Dienstag, 31. August 2010
"Saarland. Schön, dass du da bist."
Nun gibt es natürlich nicht wirklich einen Grund, hier über den FCK zu berichten, doch heute war der SZ zu entnehmen (siehe hier), dass ein FCK-Mobil auch nach Neunkirchen kommt, um dort eine Autogramm-Stunde abzuhalten und Tickets zu Sonderpreisen zu verkaufen.
Das erinnerte uns an die erste Ausgabe des Leuchtturms (vom 31.10.2008), die folgendes Material enthielt:
Zeichnung: Uta S.
Um das Ganze auch wieder ins Gleichgewicht zu bringen (wir sind ja schließlich keine FCK-Fanseite), wollen wir den Beitrag mit den Worten einer Saarbrücker Legende abschließen: "Es gibt Dinge im Fußball, die waren vor 50 Jahren wahr, die sind heute wahr und werden in 50 Jahren auch noch wahr sein."
Samstag, 28. August 2010
Der FCS bleibt entspannt...
(Foto: Dennis Merl)
Den goldenen Siegtreffer erzielte Manuel Zeitz per Elfmeter, zuvor wurde Velimir Grgic vom VfB-Torhüter an der Strafraumkante gefoult.
Mittwoch, 25. August 2010
Vorbericht: Die Unbeständigkeit verlassen
Unattraktive Bundesliga-Reserve
Mit Attraktivität ist die Begegnung wahrlich nicht gesegnet, nach dem Abgang von Karlheinz Riedles Sohn Allesandro zum Grashopper Club Zürich ist der Finne Pekka Lagerblom (u.a. bei Werder Bremen und dem 1. FC Köln in der Bundesliga) bekanntester Akteur der Stuttgarter Bundesliga-Reserve. Und überhaupt gibt es für den geneigten FCS-Fan, der mit einer Reihe attraktiver Gegner in den vergangenen Woche verwöhnt wurde, bei diesen Spielen meist wenig erfreuliches. Dabei ist gerade gegen den VfB Stuttgart II der Zeitpunkt gekommen, an dem die Blau-Schwarzen ihre Fans wieder mit gutem Fußball verwöhnen sollten.
Es hapert mal hier, mal dort
Die Auswärtspleite in Dresden offenbarte vor allem die Erkenntnis, dass die Schwächen nie dort zu liegen scheinen, wo die Presse und die Fans sie vor jedem Spiel auf's Neue verorten. Dem Sturm wurde der schwarze Peter für die ersten beiden Saisonniederlagen zugeschoben, es folgen zehn Tore in zwei Spielen. Die Abwehr kassierte mal Dresche, wurde mal als Fels in der Brandung angesehen. Das Mittelfeld, über die vergangenen zwei Jahre mit Abstand die stärkste Abteilung auf dem Platz, spielte in Dresden desolat. Neu-Torhüter Andy Hubert zeigte Licht und Schatten, was auch auf der letzten Position zum allgemeinen Schluss verleitet: Die Unbeständigkeit ist derzeit das einzig Verlässliche beim FCS.
Beide Heimspiele nutzen
Um dies ändern zu können, muss erst einmal klar sein, was falsch läuft. Was aber tun, wenn mal dieses und mal jenes im Team versagt? Die Antwort kann nur in den kommenden beiden Spielen liegen. Gegen den VfB Stuttgart II und den SV Sandhausen müssen mindestens vier Punkte her, die einerseits der Mannschaft das nötige Selbstvertrauen darin geben, dass der 7:0-Erfolg in Jena kein einmaliger Ausreißer war. Das Team muss gegen jeden Gegner gewinnen können. Andererseits braucht der FCS die Punkte, um nicht wieder nach unten abzurutschen. Wer schon in der Hinrunde am Tabellenende hängt, hat es mit jedem Spiel schwerer, wieder in die gesicherte Zone zu kommen.
Samstag, 21. August 2010
Dresden - FCS 3:0 - Spielbericht

Autobahnen, ehemalige Grenzübergänge, Baustellen, Verspätungen: Nach einer endlos langen Anreise, bei der zwischendurch 14 Kilometer Stau auf der Landstraße umfahren werden mussten und einem unnützen, weil gescheiterten Konzept der Anreise "in Polizei-Eskorte" war irgendwann gegen 18:55 Uhr das Rudolf-Harbig-Stadion zu Dresden erreicht. Zum Glück war zu diesem Zeitpunkt bereits festgelegt, dass der Anstoß zur Partie SG Dynamo Dresden gegen den 1. FC Saarbrücken mit 15 Minuten Verzögerung fallen sollte. Aber damit war auch das Glück der FCS-Fans an diesem Abend schon aufgebraucht.
1. Halbzeit
Vor über 17.000 Zuschauern, davon ca. 200 im Gästeblock, ging es im neuen Rudolf-Harbig-Stadion für beide Mannschaften munter los. Auf Seiten des 1. FC Saarbrücken spielte mit der gleichen Elf, die Jena mit 7:0 schlagen konnte, die Hausherren hatten einige Umstellungen im Aufgebot. Die beiden Neuzugänge Alexander Esswein (kam aus Wolfsburg) und Christian Fiél (kam aus Aachen) feierten ihr Debüt. Dresden bestimmte das Spiel, allerdings hatte der FCS in der Anfangsphase durchaus gute Chancen durch Ufuk Özbek und Markus Fuchs, die jedoch nichts einbrachten. Vor dem Saarbrücker Tor wurde es meist durch Standards gefährlich. Nach 35 Minuten ging Dresden mit 1:0 in Führung: Eine schnelle Freistoßkombination schloss Robert Koch per Hacke ab, Marina-Ersatz Andy Hubert wirkte in dieser Szene etwas unglücklich. 1:0 war auch der Halbzeitstand.
