Dienstag, 29. Juni 2010

Leuchtturm-WM-Rundschau #6

oder “Ready for the Argies!”

Die schlechten Nachrichten zuerst: Die Schiedsrichterentscheidungen sind abenteuerlich, Maradona weiß immer noch nicht, was er mit Messi anfangen soll, und auf den "Public-Viewing"-Plätzen sind immer noch viel zu viele Dumpfbacken unterwegs, die bei den Nationalhymnen anderer Länder pfeifen und den Stinkefinger einer leblose Leinwand zeigen.

Die guten Nachrichten: Nach Frankreich wurden auch Italien und England zurecht für ihren angestaubten Fußball bestraft und nach Hause geschickt.

Im Falle der Engländer war es die Mannschaft mit dem Bundesadler auf der Brust. Bereits Tage zuvor gab es die üblichen Anspielungen auf den Zweiten Weltkrieg oder Elfmeterschießen, und auf letzteres schien sich vor allem die deutsche Presse zu konzentrieren: Wir schaffen es gegen die Engländer ins Elfmeterschießen und ziehen weiter.

Ob das nun sehr großzügiger Respekt gegenüber den in der Vorrunde maßlos enttäuschenden Engländern war oder das übliche Augenzwinkern, lässt sich nicht klären. Denn über einen Sieg in der regulären Spielzeit redete wirklich keiner.

Im Spiel selbst war von Beginn an ein deutsche Übergewicht zu spüren. Özil hätte schon früh für das 1:0 sorgen können, was Miroslav Klose nach einer bemerkenswerten Aktion in der 20. Minute: Ein langer Torabstoß von Manuel Neuer springt mehrmals auf, Klose entkommt Upson, der ihn abdrängen will und dabei gefährlich in Richtung Foul im Sechzehner geht, Klose grätscht rein, James reagiert zu spät - Tor. Ein Armutszeugnis für die englische Abwehr und ARD-Kommentator Steffen Simon, der ernsthaft behauptete, Klose habe "im Abseits gestanden". Zum Glück, es wies ihn wohl ein Kollege darauf hin, dass es beim Abstoß kein Abseits gibt, korrigierte er sich kurz darauf.

Das 2:0 von Podolski wurde vom starken Thomas Müller vorbereitet und der Kölner Podolski tat etwas zur Beruhigung der Fans und für sein Selbstvertrauen und bestrafte David James mit einem harten Schuss in die kurze Ecke. Diese Ecke wurde vom England-Torhüter stets schlecht abgedeckt, auch beim 3:1 von Müller in der zweiten Halbzeit.

Dann das Anschluss-Tor von Upson nach einem Stellungsfehler der Abwehr und das südafrikanische Wembley-Tor von Frank Lampard. Persönlich habe ich diesen Moment aus purer, ja niederträchtigster Schadenfreude mehr abgefeiert als die beiden Deutschland-Tore zuvor. Der erste Gedanke einfach: Das war die Quittung für Wembley!

Natürlich sollte auch ich fair und realistisch bleiben: So eine Aktion kann auch einen auf der Gegenseite treffen (bei einem Spiel des FCS gegen Elversberg passierte es Sambo Choji mal, dass der Ball die Linie einen halben Meter überquerte, aber der Schiedsrichter kein Tor gab). Und dann findet man es nicht mehr lustig. Zumindest für solche Fälle ist die Diskussion um Torrichter und Videobeweis fällig, da ein Unrecht nicht automatisch das andere sühnt. Die Spieler, die im Finale 1966 auf der Verliererseite standen, können sich von einem 2010er Sieg im Achtelfinale nichts kaufen. Einige von ihnen leben nicht mal mehr.

Auf englischer Seite wird allerdings jetzt behauptet, dass mit diesem Tor England gewonnen hätte. Da bin ich anderer Meinung: Der deutsche Spielaufbau hatte zwar Schwächen, allerdings wurden immer wieder Chancen durch eine desolate englische Hintermannschaft begünstigt. Und Thomas Müller hat eben nicht nur eine gewisse Spielübersicht, die bei jedem englischen Akteur fehlte, sondern auch einen guten Abschluss. Verdientes Ausscheiden für die Truppe von Fabio Capello.

Nun also Deutschland gegen Argentinien, die Neuauflage des 2006er Viertelfinales. Die Argentinier haben etwas "wiedergutzumachen" und spielen 2010 keinen attraktiven, aber letztlich erfolgreichen Fußball. Diego Maradona könnte den Deutschen sehr gefährlich werden, da er die spielstarken Flügelstürmer besitzt, die eine zuletzt durchwachsene deutsche Hintermannschaft unter Druck setzen könnte. Lahm ist zwar als Kapitän und Spieler unersetzbar, zeigte aber doch in den vergangenen Spielen leichte Schwächen in der Defensivarbeit. Die linke Außenbahn ist seit dem Serbien-Spiel ein Problemkind.

