesem Rahmen führten zwei unserer Redakteure ein Interview mit dem Doc, dessen Anfang wir euch nicht vorenthalten wollen. Das komplette Interview wird in Leuchtturm Nr. 10 nachzulesen sein.


Leuchtturm:
Herzlich Willkommen, Michael Krätzer. Die wichtigste Frage wollen wir zu Beginn klärten: Warum Doc?

Doc:
Das habe ich schon oft erklärt. Wir haben gegen Waldhof Mannheim gespielt, das war das erste Punktspiel unter Peter Neururer. Da hatte mein Zimmernachbar Jonathan Akpoborie nach 60 Minuten Wadenkrämpfe. Ich bin zu ihm hingelaufen und versuchte, ihm die Wadenkrämpfe rauszumachen - währenddessen erzielte Mannheim das 0:1. Wir hatten noch 2:1 gewonnen. Da stand am nächsten Tag ein Artikel in der Bild-Zeitung: "Die vier Michaels überragten". Das waren dann Preetz ("Langer"), Nushöhr ("Nussi"), Kostner ("Balu") und mich haben sie "Sani" getauft. Dann sagte Neururer: „Das ist ja ein scheiß Name“. Am nächsten Tag kam er ins Training und sagte „Du bist ab sofort de Doc!“, und so hat sich das dann eingebürgert. Ich habe mir das dann auch eintätowieren lassen.

Leuchtturm:
Wer sich auf 100-jahre-fcs.de Spielerprofile anschaut, sieht unter anderem den Stammverein des Spielers. Bei Michael Krätzer ist dies der TSV Güntersleben. Wo liegt das und was verbindet dich mit diesem Verein?

Doc:
In Güntersleben bin ich geboren und groß geworden. Das liegt in der Nähe von Würzburg. Der Ort hat nur 4.000 Einwohner, bringt es aber auf eine Sportanlage mit drei Rasenplätzen, zwei Tribünen, zwei Sporthallen, zwei Tennishallen, 15 Tennisplätze und eine Minigolfanlage.

Leuchtturm:
Wie lange warst du in Güntersleben?

Doc:
Ich war bis 21 da, habe drei Jahre erste Mannschaft gespielt, zuvor seit meinem siebten Lebensjahr in der Jugend. Anfangs war ich Torwart, das wurde mir aber zu langweilig. Dann kam ich ins Mittelfeld und mit 21 in den Sturm.

Leuchtturm:
Kannst du dich erinnern, wie viele Tore du für den FCS geschossen hast?

Doc:
Das weiß ich selbst nicht.

Leuchtturm:
Es waren 28 Tore. Als Stürmer hast du aber zusätzlich etwas geschafft, was recht selten vorkommt: Es gab nämlich etwas, was du öfters hattest als ein erzieltes Tor.

Doc:
Gelbe Karten.

Leuchtturm:
Genau! Michael Krätzer hat in seiner Karriere 29 Gelbe Karten bekommen. Warum?

Doc:
Die Freundschaft mit den Schiedsrichtern habe ich heute noch. Ich habe sehr hart gespielt. Ich war hart zum Gegner, die waren auch hart zu mir – ich habe allein 18 Operationen durch Fußball hinter mir. Euer jetziger Trainer ist ein guter Freund von mir, dem habe ich hier im Stadion den Knöchel gebrochen. Anschließend bin ich nach Schalke gefahren und habe ihn besucht.

Leuchtturm:
Böse Zungen behaupten, Michael Krätzer hätte nicht wenige Gelbe Karten bekommen, weil er nach Torerfolgen den Zaun am D-Block hoch geklettert sei.

Doc:
Nein, nie. Da wäre ich doch gar nicht hoch gekommen!

Leuchtturm:
Ein weiterer Spitzname von dir ist „Die Grätsche“. Kann man das so stehen lassen?

Doc:
Ja, das kann man so stehen lassen.

Leuchtturm:
Eine Kuriosität deiner Spielerkarriere ist die Vielzahl deiner Ein- und Auswechslungen. War das fehlender Kondition geschuldet oder der klassischen Schule?

Doc:
Ich bin niemand, der meutert. Fußball ist ein Mannschaftssport, das war auch immer so. Als wir zum Beispiel in der Bundesliga gespielt haben, habe ich das erste Tor in Leverkusen gemacht, da wurde ich eingewechselt. Dann wurde ich das nächste Heimspiel eingewechselt und habe das 1:0 gegen Kaiserslautern vorbereitet. Und irgendwann habe ich gesagt: „Peter, wie sieht es denn aus?“. Er meinte: „Das brauchst du nicht zu fragen, du wirst deine Chance noch kriegen.“

Leuchtturm:
Gehen wir mal in die 90er Jahre beim FC zurück. Die Erfolgsgeschichte in den frühen 90er-Jahren beginnt auch mit internationalen Spielen beim Intertoto-Cup 1991. Kannst du dich noch an irgendwelche namhafte Mannschaften erinnern?

Doc:
Bei Haifa waren wir. War auch ein schönes Erlebnis. Da haben wir bei denen ein Trainingslager gemacht. Saarbrücken hat das Heimrecht verkauft an Israel, das heißt wir haben dort zwei Mal gespielt und durften dafür dort Trainingslager machen. Dann haben wir dort 5:1 gewonnen. Das Schlimmste am Trainingslager war ja, dass da gerade der Golfkrieg vorbei war. Wir hatten im neunten Stock gewohnt - da wurden wir nachts wach, weil der Hof hell erleuchtet war. Wir fragten uns: „Was ist denn jetzt los?“ - da stand dann ein Kampfhubschrauber im Hof.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Erste Leseprobe zum neuen Heft (erscheint am 25.02.!)

Liebe FCS- und Leuchtturmanhänger,

mit großer Freude begegnen wir in diesen Tagen den letzten Produktionsschritten für die Jubiläumsausgabe des neuen Leuchtturms. Nachdem am 05. August 2011 letztmals das weltbeste Fan- und Satiremagazin über den Tresen ging, wird das "Kääseblättche zum FC" rund. Da ist es auch egal, ob es im Moment sportlich nicht rund läuft - wir feiern uns einfach selbst!

Ein erster Vorgeschmack auf das neue Heft, das am kommenden Samstag gegen den VfR Aalen verkauft wird, soll ein Ausschnitt aus dem Artikel "Die zehn größten Fehler des FCS" geben, in dem sich Carsten Pilger mit einigen Fauxpas der jüngeren FCS-Geschichte auseinandersetzt. Aber lest selbst:


Die zehn größten Fehler des FCS
von Carsten Pilger

1.) Der Weggang von Stefan Kühlein

Die Öffentlichkeitsarbeit ist seit Jahren eine große Schwachstelle des 1. FC Saarbrücken. Pressesprecher Dominique Rossi schaffte es etwa, die Schuld an der Entlassung Michael Henkes den Fans aufzubürden – was wohl eher keine Aufgabe eines Pressesprechers ist. 2008 wurde Ex-Saar-TV-Chefredakteur Stefan Kühlein, ebenfalls FDP-Mitglied und damit unter dem Verdacht der Abhängigkeit, neuer Pressesprecher des Vereins.

Kühlein schaffte es ungeachtet dessen, seine Aufgabe nicht nur ordentlich zu erledigen, sondern auch eine aktive Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit einzunehmen: Er ging freiwillig auf Fans zu, nahm an Online-Chats teil, organisierte Kooperationen des Vereins, etwa mit der Landesmedienanstalt und sorgte mit seiner Kenntnis der Presse für ein professionelles Auftreten des FCS. Über seinen Weggang in Richtung Bodensee gibt es viele Gerüchte, die andeuten, dass es innerhalb des Vereins Missgunst gegenüber des durchaus forschen Auftretens Kühleins gab. Die Pressearbeit ist seither wieder ein Problemkind des FCS.


2.) Die passive Rolle bei der Aufklärung der Rostock-Vorfälle

Eine Gerichtsverhandlung, die mit Bewährungsstrafen, Geldstrafen und Schmerzensgeld endete. Die Verurteilten: Vier ehemalige Ordner des 1. FC Saarbrücken. Das ist die Bilanz der Vorfälle, die sich vor der Zweitliga-Begegnung 1. FC Saarbrücken – Hansa Rostock 2005 zutrugen, fast vier Jahre brauchte es für ein Urteil. Damals war das Plakat „Gegen das Söldnerpack“, was nicht am Zaun der Virage Est hängen durfte, Auslöser für ein Angriff von Ordnern auf FCS-Fans.

Licht ins Dunkel brachte auch das Urteil nicht. Die Saarbrücker Zeitung kommentierte am 21. August 2009:
„Dazu meinte ein Verteidiger: Zeitweise habe es geheißen, der Vorstand des FC habe Anweisung gegeben, besagte Fans sofort rauszuwerfen. Das habe der Vorstand dementiert. Außerdem, so der Anwalt, habe es Beschimpfungen und Spucken in Richtung Ordner gegeben. Was die Fans bestreiten. Wie es genau war, das konnte am Ende offen bleiben.“

Der FCS-Vorstand um Hartmut Ostermann und Klaus Meiser vermied eine zu aktive Rolle bei der Aufklärung der Vorfälle, stattdessen ließ der Verein sogar zu, dass im offiziellen Vereinsforum des FCS kritische Beiträge zum damaligen Ordnungsdienst zensiert wurden.