Zuversichtlich stimmen dagegen die spielerisch mäßigen Leistungen der Argentinier. Nur langsam findet Lionel Messi in Maradonas System den Part, der ihm auch mundet und in der Defensive haben auch die Südamerikaner erhebliche Schwächen. Dass es gegen Mexiko zum Weiterkommen reichte, ist vor allem herausragenden Einzelspielern wie Tevez zu verdanken. Und Mexikanern, die es zu lange nur über Weitschüsse versuchten.

Eines steht schon fest: Allein Spiele wie Deutschland - England haben die mäßige Vorrunde fast wettgemacht.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Leuchtturm-WM-Rundschau #5

oder “Erleichterung, auch eine von Form Jubel”

Nun also doch noch eine WM mit Toren. 40 insgesamt, seit die letzte WM-Rundschau an dieser Stelle geschrieben stand. Den größten Anteil daran haben Portugal und die Abwehr Nordkoreas, die in Zusammenarbeit ein 7:0 für den Vierten der WM 2006 zustande brachten. 1966 sprang im Viertelfinale noch eine würdevolle 3:5-Niederlage für die Nordkoreaner heraus.

Wir sind mitten in der WM angekommen! Der Punkt, an dem dieser Satz zutrifft, ist meistens gegen Ende einer Vorrunde erreicht, wenn die fußballerischen Alltagsphänomene auftreten. Irreguläre Tore, die doch zählen, zum Beispiel. Schön anzusehen war Luis Fabianos Treffer gegen die Elfenbeinküste zwar schon, aber sogar zweimal spielte die Hand mit. Ein Fall für die Diskussion über den Videobeweis.

Die Spieler bemühen sich ja regelrecht diese leidige Diskussion in Gang zu treten. Spaniens David Villa bekam von einem honduranischen Abwehrspieler auf den Fuß getreten und wischte zurück. Zwei Rote Karten, die nur von der TV-Kamera eingefangen wurden. Schwierig, schwierig, wie damit umgegangen werden soll, muss ich sagen. Fairerweise müssten nachträgliche Sperren her, andererseits verliert das Turnier schon etwas an eigentümlichen Reiz, wenn natürliche, menschliche Fehler eliminiert werden.

Eine Sache, die nie bemüht werden sollte, ist die Torkamera oder der Chip im Ball. Technischer Blödsinn, der wembleymäßige (Nicht-)Tore verhindern soll. Dass selbst der gemeine TV-Kommentator oft zu blöd ist, am Fernseher die Perspektive des Balls richtig einzuschätzen, hat die Bundesliga plus Bild-Zeitung oft bewiesen. Skeptikern sei es angeraten, zu diesem Thema die Bücher von Arnd Zeigler zu lesen. Auch die Technik hat ihre Macken. Und solange nicht die Engländer damit anfangen, passiert da auch nix.

Zu einem anderen Sorgenkind: Frankreich. Was wurde nicht alles über “La Grande Nation” geschrieben! Beleidigungen gegen den Trainer, Trainingsboykott, Rente mit 62. Ich mag die französische Nationalelf seit 1998, als sie einer arroganten brasilianischen Mannschaft im Finale die Leviten gelesen hat. Für die Mannschaft 2010 darf ich selbst als Frankreich-Sympathisant kein Mitleid übrig haben. Eine Landesauswahl ist kein Pausenhof, wo der Macker markiert werden soll und der Pausenaufsicht auf die Schuhe gespuckt wird. Das sollten die Post-2010-Nationalspieler beherzigen. Und Laurent Blanc ist zum Glück mit mehr taktischem Verständnis als Raymond Domenech gesegnet.

Die einzige Möglichkeit, sich irgendwie würdevoll aus dem Turnier zu verabschieden, wurde für die Franzosen jedoch verpasst: So hoch gegen Südafrika zu verlieren, dass der Gastgeber doch noch ins Achtelfinale kommt. So kommt es zu den Begegnungen Uruguay – Südkorea und Argentinien – Mexiko. Ich tippe in beiden Fällen auf die Südamerikaner.

Aber endlich zum Deutschland-Spiel: Gut war, dass der brasilianische Schiedsrichter Carlos Eugenio Simon (genannt “Der Sheriff”, wie die deutsche Qualitätspresse gerne betonte) eine so souveräne und gute Spielleitung ablieferte, dass sich diejenigen, die schon vorher auf dem Mann herumhackten, den Anstand besitzen sollten, sich zu entschuldigen. Oder gleich lieber über Tischtennis zu schreiben.

Die Umstellungen (Cacau für Klose, Boateng für Badstuber) waren dem Spiel der Deutschen anzumerken. In der ersten Halbzeit gelang es Ghana oft mit Kontern und Angriffen über die Seiten gefährlich an den Sechzehner vorzudringen, wo es entweder mit kurzen Flanken oder flachen Bällen probiert wurde. Das war nicht das richtige Mittel gegen die Deutsche Innenverteidigung. Die beste Chance für Ghana gab es nach einer Ecke, als nur noch Lahm auf der Linie klären konnte. Auf der Gegenseite vergab dafür Mesut Özil die beste Chance, nach feinem Pass von Cacau.

In der zweiten Hälfte nach 60 Minuten die Erlösung: 1:0 nach einem sehenswerten Weitschuss von Özil. Erlösung, nicht Jubel. Ich stand zwar, aber im Gegensatz zu den vielen um mich herum, konnte ich nicht jubeln, schreien, springen, hüpfen oder sonstwas. Erleichterung, vielleicht auch eine Form von Jubel. So ungefähr, wie wenn der FCS gegen Bad Breisig erst in 78. Minute das 1:0 nach einem Freistoß erzielt.

Ghana machte zwar weiterhin Druck, aber es blieb beim 1:0 für Deutschland. Jetzt trifft Deutschland trotz Sieg auf den vermeintlich stärkeren Gruppenzweiten der Gruppe C: England. Vermeintlich, da die Vorrundenbilanz der Briten eher mäßig ausfällt. Anderseits ist es vielleicht für den ein oder anderen zu früh, bereits im Achtelfinale den Klassiker zu bekommen. Das letzte Aufeinandertreffen bei einer WM war 1990 im Halbfinale.

Montag, 21. Juni 2010

Der DFB antwortet – knapp und ausweichend

Unsere Aktion “Lasst Dieter Trainer sein!” mobilisierte 293 Unterstützer, darunter den SC Friedrichsthal, als Befürworter einer Reform der DFB-Statuten. Nicht nur Dieter Fernern, sondern allen Trainern in ähnlicher Situation, die zwar jahrelang erfolgreich ihren Beruf ausgeübt haben, aber keine Fußball-Lehrer-Lizenz besitzen, sollte unser Vorschlag zugute kommen. Ein Leser aus den USA hatte diesen Vorschlag zum neuen Gesetzes-Text an uns geschickt:

“Ein etablierter Fußballmannschaftstrainer ohne Lizenz, der bereits das fünfundfünfzigste (55) Lebensjahr vollendet hat, erfolgreich eine Mannschaft trainiert und zum Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse führt, erhält auf Antrag die Trainerlizenz für jede jeweils nächst höhere Spielklasse. Die Erteilung der Lizenz bleibt dem Deutschen Fußballbund vorbehalten.”
Außer einer Antwort von Horst Zingraf (BDFL), der den Beitrag unserer Aktion zur Debatte lobte, regte sich wochenlang nicht – vor allem beim Deutschen Fußball-Bund. Nach wiederholter Aufforderung unsererseits nach einer Stellungnahme aus Frankfurt, die nur von einem anonymen “DFB-Team” unterzeichnet ist:

Sehr geehrter Herr Pilger,

Herr Ferner hat sich bei uns nicht zum Fußballlehrerlehrgang angemeldet und der FCS mittlerweile mit Herrn Luginger einen neuen Trainer verpflichtet, während Herr Ferner künftig den Posten des FCS-Sportdirektors übernimmt. Ihr Thema ist somit von den Geschehnissen der letzten Wochen überholt worden und nicht mehr aktuell.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DFB-Team
An sich mag das DFB-Team zwar recht behalten. Stillos ist es allerdings, unseren konstruktiven Vorschlag mit knappen Worten abzuspeisen. Wir können nur darüber spekulieren, ob den Damen und Herren die Lust fehlte. Wäre angesichts der WM noch verständlich.

Gute Werbung macht man für sich damit aber nicht. Deswegen verweisen wir gerne auf die Aktion “Pro-Regionalliga-Reform-2012″, die wir für unterstützenswert halten. Und da diese Aktion bereits die Unterstützung von sieben Vereinen, darunter Trier und Darmstadt, findet, werden die Frankfurter da wohl gezwungen sein, mehr als nur einen Vierzeiler als Antwort zu geben.

Sonntag, 20. Juni 2010

Leuchtturm-WM-Rundschau #4

oder "Innerer FDP-Parteitag"

Wieder sind einige Spiele vergangen, von denen einige sogar einigermaßen ansehnlich waren. Na Gott sei Dank!

Argentinien gegen Südkorea festigte einen Titelaspiranten und einen Anwärter auf die Torjägerkanone, Gonzalo Higuain. Bemerkenswert auch der vorletzte Auftritt von Raymond Domenech als Trainer der "Equipe tricolore". Ich gönne zwar dem alten Mexikaner Markus alias "textundblog" von Herzen einen verdienten 2:0-Sieg seiner Mittelamerikaner. Andererseits macht es mich als Frankreich-Sympathisant (seit der WM 1998) traurig einen kopflosen Haufen talentierter Einzelspieler unter Führung des frisurtechnischen "Mozart du foot" zu sehen. Unter Laurent Blanc und Nike als Ausrüster kann das nur besser werden.

So überraschend der erste WM-Sieg Griechenlands und Rehagels war, so will ich doch noch eine besonders ansehnliche Partie dieser WM hervorheben: Slowenien gegen die USA. Zwei Außenseiter in einer ungünstigen Konstellation, bei der erst Slowenien 2:0 in Führung geht und dann die USA ausgleichen. Vor allem der Treffer von Landon Donavan wird wohl in jedem Rückblick zu dieser Weltmeisterschaft auftauchen. Am Ende versagte eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters dann den Amerikanern einen Sieg, sodass es in Gruppe C am letzten Spieltag hochspannend werden dürfte.