3.) Die Verpflichtung von Wolfgang Loos

Gefeiert wurde die Neuverpflichtung von Wolfgang Loos Anfang 2007, als sei der Heilsbringer für einen Verein gekommen, der sich auf dem absteigenden Ast befand. Verhindern konnte er in der Position des Managers den sich abzeichnenden Abstieg in die Oberliga freilich nicht.
Als Trainer für den Wiederaufbau verpflichtete Loos Michael Krüger, einen alten Bekannten aus gemeinsamen Tagen bei Eintracht Braunschweig. Wo gerade eine zu große „French Connection“ unter dem Verdacht stand, zu großen Einfluss im Verein zu besitzen, war nun eine „Niedersachsen Connection“ am Werk. Spieler wie Denny Luft (Wolfsburg II) und Torsten Jülich (Braunschweig) enttäuschten, Enver Marina wurde zu Neunkirchen ziehen gelassen, da Loos lieber mit Pascal Formann plante.

Als sich der sportliche Misserfolg nach abenteuerlicher Kaderzusammenstellung abzeichnete, ging Krüger in den Sudan, Loos wurde nach einem Zerwürfnis mit dem Präsidium beurlaubt. Er kündigte an, Vereinsmitglied bleiben zu wollen und sich aktiv weiter einzubringen. Auf einer Mitgliederversammlung wurde er seither nicht gesichtet – aber es hätte ihn auch niemand vermisst.


Sieben weitere Fehler, die der FCS in der Vergangenheit begangen hat, werden im neuen Leuchtturm nachzulesen sein - also fleißig zugreifen!

Montag, 15. August 2011

Eine kritische Außenbetrachtung der Ultra-Bewegung

Wie immer, nachdem die Print-Ausgabe des Leuchtturms erschienen ist, stellen wir verschiedene Artikel aus der aktuellen Ausgabe online. Diesmal wollen wir euch einen Text aus Leuchtturm Nr. 9, der die Ultra-Bewegung kritisch unter die Lupe nimmt, nicht vorenthalten.
Dabei wird zum Beispiel auf das Gesangsgut oder das elitäre Auftreten der Ultra-Gruppierungen eingegangen. Außerdem wird der Aspekt "Gewalt im und um das Stadion" genauer beleuchtet.

Eine kritische Außenbetrachtung der Ultra-Bewegung
von Carsten Pilger

Wer sich als Außenstehender der Ultra-Bewegung nähert, muss sich vielen Vorwürfen ausgesetzt sehen: Er habe nicht den nötigen Einblick in Gesetzmäßigkeiten der Szene, er wolle Ultras die Daseinsberechtigung absprechen oder seine Begrifflichkeiten besäßen keine Tiefenschärfe. Das ist ein Problem der Debatte über die Ultras - Inhalte werden der Form oder der Absicht untergeordnet. Dieser Text soll keine Beschreibung, keine wissenschaftliche Auseinandersetzung sein, sondern ein Diskussionsanstoß.

Was stört viele „Normalos“ an heimischen Ultra-Gruppierungen?

1.) Gesangsgut

Die Lieder der Ultras haben einen speziellen Anspruch: Den der Originalität, die alte Lieder nicht mehr bieten können, weil sie in jedem Stadion gesungen werden und durch den Austausch von Vereinsnamen und Vereinsfarben schon seit den 70ern von jeder Szene verwendet wurden.
Das ist an sich noch kein Problem. Problematisch wird es, sobald innerhalb eines Liedes, das seit mehr als zehn Minuten am Stück gesungen wird, die Stimmen langsam verklingen und nur alle Ultras (und die, die sich für welche halten) am vermeintlich kreativeren Support festhalten.
Zunächst: Stimmung ist keine Bringschuld der Ultras gegenüber allen anderen Fans und der Mannschaft. Jeder kann die Initialzündung zur Anfeuerung geben, also auch diejenigen, die sich von den Ultras übertönt fühlen. Davon Gebrauch zu machen, wird allerdings oft dadurch erschwert, dass Ultras nur allzu oft die Impulse, die der Block liefert, scheinbar überhören. Das mag daran liegen, dass so mancher Liedtext nicht kreativ ist, wie es sich viele Ultras erhoffen - der Führungsanspruch auf dem Gebiet des Supports wiegt aber wohl noch stärker. Dabei ist gerade beim Anfeuern der Mannschaft, dem kreativen Moment des gesamten Fußballs, eine zu feste Hierarchie im Block tödlich für das Entstehen spontaner Gesänge. Bei allen Verdiensten, die sich Ultras in mühevoller Ausarbeitung von vielstrophigen Liedern gemacht haben: Wer meint, den Fan-Gesang im stillen Kämmerlein ausarbeiten und eins zu eins ins Stadion übertragen zu können, verkennt zwei Sachen, nämlich das Potenzial eines gefüllten Fanblocks und das Wesen der Fan-Gesänge.

2.) Elitäres Auftreten

Viele Fans fühlen sich durch das Auftreten von Ultras ausgegrenzt. Eigens angefertigte T-Shirts, Jogginghose und Bauchtasche sind keine Klischees, sondern die Uniform, in der viele - vor allem jüngere Ultras - das Wochenende gestalten. Bedingt durch Bilder, die von Fernsehen und Zeitung von „gewaltbereiten Fußballfans“ verbreitet werden, setzen sich bestimmte Vorurteile beim Betrachter dieser Aufmachung fest (zum Gewaltaspekt komme ich später). Das ist an und für sich normal und soziologisch bereits weit untersucht. Gruppen suchen sich gemeinsame Erkennungsmerkmale, um als Gemeinschaft stärker gefestigt zu sein. Und welcher Fanclub lässt nicht eigene T-Shirts mit dem Vereinswappen drucken?
Bei den Ultras kommt der Aspekt hinzu, dass es sich um eine Gruppe innerhalb der heterogenen Gruppe der Fußballfans handelt, die optisch im Zweifelsfall mehr Ähnlichkeiten mit den Ultra-Gruppierungen anderer Teams besitzt, als mit den Kutten oder Trikot-Fans der eigenen Mannschaft. An dieser Stelle kann man sich fragen, ob nicht das optische Auftreten mancher Jung-Ultras eher an der aktuellen Mode in deutschen Support-Blöcken orientiert ist, als an einer Huldigung der Mannschaft in den Farben des Vereins oder der Stadt. Wer nicht mit der Mode mitzieht, wird schon ein Stück weit ausgegrenzt. Auch diesen Mechanismus kennt man.
Hier ist es falsch, sowohl die eine, als auch die andere Seite zu verdammen. Jung-Ultras sollten sich des Öfteren fragen, ob sie nicht schon so herumlaufen, dass mit anderen Buttons an der Brusttasche genauso gut ein Ultra des Erzrivalen dieses Outfit verwenden könnte. Ebenso muss das Verständnis für Fans wachsen, die ihr Fan-Tum im althergebrachten Stil mit Trikot und Vereinsschal ausleben.
Die Fans in Trikot oder Kutte sollten sich allerdings ebenso fragen, ob sie nicht selbst manchmal den Umgang mit Leuten meiden, die anders als sie gekleidet sind. Ob F-Block-Gänger in zivil, D-Block-Kutte oder E-Block-Ultra: Alle sind FCS-Fans.

3.) Gewalt im und um das Stadion

An der Frage, ob Gewalt ein legitimes Mittel der Auseinandersetzung mit gegnerischen Fans oder der Polizei ist, scheiden sich die Geister. Tatsächlich wird die Debatte bislang aber nicht öffentlich geführt, was sich gut am Beispiel eines der führenden deutschen Ultra-Fanzines, „Blickfang Ultra“, zeigt: Schon diverse Male angekündigt, hat es die Diskussion über die Gewalt nicht als thematischer Schwerpunkt in eine der Ausgaben geschafft. Stattdessen lesen sich viele Berichte von Derbys weiterhin als reine Aufzählungen der Ereignisse des Wochenendes - wer die bessere Choreographie hat, wer lauter und durchgängiger gesungen hat und wer auf der Straße den Ton angab und mehr gegnerisches Material „zockte“.
Davon abgesehen, dass die Grenze zwischen jugendlichem „Fahnenklau“ wie in Ferienfreizeiten und gefährlichem Raub hier verwischt, ist die Haltung vieler Ultra-Gruppierungen fast schon bigott: In Kampagnen setzt man sich gegen die weitere Kriminalisierung aller Fußballfans ein, liefert aber Medien, Politik und Polizei ständig neue Gründe, Fußballfans unter einen permanenten Tatverdacht zu stellen. So gut die Argumente von Initiativen wie „Pyrotechnik legalisieren!“ auch sein mögen und so differenziert ihre Vertreter auftreten und beteuern, dass die Sicherheit durch einen sachgerechten Umgang mit Feuerwerkskörpern gewährleistet sei: Wer glaubt das schon, wenn diesselben Gruppen, die sich in der Kampagne engagieren, am Wochenende selbst die gewalttätige Auseinandersetzung mit dem Gegner suchen?
Letztlich leidet nicht nur das Image aller Fußballfans und damit ihre Glaubwürdigkeit sowie die Möglichkeit, via Öffentlichkeit politischen Druck auf Verband und Vereinsvorstände auszuüben. Es leidet vor allem die Akzeptanz unter vielen Fußballfans, die sich eben nicht als Ultras sehen. Dabei geht viel Potenzial verloren.
Eine offene und vor allem breite Debatte über Gewalt ist längst notwendig geworden. Durch viele überregionale Bündnisse und Fan-Initiativen bestehen die Diskussionskanäle längst.