Zu Schiedsrichtern und dem Deutschland-Spiel: Diesmal entschloss ich mich das Spiel, zu der für mich günstigen Anstoßzeit um halb zwei, beim "Public Viewing" anzuschauen. Natürlich alles trotz frühem Nachmittag brechend voll mit Schwarz-Rot-Gold. Auch Leuten, die mir vor kurzem noch sagten, dass sie kein Interesse an Fußball hätten, aber egal. In diesen "Fan-Arenas" herrscht eine merkwürdige, durchaus reizvolle Stimmung, die etwas von Massenhypnose hat: Die Leute schauen gemeinsam Fernsehen, verhalten sich aber nach einigen Minuten so, als wären sie im Stadion. Es werden also Aktionen beklatscht, bejubelt, betrauert und natürlich auch der Schiedsrichter beschimpft. Der hört's halt nicht.

Hauptthema beim deutschen Zuschauer war der spanische Schiedsrichter Undiano Mallenco. "Klar, ein Spanier" war als Kommentar noch harmlos. Nüchtern betrachtet bringt sich der Mann mit seinem frühen Durchgreifen selbst in Zugzwang: In den ersten zwanzig Minuten werden die Maßstäbe festgesetzt. Geschieht das mit zu vielen Karten, so sorgt man entweder für Ruhe oder eben für Platzverweise. Ganz unschuldig ist der Miroslav der Nation allerdings auch nicht: Ein Spieler, der schon früh verwarnt wird, und merkt, dass der Schiedsrichter eine strenge Linie an den Tag legt, weiß selbst, dass er sich zurückhalten muss. Und das hat Klose, der vor einer Woche laut ZDF-Reporterin Karin Müller-Hohenstein noch seinen "inneren Reichsparteitag" feierte wird wohl eher seinen inneren FDP-Parteitag gehabt haben. So der Tenor im Internet.

Zurück zum "Public Viewing". Den Kopf verrenkend auf eine Videoleinwand konnte ich mitansehen, wie kurz nach der unnötigen Gelb-Roten Karte die Serben mit 1:0 in Führung gingen. Für Deutschland ein schwerer Schlag: Stürmer weg und Gegentor kurz vor der Pause. Umso unverständlicher vielleicht die Reaktion von Jogi Löw: Keine. Meine Anmerkung, dass Deutschland faktisch ohne Stürmer spielt, also 4-5-0 spielt, wurde von meinen Mitstreitern in der "Fan-Arena" für Kopfnicken. Zur Halbzeit dann die Diskussionen: Khedira und Badstuber raus und Stürmer rein!

Denkste. Der Bundes-Jogi reagierte, indem er nicht reagierte und weiter mit dem Anfangskonzept arbeitete, was ohne Mittelstürmer weniger Sinn ergab. Immerhin gab es Chancen durch die im Mittelfeld hin- und herwechselnden Müller und Podolski, aus denen leider nichts erwuchs. Irgendwann erbarmte sich Löw, holte aber erst einmal Özil und dann Müller vom Platz. Musste man nicht verstehen. Auch nicht, dass hinter mir auf einmal eine Frau stand, deren liebreizende Stimme fast so wohlklingend wie ein 90-minütiges Vuvuzela-Konzert klang. "Warum zeigen die die Fans von den A****löchern?" oder "Ist der Schiri so ein W****er!" und "Oh, Ey!" jetzt im Minutentakt. Das Desaster kündigte sich an.

Dann ein Schrei: Elfmeter! Die Serben hatten sich, ähnlich wie gegen Ghana, dazu entschlossen, den Deutschen ein Geschenk zu machen. Ohne Not flog Nemanja Vidic wie Superman durch den Strafraum und touchierte den Ball leicht mit der Hand. Der Schiedsrichter nutzte die Chance zur Rehabilitierung bei den deutschen Fans und zeigte auf den Punkt. Doch wie es halt so ist: An manchen Tagen nutzen auch Geschenke nichts und Lukas Podolski schoss einen schwachen Ball, der pariert wurde. Die Niederlage war nicht mehr zu vermeiden, die Einwechslung von Mario Gomez zur 77. Minute wurde von einem tiefen Raunen begleitet. Leider wurde die Frau mit der Nerv-Stimme nicht leiser. Es wurde das erwartete Desaster, wie bereits 2008 im Spiel gegen Kroatien.

Serbien war nicht die bessere Mannschaft, aber selbst das hat die Niederlage nicht verhindert. Nun hat Deutschland ein Endspiel gegen Ghana. Keine unlösbare Aufgabe, es bleibt die Frage, ob nicht nach dem Australienspiel die Mannschaft zu euphorisch bejubelt wurde. Für Spötter ist so was ein gefundenes Fressen, da für die der Verweis auf die schlechten Engländer und Franzosen keine Bedeutung hat. Die haben schon mehrere spielerische FDP-Parteitage vorgelegt. Bei Deutschland muss nun mehr kommen.

Die Leuchtturm-WM-Rundschau erscheint parallel hier und auf www.ludwigspark.de.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Leuchtturm-WM-Rundschau - Teil 3

oder "Spanienschreck Schweiz und Uruguay mit dem dritten Stern?"

Eine WM ohne klaren Favoriten oder doch nicht? Das "langweiligste WM-Turnier aller Zeiten"? Vielleicht ist letzteres ein wenig zu hart, da das Turnier noch lange nicht in der heißen Phase angekommen ist. Aber auf den wahren Kern in diesen Worten kommen wir heute zu sprechen.

Doch erst ein Nachklapp: Eine Beobachtung, die mir aus dem Ludwigspark und auch dem ludwigspark.de-Gästebuch hinlänglich bekannt ist, konnte ich in den Kommentaren zum vorherigen Beitrag dieser kleinen Reihe machen. Es hat sich irgendwann durchgesetzt, dass mehr über das Feiern, die Stimmung oder den "Support" diskutiert wird, als über Spielanalysen und das Sportliche. Traurig ist das nur, wenn Beiträge dann gänzlich auf den eher unwichtigen Teil, also Autokorsos nach Deutschland-Spielen, reduziert wird.

Um den Faden noch weiter aufzugreifen: Schade ist genauso, wenn dann die Argumente nicht höher als "großer Humbug", "Herr Oberleher" oder "ich hab auch gehupt" gehen. Eher öde für mich, der ja aus Kritik was mitnehmen will. Falls Video- oder Foto-Material vom letzten Autokorso nach einem FCS-Sieg über Bad Breisig oder Elversberg II vorliegt, bitte ich Herrn Edge mir das jedoch mal zuzuschicken. Würde mich auch interessieren.

Zurück nach Südafrika. Eine WM produziert auch sympathische Begegnungen wie Slowakei gegen Neuseeland, Underdogs unter sich. Da Neuseeland der Außenseiter unter diesen Mannschaften ist, rechneten viele Tippspieler mit einem Sieg der Slowaken, was auch bis zur 93. Minute der Fall gewesen wäre. Neuseeland glich aus, versaute einigen den Tipp, rettete anderen diesen und kommt so zu einem kleinen Prestigegewinn. Der späte Ausgleich täuscht aber leider nicht über die mittelmäßige Partie hinweg. Und darüber, dass beide es nun gegen Paraguay und Italien sehr schwer haben.

Todesgruppe G lieferte ein weiteres Beispiel für die Blutleere, die viele Zuschauer dem Turnier schon jetzt nachsagen: Elfenbeinküste gegen Portugal. Zwei Mannschaften, besetzt mit Topspielern aus den Ligen Europas, mit zwei Trainern, die über hohe internationale Erfahrung verfügen. Herauskommt: Kein ansehnliches Spiel für den Zuschauer. Riskante Aktionen und Vorstöße blieben im einstelligen Bereich, nur kurz vor Spielende flammte kurz der Drang zum Tor auf. Wie man dann eine Ecke in der 94. Minute kurz ausführen kann, um den Schiedsrichter seelenruhig abpfeifen zu lassen, bleibt das Geheimnis der Ivorer.

Am Dienstagabend folgte das auf dem Papier wohl eindeutigste Spiel der WM: Brasilien gegen Nordkorea. Der Altmeister, der unter Dunga "zu deutsch" spielt, gegen den Underdog ohne Sympathien, der auf eingekaufte chinesische Claquere im Stadion setzt. Zur Halbzeit stand es dann 0:0 und es war zum Verzweifeln, als dann Maicon, eigentlich Außenverteidiger, an der Strafraumkannte entlang lief und aus spitzem Winkel den Ball versenkte. Ein Tor, wie es nur Brasilien zum Auftakt schießen konnte. Elano besiegelte scheinbar mit einem unspektakulären Treffer den Sieg, als plötzlich Nordkorea den Anschlusstreffer erzielte und aufspielte wie zuletzt bei der WM 1966. Die "Sportroboter" damals waren allerdings treffsicherer, trotz Achtungserfolg keine Punkte für Nordkorea.

Eine weitere, undurchsichtige Partie, gab es Mittwoch: Honduras gegen Chile. Die Begegnung endete zwar nur mit 1:0 für die Chilenen, dafür wusste die Mannschaft aus Südamerika um den Leverkusener Arturo Vidal spielerisch absolut zu überzeugen und erspielte sich noch eine Reihe weiterer Chancen. Bei der bisherigen Leistung aller Teams vielleicht ein Kandidat für die Überraschung des Turniers. Wenn man sich in der schwierigen Gruppe H durchsetzt.