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass niemand den Königsweg kennt, um die Ultra-Bewegung allen Fans nahe zu bringen. Ich selbst schon gar nicht. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass über offenere Diskussionen und eine selbstkritische Reflexion innerhalb der Ultra-Szene, nicht nur über den Auftritt vom letzten Wochenende, viel Akzeptanz geschaffen werden kann - auf beiden Seiten.

Sonntag, 31. Juli 2011

Leseprobe: Die Saison des Fanradios

Bereits im Leuchtturm #4 ließen wir das Fanradio des 1. FC Saarbrückens in Form von Moderator Rick einen Blick zurück auf eine Saison Oberliga werfen: Der Rickblick war geboren - die Redaktion stolz auf den schlechten Wortwitz. Die Regionalliga wurde in Windeseile übersprungen, weshalb im Leuchtturm #9 die 3. Liga ganz im Fokus des "Rickblick reloaded" steht. Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack.

Übrigens: Für das Fanradio kann man sich ab sofort auf der offiziellen Seite des FCS registrieren.


Rickblick reloaded
von Rick vom Fanradio

"Wisst's Ihr, woas uans am liabschdn woär?" Die Kellnerin in Burghausen war kaum zu verstehen. "Wenn's Ihr von Saarbücken uns morgen besieg'n daad. Foalls dann a andre Mannschaft Lizensbrobleme kriggt, dann däd'n mir drodzdem in da Liga blei'm - aber der Basler wär endlich weg". Fußballogik dieser Art sollten wir vom Fanradio-Team noch öfter zu hören bekommen, in Burghausen, am Vorabend des letzten FCS-Auswärtsspiels der Saison 2010/11. Nun, das Team um Jürgen Luginger tat den Bayern den Gefallen, siegte 4:3 und erlöste die Burghausener Fans vom offensichtlich ungeliebten Super-Mario...

Auch die letzte Mission der Saison war damit erfüllt. Ich durfte im Auftrag des FCS-Fanradios wieder einmal hautnah dabei sein - wie bei fast jedem FCS-Auftritt. Zu einer "goldenen Saison" reichte es 2010/11 aber nicht, denn zur Auftaktpartie in Offenbach bekamen meine Jungs und ich das erste Mal seit über drei Jahren keinen Sendeauftrag vom Verein. Was allerdings kein Problem war, denn wir konnten das Spiel ja wie alle anderen live am Fernseher erleben. Ein komisches Gefühl, unsere Kicker zwei mal 45 Minuten auf dem grünen Rasen zu sehen, ohne dabei Kopfhörer zu tragen. Und für mich das erste TV-Live-Spiel des FCS überhaupt.

Drei Mal in der Saison wäre ich, ehrlich gesagt, gar nicht so traurig gewesen, wenn uns eine Fahrt zu Gunsten einer TV-Übertragung erspart geblieben wäre - nämlich anlässlich unserer Gastspiele in Dresden, Rostock und Erfurt. Dass in Dresden nicht viel zu holen sein würde, erschien uns zu diesem Zeitpunkt ziemlich wahrscheinlich - und am Ende mussten wir dann auch mit einer verdienten 0:3-Niederlage im Gepäck die 650 Kilometer weite Heimreise antreten. In Rostock sah's am Ende nicht viel besser aus. Zwar spielte der FCS hier gut mit und verlor am Ende unglücklich "nur" 1:2 - doch die mangelnde Polizeipräsenz und die erschreckend hohe Zahl "erlebnisorientierter" Hanseaten an allen Ecken der städtischen Ausfallstraßen ließen unsere Abfahrt mit SB-Kennzeichen zu einem unschönen Spießrutenlauf werden. Zudem hatte das lokale Privatradio in Rostock vor dem Anpfiff reichlich Spott und Häme über die SB'ler ("Struller-Bubis") ausgeschüttet - und nur allzu gerne hätten wir diese Stichelei mit einem Sieg quittiert. Im Vergleich dazu war Erfurt schon fast wieder eine Erholung: Die Blau-Schwarzen fuhren cool, abgezockt und völlig unerwartet den dritten Sieg in Folge (2:1) ein, worauf sich die Thüringer, die hinter unseren Presseplätzen saßen, zu bedrohlichen Verbalattacken und zum Papierkügelchenschmeißen hinreißen ließen...

Mehr im neuen Leuchtturm, für den wir immer noch Helfer beim Verkauf suchen!

Montag, 25. Juli 2011

Leseprobe: Europapokal!

Heft Numero 9 steht in den Startlöchern - auch wenn wir selbst noch nicht ganz genau wissen, zu welchem der kommenden Heimspiele eserscheint. Kein Grund, jetzt noch keine Leseproben zu veröffentlichen. Leuchtturm-Redakteur Florian Kern gehörte zu knapp 43 mutigen FCS-Fans, die in der Testspielphase den Kanal durchschwammen, um auf der Insel den kleinen Sieg des 1. FC Saarbrücken im Europapokal zu feiern. Sein Reisebericht erscheint im kommenden Heft.


Europapokal in Bournemouth – Ein Erlebnisbericht
von Florian Kern

Waldalgesheim, Bad Breisig und Roßbach – so hießen unsere Gegner in naher Vergangenheit. Das Turnier in Bournemouth stellte für viele Fans eine erstmalige und einmalige Gelegenheit dar, mit dem Verein ins Ausland zu reisen. Einziges Problem für mich: die Terminierung. Klausuren, Stress – ihr wisst schon: das Studentenleben als Physiker. So kam es erst nach langer Überzeugungsarbeit dazu, dass sich einige Saarkasten und Koryphäen mit mir auf den Weg zur Insel machten.
Abfahrt
Ich kann von Glück sprechen, den Groundhopper und Märtyrer Horst Fried auf der Busfahrt in näherer Umgebung gehabt zu haben. Diesem sind einige Anekdoten dieses Berichts und viele unterhaltsame Momente geschuldet. Dies begann bereits früh mit einer Lehre in Sachen Flirten: Als sich eine gewisse Nadine bei Horst im Büro mit den Worten "Hallo, ich bin Nadine von Werbefirma XYZ." vorstellte, konterte Fried gekonnt mit einem "Und ich bin Horst Fried vom Saar-Amateur." So konnte er sie direkt um den Finger wickeln.
Als die Fahrt bei einigen Mitfahrern mit der Zeit etwas feuchtfröhlicher wurde und Horst Fried einen Schluck aus dem Flachmann ablehnte, gab er brisante Auszüge seiner Religionszugehörigkeit bekannt. "Bist du denn Moslem?" fragte man den ablehnenden Horst. "Nein, ich bin vom Saar-Amateur."
Tag 1
Genug zur Busfahrt, widmen wir uns England zu. Hat man sich erstmals an Linksverkehr und die Geschwindigkeitsbegrenzung in Meilen pro Stunde gewöhnt, so kann man sich Gedanken darüber machen, wie man einen Engländer anstandsgemäß begrüßt. Da mein Englisch zu wünschen übrig lässt, wusste ich erneut in Horst Fried einen Ansprechpartner auf diese Frage. Wieder glänzte unser Kartenleser Fried mit einer passenden Antwort. "Engländer begrüßen wir immer mit F*ck you!, und wenns 'ne Frau ist mit Show your tits!" Na dann: Hello and Good Morning!
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit führte uns die Reise direkt zum Stadion. Im stadionintegrierten Fanshop deckte sich die Busbesatzung neben den üblichen Fanartikeln mit einem Heimtrikot für 10 Pfund (12 Euro) oder einem Auswärtstrikot für 5 Pfund ein. An der Größe des Fanladens, der Qualität der Artikel und den Preisen können wir uns ein großes Beispiel nehmen.
Da die Stadiontore noch geschlossen waren, sichtigte die Nudelsalat-Reisegruppe auch die Stadionkneipe nebenan. Auch hier ein ungewohntes Bild für alle Saarbrücker. Große Räumlichkeiten, eine riesige Theke, zwei Billardtische und viele Bilder der AFC-Geschichte. Wer sich hier ein Bier bestellte, musste zunächst aus fünf Sorten auswählen (Grüße an alle Teilnehmer der Bierdiskusion!) und wunderte sich anschließend über die Größe seines Bieres. Die klassische Größe in England ist nämlich das "Pint" – ein Glas mit 700 Millilitern Inhalt.
Ab ins Stadion, welches auch seine englischen Eigenheiten hat: In erster Linie dreht es sich hier um die durchgehenden Sitzschalen im Stadion: Stehplätze sind Fehlanzeige. Dies ist wohl neben der "englischen Tradition" auch einer der Gründe, warum man in Bournemouth keinen durchgehenden Support finden – im gesamten Verlauf sind nur vereinzelte Sprechgesänge zu hören.
Doch auch weitere Besonderheiten musste ein Mitfahrer bereits nach Eintritt des Stadions erkennen, als er sich eine Zigarette anzünden wollte. Ein Ordner kam im Eiltempo auf uns zu und erklärte uns die "anderen Regeln" im Stadion, wozu auch das absolute Rauchverbot gehört. Rauchen ist ausschließlich außerhalb des Stadions in engen, eingegrenzten Raucherzonen erlaubt. Doch auch diejenigen, die ein Bierchen beim Spiel trinken wollen, haben ihre Probleme: So ist der Genuss von Alkohol nur in den "Zonen" im Getränkebereich unter der Tribüne gestattet.
Fortsetzung folgt.

Samstag, 30. April 2011

Leseprobe: Mehr Saartiere im Heft!

In genau einer Woche erscheint die neue Ausgabe des Leuchtturms, des einzigen abendfüllenden FCS-Fanmagazins. Wir sind aber noch viel mehr: Nicht ein einfaches Satire-Heft, sondern ein Heft mit Saartiere, der von unserem Redakteur Jochen Klein entworfenen Comic-Reihe, die in gewohnter Manier auf die Alltagsprobleme des FCS eingeht. Früher noch im Netz und in Farbe, heute in Print und daher schwarz-weiß, aber stets aktuell. Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf die neue Folge:

Fortsetzung in Heft Nr. 8!

Sonntag, 24. April 2011

Leseprobe: Hopping in Thailand

Wir wünschen allen Leuchtturm-Leserinnen und -Lesern ein frohes Osterfest! Als kleines Osterei und als Appetitanreger vor der kommenden Ausgabe Nr. 8 gibt es am Ostersonntag eine kleine Leseprobe auf unseren Seiten: FCS-Fan Matze erzählt uns von seinem Trip zum thailändischen Erstliga-Fußball. Den vollständigen Artikel gibt es zum Heimspiel gegen Babelsberg im neuen Heft.

Thailand-Trip von Matze

In Bangkok schließt sich der Kreis unserer kleinen Südostasien-Rundreise. Wir beziehen das gleiche vergammelte Guesthouse wie zum Start, und Jens und Matze gehen erst einmal Burgern beim King. Benne hat mit einem Taxifahrer das Erstliga-Spiel Bangkok United gegen den Police FC ausgecheckt. Da wir mittlerweile genug Paläste, Tempel und Buddhas gesehen haben, sind wir froh, endlich wieder Fußball sehen zu können. Bevor es zum Spiel der Thai Premier League geht, lassen wir uns aber bei einer anderthalbstündigen Thaimassage wiederbeleben. Ganz seriös natürlich. Ohne Happy End!
Ein Taxi bringt uns für 200 Baht zum Thai-Japanese Stadium, einem Leichtathletik-Sportplatz mit zwei Tribünen und Platz für etwa 10000 Zuschauer. Rund 700 sind gekommen, um das Spiel des Tabellenletzten (16.) United gegen den Polizeiverein (12.) zu sehen.

Wir decken uns am Fanstand mit Souvenirs ein: 10 Euro für ein Originaltrikot. Ein Schnäppchen. Noch dazu sind wir jetzt wohl die größere Attraktion als das Fußballspiel. Wir werden fotografiert und vom United TV-gefilmt. Als wir die Tribüne entern, gehen reihenweise die Daumen hoch für die drei bleichgesichtigen Saarländer in ihren grünen Trikots. Zwei Pressevertreter fragen uns kopfschüttelnd, wie wir denn auf die Idee kämen, uns mit Trikots des Tabellenletzten in der Öffentlichkeit zu zeigen? „Naja, support your local Team“, antworten die Globetrotter unisono und ernten ein ungläubiges: „Ah, ok!“ Es folgt das Übliche: Where are you from? – Germany. – Ah, bayern munich, Schweini. – Yes, yes, good, good. Wir sind als Saarbrücken-Fans leicht genervt über das ewige Bayern Munich-Gelaber.

Schließlich will einer der Beiden – der eine trägt ein Liverpool- der andere ein LA Galaxy-Trikot – sogar Benne seinen Presseausweis überlassen. Wir geben uns aber erstmal mit drei Wasser zufrieden und verabreden uns zum Fototermin nach dem Spiel.

Wir klettern über die Beine von ein paar lustlosen Rekonvaleszenten im Vereinsanzug und drücken uns an den kommenden afrikanischen Stars der Thai-League vorbei. Schließlich finden wir ein Plätzchen neben einem Haufen von etwa 80 United-Fans, die sich alle Mühe geben, 90 Minuten Stimmung zu machen. Was bei dem Spiel, das nun kommen soll, eine wirklich respektable Leistung ist

Mehr gibt es im neuen Heft!

Samstag, 11. Dezember 2010

Leseprobe 1: Ein Weihnachtsgedicht

Ausgabe Nr. 8 steht in den Startlöchern und seit gestern ist zumindest bekannt, dass die Erscheinung eben dieses Heftes noch für die Weihnachtszeit 2010 geplant ist. Passend zu jener besinnlicher Zeit gibt es heute einen kleinen Vorgeschmack im festlichen Gewand: Unser Gedicht "Knecht Reinhard", abgekupfert bei einem Klassiker.

Knecht Reinhard
von Steodor Thorm

Von drauß vom Stadion komm' ich her,
ich muss Euch sagen: Dort friert sehr.
Allüberall hat man's kalt im Sitzen,
das wissen auch die Stadtratsfritzen.
Und droben gleich beim Marathontor,
stach mit großem Bauche der Hartmut hervor;
Und wie ich so strolcht' in Richtung Ausgang,
Da rief er mich mit lauter Stimme an:
"Reinhard", rief er, "Sei nicht so schnell!
Hab ein Hühnchen zu rupfen, alter Gesell!
Das Stadion fängt zu altern an,
meine Geldkasse ist aufgetan,
und für meine Gelder sollen nun
die von der Stadt nicht länger ruhn;
Ich will nicht länger den Verfall,
und morgen flieg ich nach Portugal."
Ich sprach: "O lieber Hauptsponsor,
es steht doch kurz bevor;
ich muss nur noch zur Stadt,
das Land schon zugesagt hat!"
- "Hast denn die Wähler hinter Dir?"
Ich sprach: "Die hab ich hinter mir!
Denn die Zusage vom Stadionherrn
hörten unsere Mitglieder gern."
- "Hast auch den Borgard durchbekommen?"
Ich sprach: "Der wurde angenommen!
Das lief alles glatt und im Rechten,
beschwert haben sich nur die Schlechten!"
Hartmut sprach: "So ist es recht;
so geh mit Horst, mein treuer Knecht!"

Von drauß von der Stadt komm' ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun versprech ich euch, was auch hält:
Es gibt viel Geld, für's Stadion Geld!

Dienstag, 10. August 2010

FCS-Kult 3 - Die Kult-Gesänge


Für alle, die es beim Heimspiel gegen Braunschweig verpasst haben, einen Leuchtturm für einen Euro zu kaufen, wollen wir hier nun einen Text aus der aktuellen Ausgabe veröffentlichen.
Unser Redakteur Carsten beschäftigte sich mit einem Stück Fußballkultur, das genauso zu dem Ballsport gehört wie etwa die 22 Akteure auf dem Rasen - die Fangesänge.


Wie wir in dem zweiten Teil der Kult-Reihe bereits gelernt haben, bedeutet "Kult" im eigentlichen Sinne das Anbeten eines bestimmten Objekts. Das Objekt, in unserem Falle der FCS, wird aber nicht vorwiegend durch stille Gebete oder inniges und demütiges Schweigen angebetet. Im Stadion geschieht dies vor allem mit Fangesängen, denen wir uns heute widmen wollen.

Fangesänge eroberten seit etwa den 1970er Jahren die deutschen Stadien. Dabei gab es sie in anderen Ländern schon weit vorher. Als bei der WM 1958 in Schweden enthusiastische, schwedische Zuschauer ihre Landesflagge schwenkten und dabei "Heja, Heja Sverige" sangen, während auf dem Platz ein besseres schwedisches Team die deutsche Nationalelf besiegte, wurde das als Frevelei ohnegleichen wahrgenommen. Deutschte Journalisten, vor allem noch nationalsozialistisch gesinnte, ließen sich in Kommentaren über das "mittelmäßige Volk, dem man das Schnapstrinken verbieten muss, weil es sonst zu einem Volk von maßlosen Säufern würde" aus, eine antischwedische Welle folgte. Lediglich der Kicker erkannte bereits damals, wie kleinkariert es ist, wenn man sportliches Versagen auf Anfeuerungen der Zuschauer zurückführt.

Eine Ironie der Geschichte ist vielleicht, dass einer der ersten richtigen Kult-Gesänge beim 1. FC Saarbrücken "Heja, Heja FCS!" lautete. Nach dieser Anfeuerung wurde sogar eine Vereinschronik in den 70ern benannt. Noch heute gibt es vereinzelte Versuche, ein gepflegtes "Heja, Heja FCS!" anzustimmen, aber meist bleiben diese ohne nachhaltige Wirkung.