Wie vorsichtig diese verkappte Todesgruppe zu genießen ist, zeigten die Schweizer gegen das favorisierte Spanien. Mit 1:0 gewann die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld, der schon als Vereinstrainer mit Vorliebe spanischen Vereinsmannschaften die Grenzen aufzeigte. Spanien hatte zwar mehr vom Spiel und auch ein Übergewicht an Chancen, schaffte es aber schlicht nicht, den Ball über die Linie zu bringen. Die seit Jahren starken Schweizer werden mit der ersten Überraschung des Turniers belohnt, Spanien bedient den Fluch der Europameister. Letztmals waren es die Deutschen, die nach dem EM-Gewinn 1972 auch anschließend die WM 1974 gewinnen konnten. Der Vorgänger Spaniens, Griechenland, nahm 2006 überhaupt nicht an der WM-Endrunde teil. Ich spare die Witze über die Finanzkrise an dieser Stelle mal aus.

Als letzte Partie der WM-Schau haben wir Uruguay gegen Südafrika, was mir persönlich sehr leid tut, da die "Bafana Bafana" wohl als erster WM-Gastgeber überhaupt die Vorrunde nicht überstehen wird. Mit 0:3 verlor Parreiras Mannschaft in angemessener Höhe, vom Elan des Eröffnungsspiels war wenig zu sehen. Uruguay spielte dagegen forsch und bestimmend und hatte einen überragenden Diego Forlan im Aufgebot. Traurig für den Gastgeber, aber verdient.

Und wer ist nun der WM-Favorit? Deutschland lieferte von allen Titelaspiranten den überzeugendsten und temporeichsten Auftritt ab. Argentinien, Spanien und England werden im zweiten Spiel wohl bestrebt sein, ein Ausrufezeichen zu setzen, für die beiden letztgenannten geht es zudem darum, nicht in der Vorrunde auszuscheiden. Abschreiben sollte man sie noch nicht. Einen anderen zweimaligen Weltmeister darf in den Kreis der erweiterten Favoriten aufgenommen werden: Uruguay spielte gegen Frankreich taktisch klug, gegen Südafrika überragend und besitzt mit Diego Forlan einen Stürmer, der ein heißer Anwärter auf die Torschützenkanone ist.

Immerhin wartet Uruguay auf seinen dritten Stern jetzt auch schon 60 Jahre. Vielleicht erleben wir noch die ein oder andere Überraschung bei dieser WM - und weniger Unentschieden.

Montag, 14. Juni 2010

Leuchtturm-WM-Rundschau - Teil 2

oder “Die Spannung lässt auf sich warten und schickt Deutschland vor”

Für diese kleine WM-Rundschau ist Südafrika bisher eher Hausmannskost: Die großen Momente und zahlreichen Tore blieben bislang aus. Für’s Protokoll nur die beiden Partien Algerien – Slowenien und Serbien – Ghana, die beide 0:1 endeten. Ohne den Mannschaften zu nahe Treten zu wollen: Das Bild der eher langweiligen WM wurde doch nur zementiert.

Löbliche Ausnahme: Podolski und Klose. Eigentlich sollten sich jetzt diejenigen, die noch vor Wochen die Nichtnominierung beider gefordert haben, verulkt fühlen. Für den Kölner und den Münchner waren ihre Treffer beim Spiel Deutschland gegen Australien jedenfalls Gold wert. Beide wurden von der Presse über Wochen attackiert, in den Testspielen sahen sich die Journalisten bestätigt und jetzt, wo es wichtig wird, treffen beide.
Dass mit Müller und Cacau zwei Neulinge für das 4:0 sorgten, ist zudem sympathisch: Müller wird für eine starke Saison bei Bayern belohnt, Cacau bewies, dass er kein zweiter Paolo Rink ist und durchaus als Einwechselspieler für Gefahr sorgt. So eine Art Alex Zickler dann eher.

Jetzt darf wieder über Titelchancen spekuliert werden: Von den Favoriten hat Deutschland bislang den deutlichsten Auftritt hingelegt. Die Aussies waren überraschend schwach, muss hier angeführt werden. Aber im Hinblick auf das weitere Turnier spielt das keine Rolle, da gerade dieser erste Sieg für Deutschland immer mehr Psychologie als sonstwas ist. Beim 4:2 über Costa Rica 2006 hat auch fast keiner über vorhandene Abwehrlöcher gesprochen. Diesmal gab es keine offenkundigen Defizite.

Weltmeister im Feiern ist Deutschland aber schon. Nach dem Sieg über Australien wurde gefeiert, es gab Freuden-Vuvuzela-Klänge und Autokorsos. Gerade die letzte Sache ist dann aber wieder auch beschämend: Was ist bitte an einem Vorrundenspiel so wichtig, dass es die unnötige, spritfressende, nervtötende Fahrerei um 11 Uhr Nachts durch Wohngebiete gibt? Leute, die so etwas machen, fangen auch nach fünf Minuten im Stadion mit Laola-Wellen an, hören Olli-Pocher-WM-Songs und haben das Spiel generell nicht verstanden.

Im Jubeltaumel Deutschlands ging die WM dann, wie erwartet, weiter. Niederlande gegen Dänemark endete zwar mit einem 2:0 für Team Oranje, aber vom 2008er Offensivfußball blieb wenig zu sehen. Das erste Tor ein Geschenk des wenig zündenden Danish Dynamite, das 2:0 ein Abstaubertor. Immerhin wurde in Halbzeit zwei ansatzweise ansehnlicher Fußball geboten.