Wie dieser Gesang seinen Ursprung bei einer anderen Mannschaft hat, so wurde in den Anfangsjahren der Fangesänge auch mehr als nur einmal kopiert. Noch heute gibt es einen Grundstock an Melodien und Satzbausteinen, bei denen einfach nur "Saarbrücken" oder "FCS" eingesetzt wird. Dazu gehören der "FC-Walzer", "Auf geht's Saarbrücken, schieß ein Tor!", "Oh FC, wir sind da...", "Wir woll'n Saarbrücken siegen seh'n!" oder das populäre "Steht auf, wenn Ihr Saarbrücker seid!". Diese Gesänge werden zwar oft gesungen, gibt es im Grunde aber fast überall so zu hören. Selbiges gilt für das "Hundelied", was sich in Saarbrücken einer Hass-Liebe erfreut und eher von Kutten-Fans, als von Ultras mitgesungen wird.

Unter diesen einheitlichen Gesängen gibt es aber auch einige, die durchaus den Witz besitzen, den vor allem der englische Fangesang kennzeichnet. Dazu gehören "Wir schlafen nicht auf Betten! Wir schlafen nicht auf Stroh! Wir schlafen auf Palletten, das ist im Saarland so!" oder "Kniet nieder, Ihr Bauern, Saarbrücken ist zu Gast!". Letzteres ist unfreiwillig komisch, da es sowohl in der Oberliga in Bad Breisig, als auch in der 2. Liga in Essen oder Duisburg Anwendung fand. Dafür erfreuen sich auch diese Gesänge wechselhafter Beliebtheit.

Oft sind es Generationswechsel oder Wechsel innerhalb der Fan-Struktur, die zum Verschwinden oder Aufkommen einzelner Gesänge beitragen. Als sich 2005 der Schritt zur Gründung der Virage Est im E-Block vollzog, taten sich viele neue Anfeuerungsrufe auf. Dabei erwiesen sich vor allem die Boys Saarbrücken als prägend und entwarfen eine Fülle von richtigen, mehrstrophigen Liedern. Was von Teilen der Fanszene als "einschläfernder Sing-Sang" verspottet wird, besitzt dabei durchaus Qualität. Mit "1. FC Saarbrücken, spürst Du unser'n Wind im Rücken..." geht ein stadionweiter Gassenhauer auf das Konto der Boys. "Oh Du schönster Club der Welt, die Liebe, die ein Leben hält..." ist dagegen wohl eine der schönsten Liebeserklärungen an Verein und Mannschaft.

Fragt jemand mich nach meinem Lieblingsgesang, so lautet die Antwort jedoch: "Aux armes!". Zwar ist es kontrovers, ob französischsprachiges Gesang-Gut einen zu großen Platz im Stadion hat, aber Tatsachen sind nun mal die Nähe zu Frankreich und die mehr als zwölfjährige Freundschaft zwischen Fans aus Saarbrücken und Nancy. Im Gegensatz zu anderen deutschen Vereinen gibt es also sehr wohl Anlass, im Wechselgesang "an die Waffen" zu fordern. Selbst Marc Lerandy stimmte "Aux armes!" nach dem Aufstieg in Bonn an, was die hohe Popularität noch einmal unterstreicht. Vielleicht sind es die Wechselgesänge, die am ehesten dem Gedanken der Anbetung entsprechen.

Von den deutschsprachigen Fangesängen sind übrigens zwei Anti-Gesänge meine Favoriten: "FKP, FCK, 05er aus Mainz, Trier und Wormatia, wir hassen Rheinland-Pfalz" und "Erich war ein Saarländer!". Nicht, dass ich Rheinland-Pfalz hassen würde (ich kenne mindestens so viele sympathische Leute von dort, wie unsympathische Saarländer) oder ich den Wiebelskircher Bergmannssohn Erich Honecker glorifizieren will. Aber es klingt einfach melodisch und hat Witz. Zwei Eigenschaften, die auf die besseren unter den Kult-Gesängen entfallen. Auch wenn sie letztlich nur das eigene Anbetungs-Objekt durch die (augendzwinkernde) Abwertung anderer unterstützen.

von Carsten Pilger

Freitag, 30. Juli 2010

Appetitmacher #3


Wie bei allen vorangegangenen Ausgaben auch, möchten wir Euch eine dritte Leseprobe zum siebten Leuchtturm - der am morgigen Samstag erscheint (Genaueres am Ende des Beitrags) - nicht vorenthalten. Diesmal hat sich unser Redakteur Christian kritische Gedanken zu der Mitgliederversammlung gemacht, die beim FCS natürlich schon immer ein streitwürdiges Thema war.

Kann sich noch jemand daran erinnern, wann eigentlich die letzte Mitgliederversammlung (MV) des 1. FCS stattgefunden hat? Lange ist es her, nämlich mehr als ein Jahr und vier Monate. Am 30. März 2009 lud der FCS das letzte Mal seine Mitglieder ein, um ihnen die Planung für den Aufstieg aus der Oberliga vorzustellen, wie sich das Gehaltsgefüge der Spieler zusammensetzt und mit welchem Etat für die Saison 2009/2010 gerechnet werden kann. Weiterhin wurde leise erwähnt, dass nach langjährigen Pannen bei der Einberufung der MV nun endlich auf Kontinuität gebaut wird und satzungsgemäß „regelmäßig“ eine MV stattfinden soll.

Da ich die Satzung des 1. FCS nun lesen wollte, um mich über den genauen Wortlaut zu vergewissern, ist mir gleich das erste Manko aufgefallen: Sie ist nirgends zu finden! Ich habe jede Rubrik auf der Vereinsseite durchforstet. Entweder war sie zu versteckt oder es gibt sie wirklich nicht öffentlich. Dank einem Artikel auf sr-online.de vom 09.05.2007 bin ich auf folgende Zeile gestoßen:

„In der Satzung des 1. FC Saarbrücken ist die Rede davon, dass der Verein mindestens einmal im Jahr eine ordentliche Mitgliederversammlung einberufen muss (§ 11.1).“

Bezieht man sich auf die Vereinssatzung des 1. FC Saarbrücken, so muss bis spätestens Dezember 2010 eine weitere MV einberufen werden. Notwendig wird sie aus zweierlei Hinsicht: Die letzte MV gab es 2009 und laut Vereinssatzung § 11.1 muss spätestens sechs Monate nach Schluss des Geschäftsjahres eine Mitgliederversammlung einberufen werden. Da am 30.06.2010 das Geschäftsjahr beendet wurde, bleibt dem FCS dazu noch bis zum 30.12.2010 Zeit.


Der Leuchtturm wird zu dem üblichen Preis von einem Euro an allen Eingängen des Ludwigsparks (ausgeschlossen ist der C-Block) erhältlich sein. Sollten die vorhandenen Exemplare nicht bereits vergriffen sein, kann das Fanzine bis kurz vor dem Anstoß erworben werden.

Sonntag, 25. Juli 2010

Leseprobe: Kult-Fangesänge

Wie im Laufe der Woche bekannt wurde, geht der Leuchtturm zur (richtigen) Zeitung und wird somit ein Stück weit erwachsener - oder auch nicht. Unsere Themen bleiben nämlich weiter breit gefächert und sollen nicht nur das Sportliche, sondern auch das "Drumherum" des Fußballs abdecken. In der bald erscheinenden Ausgabe Nr. 8 hat Carsten Pilger im dritten Teil der Reihe "FCS-Kult" sich mit dem Phänomen der Fangesänge befasst.

Fangesänge eroberten seit etwa den 1970er Jahren die deutschen Stadien. Dabei gab es sie in anderen Ländern schon weit vorher. Als bei der WM 1958 in Schweden enthusiastische, schwedische Zuschauer ihre Landesflagge schwenkten und dabei "Heja, Heja Sverige" sangen, während auf dem Platz ein besseres schwedisches Team die deutsche Nationalelf besiegte, wurde das als Frevelei ohnesgleichen wahrgenommen. Deutsche Journalisten, vor allem noch nationalsozialistisch gesinnte, ließen sich in Kommentaren über das "mittelmäßigen Volk, dem man das Schnapstrinken verbieten muss, weil es sonst zu einem Volk von maßlosen Säufern würde" aus, eine antischwedische Welle folgte. Lediglich der Kicker erkannte bereits damals, wie kleinkariert es ist, wenn man sportliches Versagen auf Anfeuerungen der Zuschauer zurückführt.

Eine Ironie der Geschichte ist vielleicht, dass einer der ersten richtigen Kult-Gesänge beim 1. FC Saarbrücken "Heja, Heja FCS!" lautete. Nach dieser Anfeuerung wurde sogar eine Vereinschronik in den 70ern benannt. Noch heute gibt es vereinzelte Versuche, ein gepflegtes "Heja, Heja FCS!" anzustimmen, aber meist bleiben diese ohne nachhaltige Wirkung.

Wie dieser Gesang seinen Ursprung bei einer anderen Mannschaft hat, so wurde in den Anfangsjahren der Fangesänge auch mehr als nur einmal kopiert. Noch heute gibt es einen Grundstock an Melodien und Satzbausteinen, bei denen einfach nur "Saarbrücken" oder "FCS" eingesetzt wird. Dazu gehören der "FC-Walzer", "Auf geht's Saarbrücken, schieß ein Tor!", "Oh FC, wir sind da...", "Wir woll'n Saarbrücken siegen seh'n!" oder das populäre "Steht auf, wenn Ihr Saarbrücker seid!". Diese Gesänge werden zwar oft gesungen, gibt es im Grunde aber fast überall so zu hören. Selbiges gilt für das "Hundelied", was sich in Saarbrücken einer Hass-Liebe erfreut und eher von Kutten-Fans, als von Ultras mitgesungen wird.

Unter diesen einheitlichen Gesängen gibt es aber auch einige, die durchaus den Witz besitzen, den vor allem der englische Fangesang kennzeichnet. Dazu gehören "Wir schlafen nicht auf Betten! Wir schlafen nicht auf Stroh! Wir schlafen auf Paletten, das ist im Saarland so!" oder "Kniet nieder, Ihr Bauern, Saarbrücken ist zu Gast!". Letzteres ist unfreiwillig komisch, da es sowohl in der Oberliga in Bad Breisig, als auch in der 2. Liga in Essen oder Duisburg Anwendung fand. Dafür erfreuen sich auch diese Gesänge wechselhafter Beliebtheit.


Mehr zu den Fangesängen gibt es im Leuchtturm #7!

Samstag, 17. Juli 2010

Leseprobe: Vorrunde 2010/11


Der Leuchtturm meldet sich nach einer nicht ganz so langen Sommerpause mit neuem Lesestoff zurück! Zum Auftakt unserer altbekannter Leseproben für Heft Nr. 7 gibt es einen satirischen Vorrundenausblick von Jochen, der natürlich nicht ganz zu ernst zu nehmen ist. Es sei denn, er trifft ein:

Der Leuchtturm hat die mysthische Leuchtturm-Glühbirne zur neuen Saison befragt. Und hier ist sie auch schon, die ultimative, garantiert genau so zutreffende, unzweifelhaft geniale Prognose zur FCS- Hinrunde der Saison 2010/2011:


1.Spieltag

Kickers Offenbach - 1. FC Saarbrücken

Gegen den Vorjahressiebten entwickelt sich das live in SR und HR übertragene Spiel zu einer anfänglich hart umkämpften Partie, die die Kickers schließlich etwas zu hoch mit 3-0 gewinnen. In Erinnerung an die letztjährige 0-6 Anfangspleite und den weiteren Saisonverlauf, reden in Saarbrücken die ersten Fans bereits vom zweiten Durchmarsch.


2.Spieltag

1.FC Saarbrücken - Eintracht Braunschweig

7.500 Zuschauer wollen das Duell der beiden Traditionsmannschaften sehen, das mit 20 minütiger Verspätung angepfiffen wird, weil einige ältere Herrschaften vom Bier-Sponsoren- und dem damit einhergehenden Tribünennamenwechsel noch nichts mitbekommen haben. Der FCS erkämpft durch ein Tor von Markus Fuchs ein leistungsgerechtes 1-1.


3.Spieltag

Carl Zeiss Jena - 1. FC Saarbrücken

2-0 im Ernst-Abbe-Sportfeld für den FCS! Den ersten Sieg der noch jungen Saison fahren die Luginger Schützlinge vor 150 mitgereisten Fans nach Toren von Pisano und Weißmann ein. Grgic sichert sich durch seine Vorlage zum 1-0 den ersten Scorerpunkt.


4.Spieltag

1.FC Saarbrücken – 1. FC Heidenheim

Am Rande des vierten Spieltages kommt es erneut zu Stadiondiskussionen. Die Universität des Saarlandes kündigt für das kommende Wintersemester ein literaturwissenschaftliches Seminar mit dem Titel: „Postmoderne Märchen: Der Saarbrücker Stadionbau“ an. Zur Pflichtlektüre gehören transkribierte Reden der letzten FCS-Mitgliederversammlungen.

Das Spiel endet mit einem 0-2. Bitter.


5.Spieltag

Dynamo Dresden – 1. FC Saarbrücken

Fußballdeutschland wird von einem erneuten Wettskandal erschüttert. Am Rande des 5. Spieltages stellt sich heraus, dass Psycho-Oktopus Paul mehrfach im Berliner „Café King“ gesichtet wurde und hohe Beträge auf den Ausgang der deutschen WM-Begegnungen gesetzt hat. Kurz darauf wird ein von dem achtarmigen Wesen perfide betriebenes Betrugsnetzwerk entdeckt. Der FCS gewinnt gegen notorisch heimschwache Dresdner mit 3-0. Hinschberger sagt, die Mannschaft habe Dresden in Schutt und Asche gelegt. Später entschuldigt er sich ausdrücklich für diese Äußerung.


6.Spieltag

1.FC Saarbrücken – VFB Stuttgart II

Die erste Begegnung gegen eine zweite Mannschaft in der neuen Saison gerät zur Nebensache. Der FCK gewinnt sein Heimspiel sensationell gegen WM-müde Bayern Spieler, die regionalen Medien überbieten sich mit Spielberichten und Hintergrundinfos. Auch auf ludwigspark.de wird die weiterhin andauernde Bierdiskussion zu Gunsten einer FCK-Diskussion aufgegeben. Das FCS-Ergebnis ? Interessiert an diesem Spieltag eh Niemanden.


7. Spieltag

1. FC Saarbrücken – SV Sandhausen

2-2 nach zweimaligem Rückstand. Ein erster Trend zeichnet sich ab, und der zeigt nicht unbedingt nach ganz oben . Im Stadion ist das Bier schon zur Halbzeit leer. Notorische Dauernörgler fordern Karlsberg zurück. Die Saarbrücker Brauerei „Bruch“ springt blitzschnell ein und ab der 75. Minute fließt der Gerstensaft wieder. Gerüchten zu Folge soll Bruch die Namensrechte am Ludwigspark erworben haben. Glaubt man den die Runde machenden Witzen, spielt der FCS zukünftig in der „Bruch-Bude“.



Die komplette Voraussage gibt es in Heft 7!

Sonntag, 25. April 2010

Stephan Fröhlich steht dem Leuchtturm Rede und Antwort!

Nicht mehr lange müssen Sie sich bis zur Neuerscheinung des sechsten Leuchtturms gedulden - am kommenden Sonntag zum Spiel gegen Düsseldorf erscheint er! Bis dahin halten wir Sie mit folgendem Ausschnitt fit, den Sie dann auch im Heft nachlesen können:

Nach der 0:1-Niederlage der FCS-Frauen unterhielt sich Florian Kern mit Stephan Fröhlich, dem Trainer der Bundesligamannschaft. Was dabei herausgekommen ist, sehen Sie hier:

Leuchtturm: Wie erklären Sie sich die Auftritte Ihrer Mannschaft bei den Spielen gegen TB Berlin (3:1) und in Freiburg (0:1), wo man so große Leistungsunterschiede sah?

Fröhlich: Das ist eine sehr berechtigte Frage. Meiner Ansicht nach hatte die Mannschaft sehr viel Positives im Handgepäck – sprich: den hochverdienten Sieg gegen Berlin und trotz der Niederlage gegen den 1.FFC Frankfurt nahm man auch dort sehr viel Positives mit. Das Spiel in Freiburg war sicherlich eine recht emotions- und blutleere Vorstellung. Es darf uns nicht mehr passieren, dass ein Großteil der Mannschaft nicht auf dem Platz präsent ist – vor allem wenn es am Schluss um die „Big Points“ der Liga geht. Wir hätten uns eine entspannte Situation schaffen können, haben aber Spannung erzeugt und jetzt hoffen wir damit positiv umgehen zu können. Es sind weiterhin drei Punkte Vorsprung auf den ersten Absteiger und nur zwei Punkte nach vorne, also hat sich an der Grundsituation nichts großartiges geändert. Ärgerlich ist es sicherlich, dass wir den Sprung in die Sicherheit nicht gepackt haben.

Leuchtturm: Wo wir gerade beim Thema „Klassenerhalt“ sind: Gibt es in der laufenden Saison noch weitere Ziele außer dem zehnten Tabellenplatz, der zum Klassenerhalt berechtigt und wie sehen Sie die Chancen, die Klasse endgültig zu halten?
Fröhlich: Weitere Ziele gibt es nicht, das Ziel war von Anfang an, die Klasse zu halten. Wenn wir unter unseren Startbedingungen, den Klassenerhalt schaffen, ist das sicherlich wie eine Meisterschaft anzusehen für den 1.FC Saarbrücken. Dafür haben wir uns eine beachtliche Situation erarbeitet. Auch individuell haben sich unsere Spielerinnen verbessert – technisch, vor allem aber auch taktisch. Die Spielerinnen konnten Bundesliga-Luft atmen und dadurch ihre Akzente setzen. Der Fokus ist jetzt auf die letzten sieben Spiele zu setzen und darauf zu achten, dass man wirklich am Schluss vor den Abstiegsrängen steht.


Das komplette Interview gibt es am Sonntag im Leuchtturm!