Was folgte, war der bisherige Tiefpunkt des Turniers: Japan gegen Kamerum. Zwei eigentlich oft unterschätze Fußballnationen mit interessanten Namen machten so ziemlich alles falsch, was bei einer WM falsch gemacht werden kann. Die Japaner gewannen letztlich mit 1:0, was wohl zum Standardergebnis 2010 wird und Kameruns Trainer Paul Le Guen ließ so spielen, als wolle er seinen Job schnellstmöglich wieder loswerden. Ich vermisse Winnie Schäfer.

Zum Abschluss der zweiten WM-Rundschau der Titelverteidiger, Italien, gegen die Wundertüte aus Paraguay. Auch hier zeigten beide Mannschaften wenig Elan, widersprüchlich ist es schon fast, dass die “reife” Mannschaft aus Italien anfangst lahmte und erst zum Ende hin aufdrehte. Hätte ich bei dem Durchschnittsalter von Lippis Recken anders herum erwartet. Aber auch der Dortmunder Welttorjäger Barrios blieb blass und so gab es zur Abwechslung wieder ein 1:1-Unentschieden mit Torwartpatzer inklusive.

Ob Deutschland jetzt plötzlich Favorit ist, weil die Konkurrenz Rumpelfußball spielt und der ganzen Psychologie und wirklich? Die Hoffnung meinerseits, auch um der WM Willen, liegt noch auf Spanien und, etwas weniger, auf Brasilien. Die WM darf ruhig spannender werden.

Sonntag, 13. Juni 2010

Leuchtturm-WM-Rundschau - Teil 1 oder "Die Vuvuzelas sind schuld!"

So eine Fußball-WM hat ja eher indirekt mit Fußball zu tun. Direkt eigentlich mit Sponsorverträgen, TV-Ausstrahlungen und den kleinen Deutschlandfähnchen, die es auch im Kühlregel auf der Wurstverpackung gibt. Aber immerhin heißt Fußball-WM auch, dass das bekannte FCS-Sommerloch weniger ins Gewicht fällt. Selbst ohne FCS-Spieler bei dieser WM. Das dauert noch vier Jahre.

Hin zum Sportlichen, oder halt noch nicht: Das Auftaktspiel Südafrika gegen Mexiko. Im WM-Tippspiel hatte ich wochenlang einen 2:1-Sieg der "Bafana Bafana" vorhergesagt und spontan einen Tag vorher umgeschwenkt. Der Sieg der Mexikaner über Italien war da noch im Hinterkopf, dann ist Mexiko ein sicherer Kandidat für das Achtelfinale. Also habe ich noch einmal aus dem 2:1 ein 1:2 gemacht und bekam sogleich die Quittung: 1:1-Unentschieden. Haarscharf setzte Südafrika mit einem Pfostentreffer in der letzten Minute die Chance zum Sieg vorbei, vielleicht wäre es ja die gerechte Strafe gewesen, hätte sich mein ursprünglicher Tipp doch erfüllt.

Strafe war für viele Fans eher das sympathische Gerät namens "Vuvuzela", mit dem auch seit einigen Tagen immer wieder Kinder auf unseren Straßen gesehen werden. Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass diese Kinder schnell diesen Krachmacher wieder in der Spielzeugkiste verschwinden lassen, ist das Teil doch regelrecht verhasst in Deutschland. Ich habe eine eher gelassenere Haltung zur "Vuvuzela" entwickelt: Vielleicht ist es die Rache der (afrikanischen) Fußball-Fans an der Kommerzialisierung des Turniers und horrenden TV-Verträgen. Von daher auch ein wenig Schadenfreude. Und auch im Hinblick auf die Streits mit Anwohnern auf dem Rodenhof und dem Kieselhumes über die Lautstärke bei FCS-Spielen, weckt den ein oder anderen Gedanken, ob die Vuvuzela-Kritik doch nicht zu überdenken sei.

Weiter mit dem (Un-)Sportlichen: Uruguay gegen Frankreich. Im bislang furchtbarsten Spiel der WM fielen keine Tore und alles andere wäre wohl bei diesen Mannschaften auch zu viel des Guten gewesen. Die Franzosen, bei jeder WM mein Geheimtipp, haben wenigstens einen ähnlich schlechten Start wie 2006 hingelegt und damals hat es auch zum Finale gereicht. Bei den Südamerikanern durfte ein Alt-Klischee wiederbelebt werden: Die "Treter-Urus" holten den ersten Platzverweis bei dieser WM. Und das Fernsehen Archivbilder von früheren Mannschaften Uruguays aus der Mottenkiste.

Zerstörerfußball geht nicht immer auf, durfte WM-Debütant Otto Rehagel (71) mit seinen Griechen lernen. Südkorea landete mit 2:0 den bislang höchsten Sieg im Turnier. Vielleicht gibt es also doch noch Zukunft für ein mögliches Aufeinandertreffen zwischen Nord- und Südkorea auf dem Fußballfeld.