Dienstag, 20. April 2010

Zweite Leseprobe zu Heft Sechs

In nichtmals mehr zwei Wochen können bzw. werden Sie bereits die sechste Ausgabe unseres Leuchtturms in Händen halten und wohl bereits darin geblättert haben. Bis dorthin wollen wir Ihnen allerdings bereits die gewohnten Appetithäppchen anbieten. In der heutigen Leseprobe berichtet Christian Bost über die Medienpräsenz unseres 1.FC Saarbrücken und zeigt hier einige Verbesserungsmöglichkeiten auf. Der folgende Ausschnitt befasst sich mit dem Thema "Werbung":

--- von Christian Bost ---


Homepage
Ist es möglich, dass dort über eine ganze Woche keine einzige Meldung erfolgt? Auch wenn man nicht unbedingt an Heiligabend oder dem 1. und 2. Weihnachtsfeiertag eine neue Meldung erwartet, sollte sich etwas überlegt werden, wie diese lange und öde Winterpause gefüllt werden kann. Bundesligavereine, z.B. Borussia Dortmund, haben jeden Tag News auf ihrer Seite, auch wenn sie gar nicht mal so neu sind. Die Idee ist simple, dennoch innovativ und jeder Interessierte hat was zum Lesen. Der BVB hat das Winterloch auf der Homepage mit Jahresrückblicken gefüllt. Jeden Tag kann man aufs Neue zurückblicken und die Erinnerungen aufleben lassen.

Werbung
Interessiert man sich nicht besonders für den FCS, bekommt man eigentlich auch gar nicht mit was um ihn herum passiert. Ist es dem Verein zuzuschreiben zuwenig in PR-Arbeit zu investieren? Die Frage kann zum Teil mit „ja“ beantwortet werden. Erinnert man sich noch an frühere Zeiten, so sind einem alte Plakate im Kopf, die in Saarbrücken an jedem Baum aufgehängt wurden um auf das nächste Heimspiel hinzuweisen. Auf diese Weise könnte das Interesse der Zuschauer geweckt werden, indem auf dem Plakat nicht nur langweilig geschrieben steht „nächstes Heimspiel gegen Eintracht Trier...“, sondern Bezug auf historische Ergebnisse genommen wird. Jeder der dabei war, erinnert sich an das 1:1 im Mai 2005, als Trier am letzten Spieltag der 2. Liga bei uns zu Hause abgestiegen ist. Fast 23.000 Zuschauer bejubelten dieses Remis, was sich wie ein Sieg anfühlte. Werden diese Gefühle bei so manchem FCS müden Fan wieder belebt, rafft er sich evtl. auf und kommt wieder in den Park.
Die Fortsetzung folgt wie gewohnt in Leuchtturm Nummer 6, der am 02.Mai erscheint.

Montag, 12. April 2010

Wir werden vergesslich - Leseprobe 1

Am Samstag war Redaktionsschluss, seit gestern wird mit Hochdruck am Layout gearbeitet. Die Rede ist von der sechsten Ausgabe unseres Fan- und Satiremagazins, das noch in dieser Saison erscheinen wird. Als ersten Vorgeschmack auf das neue Heft gibt es heute die erste Leseprobe, zu der es eine kleine Vorgeschichte gibt.

Eigentlich war unser "Best of A-Block" schon für die letzte Ausgabe eingeplant - allerdings vergaß dann der zuständige Redakteur, in diesem Falle ich selbst, den Artikel an den Layouter weiterzugeben. Dieser schrieb schon munter den Hinweis "Best of A-Block" auf das Titelblatt. Schon bei Ausgabe 4 der Artikel "FCS-Kult: Die Kultreden" fehlte, obwohl er auf dem Cover prangte. Und so schließt sich der Kreis, als ich heute morgen merkte, dass schon wieder ein Artikel unauffindbar war. Dieses Mal allerdings noch rechtzeitig.

Viel Spaß wünschen wir beim Lesen unserer ersten kleinen Kostprobe.

Best of A-Block

Der A-Block, Domizil am Marathontor, wird oftmals als die Grenze zwischen "Genie und Wahnsinn" im Ludwigspark angesehen. Dass vor allem die Zwischenrufe während des Spiels in ihrer Kreativität höchstens von der Vortribüne Konkurrenz bekommen, hat Jochen Klein akribisch die besten Zitate gesammelt und aufgeschrieben. Eine Hommage an die Dauernörgler.

Aus dem Spiel gegen den FCK:

"Nummer 19 geh hemm! Und hol die 14 gleich mit !"

"Du bischt doch hier de Hahn im Korb. Unn aus dir soll mol e Stier wärre !?"
(Irgendwie missglückter Versuch einer Schiedsrichterbeleidigung)

"Zieh doch mol ab!"
(Aufforderung an Nico Weißmann, der den Ball gerade auf Höhe der Mittellinie erkämpft hatte.)

"Komm, mach e Hattrick!"
(Ausgerufen mit leicht sarkastischem Unterton zum beim Spielstand von 0-3 eingewechselten Marcel Schug)

"Heeren uff mit der Rumhüpferei , ihr Franzose!"
(Ratschlag nachdem zum wiederholten Male ein Kopfballduell verloren ging)


Mehr davon gibt es im A-Block und im neuen Leuchtturm!

Dienstag, 8. Dezember 2009

Leseprobe 3: Luftschlösser

Der 1. FC Saarbrücken ist zum zweiten Mal in Folge Herbstmeister geworden, alles scheint perfekt. Zu bestreiten ist dies nicht, auch die Redaktion freut sich über die jüngsten Erfolge. Nur: Mit steigendem Erfolg wachsen die Verantwortlichkeiten an, während man von den Verantwortlichen nur sporadisch einen Ton vernimmt, von den Forderungen nach einem Stadionneubau abgesehen. Im Gegensatz zu den Akteuren auf dem Feld bewegt sich auf höherer Ebene (noch) zu wenig.

In unserer letzten Leseprobe, die sich der Kritik verschrieben hat, beschreibt Carsten Pilger die Gründe für den allgemeinen Stillstand auf Vereinsebene und nennt Vorschläge, die mit realistischem Aufwand umsetzbar wären.

Der Kommentar zur Saarbrücker Mentalität

Warum man besser ein Fundament gießen würde, als Luftschlösser zu bauen


Ich mag meinen 1. FC Saarbrücken. Ich hätte ihn am liebsten in der Bundesliga, zwischen Bayern und Dortmund. Oder noch besser: VOR Bayern und Dortmund auf dem ersten Platz, in der Champions League bei Real Madrid. Und in einem Stadion, das 60.000 fasst und von der UEFA mit fünf Sternen ausgezeichnet wäre. Horst Hinschberger hätte das sicher auch gerne so. Was uns beide unterscheidet: Er baut seine Luftschlösser öffentlich, ich im Stillen.

Zunächst einmal: Es ist keine Schande, den FCS zu lieben und von besseren Zeiten zu träumen. Bei einem Verein, der drei Ligen gefallen ist, und nun gerade einen kleinen Sprung zurück geschafft hat, bleibt nicht viel anderes als das Träumen, wird so mancher sagen. "Träumer" gehört zu den gängigen Beschimpfungen, die man sich als FCS-Fan, auch unter Gleichgesinnten, manchmal anhören muss. "Visionär" nennt man den Träumer, der sich in seiner Rolle gefällt.

Visionär klangen die Ankündigungen, die Horst Hinschberger als designierter Präsident des 1. FC Saarbrücken im Jahre 2007 von sich gab. Die Mitgliederwerbung sollte mittels gezielter Imagekampagnen vorangetrieben werden, auf 2500 Mitglieder sollte der Verein bis Jahresende wachsen, ein neuer Sponsorenpool auf der Basis eines "Drei-Säulen-Modells" entstehen. Die Ziele wurden später nach unten korrigiert, obwohl sich zunächst ein Zulauf an Neumitgliedern abzeichnete, die Kampagne "Liebe kennt keine Liga" umgesetzt wurde und diese für eine gewisse Zeit allgegenwärtig war. Das half zumindest nicht auf dem Platz: Das sportliche Ziel wurde verpasst. Von einem Sponsorenpool, wie es ihn z.B. in Münster gibt, hörte und sah man nichts mehr. Munter wurden im wöchentlichen Rhythmus große Projekte angekündigt, wie der Stadionneubau, der ab Frühjahr 2008 kursierte oder ein mehrstöckiges Bürogebäude im Sportfeld.

Wie ernst diese Worte wirklich zu nehmen waren, ahnten viele FCS-Fans, die sich erst einmal fragten, wo man das viele Geld für all die schönen Dinge hernehmen sollte. Eine Stahlrohrkonstruktion wäre für neue Tribünen wohl die günstigste Baumethode - würde aber immer noch rund 20 Millionen Euro verschlingen. Ein kompletter Umbau des FC-Sportfeldes wäre ebenfalls kein Pappenstiel und ohne neue Sponsoren oder mehr Fernsehgeld wohl kaum zu schaffen. Ein wenig verlor das Ganze an visionärem Elan, als man auf der Mitgliederversammlung im März 2009 das neue Credo ausgab: Ohne neues Stadion keine dritte Liga. Immerhin waren die Duschen im Sportfeld da schon renoviert.

Wenn man so will, dann ist Horst Hinschberger der "Medien-Kanzler" des 1. FC Saarbrücken, der zum Regieren vor allem aufmerksame Zuhörer braucht. Im Gegensatz zum pressescheuen Vorgänger Ostermann, der eher seltener Gast auf Fanmeetings war, lässt Hinschberger keine Gelegenheit aus, über seine Meinung zu informieren oder informieren zu lassen. Dabei baut er lieber ein Luftschloss zu viel als eines zu wenig, ganz nach dem Motto: Was angekündigt ist, muss noch lange nicht umgesetzt werden, aber wenn ich viel ankündige und auch nur das Geringste davon umgesetzt wird, habe ich etwas bewegt.