Ein weiterer WM-Favorit durfte am Samstag spielen: Argentinien. Mit einem knappen 1:0-Sieg über Nigeria zogen sich Maradonnas Millionäre aus einer mäßigen Vorstellung. Es scheint so, als würde "D10S" endlich verstehen, wie Lionel Messi einzusetzen ist, aber da ist noch viel Luft nach oben. Bester Mann auf dem Platz war allerdings ein Nigerianer: Vincent Enyeama, Torhüter der "Green Eagles" hielt seine Mannschaft sehr lange im Spiel und zeigte gute Paraden.

Dann Duell der ungleichen Brüder: England gegen die USA. Nach vier Minuten erzielte Steven Gerrard bereits das 1:0 und ein Schützenfest wurde vielerseits erwartet. Vielleicht war es der Einfluss eines italienischen Trainers, dass in der Folge England auf Verwaltung des Vorsprungs spielte. In der 40. Minute die logische Konsequenz: Clint Dempsey, Lieblingsspieler einiger ludwigspark.de-Größen, schoss einen unplatzierten, aber harten Aufsetzer auf Torwart Robert Green, der das Leder ins eigene Tor abklatschte. Die Engländer und ihr Torwart-Problem mal wieder. Dabei ist Green kein Schlechter, wie er in der zweiten Halbzeit unter Beweis stellen sollte. Dafür durfte 60 Jahre nach dem sensationellen 1:0-Sieg über England erneut das "Fußball-Entwicklungsland USA" zeigen, dass auf der anderen Seite des großen Teiches in den letzten vier Jahren wieder an der Qualität der Mannschaft gearbeitet wurde.

Und Deutschland? Gegen Australien wird sich die Löw-Truppe wohl trotz Ballack-Ausfall, Kritik an Podolski und Klose wohl keine Blöße geben. Seit 1990 wurde jedes erste WM-Spiel einer deutschen Mannschaft gewonnen. Die Australier durften zwar 2006 Italien die Stirn bieten und mit sehenswertem Fußball auftrumpfen, aber gegen die deutsche Mannschaft, für die dieses Vorrundenspiel nicht nur mit hohem Prestige und viel Psychologie verbunden ist, wird es nicht zu einer Überraschung reichen. Und wenn doch, dann waren es sicher die Vuvuzelas schuld.

Sonntag, 6. Juni 2010

Juni-Umfrage: Jürgen Luginger


Im letzten Monat wollten wir von unseren Lesern wissen, was sie vom Heft halten (Durchschnittsnote: 2,04). Der Juni steht wieder unter dem Zeichen eines sportlichen Themas: Die Verpflichtung von Jürgen Luginger.

Der 1967 in Ergolding geborene Luginger war u.a. für Schalke 04, Waldhof Mannheim und Rot-Weiß Oberhausen aktiv. Beim FCS kam er in der Saison 1997/1998 zu einem recht kurzen Intermezzo - ein Jahr vor dem Aufstieg unter Toppmöller. Seine Karriere beendete der Mittelfeldspieler 2004 in Oberhausen und wurde dort kurze Zeit Trainer. 2006 zog er wieder die Fußballschuhe an und half als Spielertrainer beim Traditionsverein KFC Uerdingen aus.
2007 kehrte er als sportlicher Leiter nach Oberhausen zurück, die sich gerade auf dem Durchmarsch von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga befanden. 2008 übernahm er den Trainerposten in Oberhausen, im Gegenzug wurde Trainer Hans-Günter Bruns sportlicher Leiter. Nach einer überraschend guten Saison mit dem Underdog lief es 2010 eher mittelprächtig für die Mannschaft vom Niederrhein und Luginger gab im Februar das Traineramt ab - sein Nachfolger wurde Vorgänger Bruns.

Mit Jürgen Luginger bekommt der FCS einen neuen Trainer, der schon einige Erfahrungen sammeln konnte. Das Erbe könnte jedoch kaum schwieriger sein: Dieter Ferner genießt das höchste Ansehen eines Trainers in Saarbrücken seit mehreren Jahrzehnten.

Die neue Umfrage im Leuchtturm-Blog, die dieses Mal Redakteur Jochen gestalten durfte, lautet:

Der neue FCS-Trainer heißt Jürgen Luginger. Clever gewählter Schachzug oder Schnellschuss?

Die Umfrage endet am 3. Juli 2010.

Dienstag, 1. Juni 2010

Redaktionsschluss Heft 7

Die Saison ist beendet, der Leuchtturm arbeitet bereits an Ausgabe Nr. 7. Da die Saison in Liga 3 schon sehr knapp nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft beginnt, ist unser Redaktionsschluss dieses Mal bereits am Tag des WM-Finales oder:

11. Juli 2010

Wir rufen alle Leser, Kritiker, Freunde oder Skeptiker dazu auf, uns per E-Mail (redaktion -at- fcs-leuchtturm.de) mit Themenvorschlägen, Anmerkungen, Leserbriefen oder Anregungen zu versorgen.
Unser letzter Aufruf trug ja bereits einige Früchte, sodass es in Heft 7 auch wieder Leserbriefe geben wird.