Was der FCS umsetzen könnte, steht im vollständigen Kommentar, der im neuen Leuchtturm erscheinen wird.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Leseprobe 2: Neues vom Fanradio

Nachdem wir vor wenigen Tagen die Leseprobe aus dem Bereich der Satire bereits präsentiert haben, geht es heute mit einem anderen kleinen Vorabauszug aus dem nächsten Leuchtturm weiter. Da wir diesmal nach der Dreiteilung in eine satirische, eine informative und eine kritische Leseprobe verfahren, ist heute die Information unser Thema. Der Leuchtturm sieht sich seit seiner Gründung im Herbst 2008 nicht nur als Pausenclown oder Nörgler, sondern vor allem als Medium, das Stadiongänger über den begrenzten Tellerrand des FC-Magazins hinaus mit Nachrichten versorgen will. In Ausgabe Nr. 5 haben wir so mit Rick, dem Chefkommentator des Fanradios, gesprochen. Heraus kam dabei ein lesenswertes Interview, von dem es heute einen kleinen Auszug hier im Leuchtturm-Blog gibt:

Leuchtturm: Hallo Rick, stell doch mal bitte kurz das Fanradio und sein Team vor!

Rick: Das FCS-Fanradio-Team besteht zurzeit aus sechs Personen: Den Moderatoren Sandra, Kai, Sven, Peter und mir, außerdem haben wir noch mit Ole einen Techniker im Boot. Die meisten Übertragungen werden von Kai, Sven und mir moderiert. Ich habe nach dem Abgang von zwei Fanradio-Kräften, die noch in der Saison 2007/08 viel mitmoderiert haben, die Rolle des Chefkommentators übernommen. Wir haben alle ganz normale Berufe, sind alle große FCS-Fans und sind für das Fanradio in unserer Freizeit da.

Leuchtturm: Seit Beginn dieser Saison muss man sich zum Hören des Fanradios online registrieren, vorher war das nicht der Fall. Wie kommt's?

Rick: So viel ich weiß, hat das lizenzrechtliche Gründe: Der DFB verlangt für Regionalliga-Übertragungen eben eine Online-Anmeldung der Hörerinnen und Hörer.

Leuchtturm: Zu Saisonbeginn wurde vom Verein gemeldet, dass das Fanradio "kostenlos bleibt". Wurde eine andere Option vom Verein in Erwägung gezogen?


Rick: Du meinst, die Option, dass die Leute für den Service zahlen sollen? Nein, die wurde meines Wissens nach vom Verein immer strikt abgelehnt. Es soll ein kostenloser Service für alle FCS-Fans bleiben.

Leuchtturm: Welche Auflagen oder Vorgaben seitens des DFB müsst Ihr eigentlich beachten?


Rick: Da gibt es eigentlich nichts, was nicht auch bei "normalem" Live-Radio zu beachten wäre - mit anderen Worten, man sollte sich schon an den Pressekodex halten, niemanden "vorführen" oder übel beschimpfen. Natürlich nehmen wir uns als Fanreporter für Fans draußen im Lande auch das Recht heraus, manches durch die blau-schwarze Brille zu sehen. Ansonsten sind mir keine besonderen Auflagen durch den DFB bekannt.


Die Fortsetzung gibt es im nächsten Leuchtturm.

Montag, 23. November 2009

Eine Leseprobe aus Heft Nr. 5

Normalerweise spannen wir unsere Leser äußerst gerne auf die Folter. Aber nach einer längeren Pause, in der es nicht wirklich um den Leuchtturm, sondern mehr um die Wurst ging, meldet sich die Redaktion des Fan- und Satiremagazins zum 1. FC Saarbrücken mit der fünften Ausgabe zurück!

Da der Leuchtturm sich vor allem drei Aufgabenfeldern verschrieben hat, nämlich der Unterhaltung, der Information und der Kritik, wird es vor Erscheinen vor Heft Nr. 5 jeweils eine Leseprobe aus einem satirischen, einem informativen und einem kritisch-nachdenklichen Beitrag geben (allerdings kann es auch schon einmal vorkommen, dass hier die Grenzen verwischen).

Den Anfang macht Christian Bost, der sich der Frage "Warum Fussballfans eigentlich gute Pitcher wären" angenommen hat und auf unernste Art und Weise das Phänomen des Werfens von Gegenstände in Richtung Spielfeld erkundet.


Warum Fussballfans eigentlich gute Pitcher* wären

*Definition: Die deutsche Übersetzung für den Pitcher beim Baseball ist Werfer.

Natürlich sollte man die im Folgenden beschriebene Tatsachen nicht auf jeden Verein und jeden Fussballfan pauschalisieren. Unser Zuhause ist Saarbrücken und da bleiben wir auch.
Es ist kein neues Phänomen, dass während eines Fussballspiels Gegenstände auf den Platz geworfen werden. Manche Versuche sind dabei etwas effizienter und erreichen ihr Ziel (welches auch immer es sein mag), manche Versuche scheitern dabei kläglich und treffen gar ein anderes Ziel. Nehmen wir mal folgendes Beispiel: es gibt einen Eckball der gegnerischen Mannschaft vor dem D-Block, je nach Laune fliegt dann schonmal der ein oder andere Gegenstand in Richtung des gegnerischen Spielers an der Eckfahne (womit wir schonmal unser Ziel 1 festgelegt hätten). Wie sieht es aus, wenn jemand kein so guter Werfer ist? Im schlimmsten Fall schafft er nichtmal den Wurf über den Zaun und könnte somit Ziel 2 treffen, die eigenen Fans im Block. Wie man also sieht, ist das Werfen von Gegenständen eine hoch komplexe Angelegenheit, der es einer weiteren Analyse bedarf.

Um sich detaillierter mit der Materie auseinanderzusetzen, wurde mal ein Ranking erstellt, welche Gegenstände denn überhaupt so am ehesten durch die Luft fliegen. Ganz klarer Favorit, heute als früher schon auf Platz 1, ist das Feuerzeug. Ca. 50% der Fussballfans im Stadion Rauchen, also haben sie auch immer ein Feuerzeug dabei. Somit lässt sich diese Hypothese leicht begründen. Seit es im Stadion keine Dosen oder Flaschen mehr gibt, werden die Getränke in Bechern verkauft. Weil die anderen 50% Nichtraucher sind, trinken sie mindestens ein Getränk je Spiel. Dies begründet, warum auf Platz 2 der beliebte Plastikbecher landet. Das Werfen von Schlüsseln ist in letzter Zeit stark zurückgegangen (warum nur?) und fällt deswegen auf den 3. Platz. Eine neue Ära hat dafür aber eventuell begonnen. Beim Saisonauftaktspiel in Neunkirchen gegen die SV Elversberg, soll Gerüchten zu Folge sogar ein Absatzschuh auf dem Platz gelandet sein. Im Namen der Emanzipation ist dies ein positives Zeichen, so dass anscheinend mehr Frauen zum Fussball kommen. Wegen der Seltenheit, landet der Absatzschuh trotzdem zunächst mal auf dem letzten Platz. Das Ranking könnte noch durch etliche Gegenstände erweitert werden, die an dieser Stelle vernachlässigt werden.


Fortsetzung folgt!

Montag, 10. August 2009

Leseprobe 2 - Interview mit Torsten Hart

Auch in der vierten Ausgabe des Leuchtturms finden Sie wieder ein Interview in unserem Heft. Dieses mal wurde Torsten Hart, der neue Mann des Fanprojektes von Carsten Pilger interviewt. Nachfolgend sehen Sie einen Ausschnitt von drei Fragen des Interviews. Alles weitere können Sie in Ausgabe 4 nachlesen, die es am Freitag an allen Eingängen des Ludwigsparkstadions geben wird.

- von Carsten Pilger -

LT: Wie wird man eigentlich Sozialarbeiter? Wie kommt man dazu?

TH: Also mein erster Beruf war Industriemechaniker bei der Firma Thyssen, was ich ausgelernt hatte, danach hab ich Zivildienst geleistet und habe dann gemerkt, dass mir die Arbeit im sozialen Sektor sehr viel Spaß bereitet. Über den Umweg habe ich mein Abitur nachgeholt, habe dann hier in Saarbrücken Sozialpädagogik und soziale Arbeit studiert und mich danach halt bei der AWO beworben. Ich wollte unbedingt mit Jugendlichen arbeiten.

LT: Wie bewertest du eigentlich die Fanarbeit des FCS in den vergangenen Jahren?

TH: Man sieht, dass der FCS bemüht ist, sehr viel zu tun. Das Fanprojekt ist jetzt, mit mir, auch ausgeweitet worden, was mit Sicherheit nicht der Fall gewesen wäre, wenn nicht alle an einem Strang gezogen hätten.

LT: Ich glaube, dass das auch das erste Mal seit Bestehen des Fanprojekts ist, dass man zwei Vollzeitstellen besetzt.

TH: Genau. Dann hat der Verein auch eine Umstrukturierung im Bereich der Fanbeauftragten vollzogen. Es sind jetzt drei Stück, die der Verein stark unterstützt. Ich finde schon, dass sich in der letzten Zeit einiges zum Positiven verändert hat.