2. Halbzeit
Zur zweiten Halbzeit brachte Jürgen Luginger für den im Antritt langsamen Markus Fuchs Velimir Grgic. Der FCS hatte nun einige eher harmlose Gelegenheiten zum Ausgleich, während Dynamo weiter die Partie kontrollierte. Die Luginger-Elf wirkte mit der Zeit ratlos und verlagerte das Spiel fast ausschließlich auf Versuche durch die Mitte und lange, hohe Bälle. Dresden spielte dagegen schnell über die außen und brachte die FCS-Abwehr desöfteren in Verlegenheit, was zu vielen kleineren Fouls und gefährlichen Freistößen führte. Schiedsrichter Norbert Grudzinski fiel dabei durch eine eher kleinliche Auslegung der Regeln auf. In der 63. Minute ließ Grudzinski jedoch nach einem klaren Foul an Nico Zimmermann an der Strafraumkante das Spiel weiterlaufen, was auf der Gegenseite in einem Freistoß für Dresden aus halbrechter Position führte. Die Flanke in den Strafraum vollendete Tim Kister per Kopf zum 2:0.
Nach dieser Vorentscheidung zeigte sich der FCS zwar nicht resignierend - aber ideenlos. Bezeichnend ist, dass die größte Chance im restlichen Spielverlauf ein verunglückter Kopfball eines Dynamo-Verteidigers zu Torwart Axel Keller war, der fast zu einem Eigentor führte. Keller wurde später verletzt gegen Benjamin Kirsten (Sohn von Ulf Kirsten) ausgewechselt. Ob dies noch von einer Verletzung durch Grgic herrührte oder den FCS vorführen sollte, bleibt unbeantwortet. Die Einwechslungen von Stiefler und Pisano auf Seiten des FCS brachten wenig ein. Dynamo kam dagegen noch zu einigen Chancen und erzielte in der Schlussminute durch Marc Sand das 3:0 nach einem mustergültigen Konter.
Fazit:
Die Schuld an dieser Niederlage darf trotz miserabler Schiedsrichterleistung einzig und allein beim FCS selbst gesucht werden. In der ersten Halbzeit zeigte der FCS durchaus, dass er Dynamo Paroli bieten kann und auch in der zweiten Halbzeit erarbeitete er sich anfangs noch Torchancen. Warum die Blau-Schwarzen ab einem gewissen Zeitpunkt dann nur noch mit Verzweiflungstaten agierten, bleibt unverständlich, da die Stärken dieser Mannschaft bestimmt nicht im erkämpfen langer, hoher Bälle liegt. Gegen Stuttgart II sollte man es vielleicht mit anderen Ideen versuchen.
Donnerstag, 19. August 2010
Im Osten ging die Sonne auf
Ohne Frage, die Dritte Liga ist Neuland. Aber es gibt immer wieder Gegner, die an vergangene, aber gar nicht weit entfernte Daten der jüngeren FCS-Historie erinnern. Und meist verbindet sie ein rasanter Auf- und Abstieg oder eine wechselhafte Geschichte mit dem 1. FC Saarbrücken. Dynamo Dresden gehört zu dieser Kategorie.
Letztes Duell im April 2006
Das letzte Aufeinanderteffen im Rudolf-Harbig-Stadion war zugleich ein historisches. Am 23. April 2006, am 31. Spieltag in der zweiten Bundesliga, trafen die Mannschaften aufeinander, der FCS damals im kurzzeitigen Hoch, als man Wochen zuvor erstmals in der Saison die Abstiegsregion verließ. In Dresden ging es also für beide Teams, Dynamo und Saarbrücken, um das weitere Überleben.
2:0 für die Hausherren hieß es am Ende, die Torschützen waren Joshua Kennedy und Alexander Ludwig. Eine kraft- und ideenlose Mannschaft hatte einen ersten Satzball verspielt. In der Woche darauf wurde diese Leistung gegen Offenbach zudem unterboten. Für Dresden brachte der Sieg nicht viel, drei Punkte Vorsprung auf den FCS reichten am Saisonende nicht zum Klassenerhalt. In der Folge ging es für den FCS steil bergab, während Dresden, zwar mit großer Tradition und Fanbasis, zu einer grauen Maus der Regionalliga Nord wurde. Im Jahr vor Einführung der neuen Dritten Liga schaffte man den Einzug eher knapp als sicher.
Nach dem Abstieg folgt das Chaos
Die dramatischsten Zeiten für die sächsische Landeshauptstadt sollten aber noch anbrechen. Querelen um den Hauptgeschäftsführer Bernd Maas, der nach einem Jahr wieder entlassen wurde und Rechnungen gefälscht haben soll, bestimmten die Schlagzeilen, die mit dem neuen Rudolf-Harbig-Stadion endlich positiv gestaltet werden sollten. Eine sportliche Talfahrt gab es dann vergangene Saison, in der Dresden lange als Abstiegskandidat galt und sich erst spät in der Rückrunde ans rettende Ufer bewegte.
Dynamo Dresden steht wie ein Sinnbild, nicht nur für den Abstieg des Ostfußballs, sondern den Abstieg der Traditionsvereine überhaupt. Schlechtes Management, Einmischung der Politik in den Verein und nicht zuletzt falsche Erwartungen, gestützt durch kurzzeitige Euphorien um einen möglichen Aufstieg in die Bundesliga kennzeichnen den Weg von Dynamo Dresden in den letzten Jahren. Die Hoffnungen von Sponsoren, Land und Kommunen ruhen in Sachsen längst auf dem Projekt von Red Bull, das mit der Brechstange den Durchmarsch in die europäische Vereinselite erzwingen will.
Für den FCS ist das Spiel am Freitagabend nicht nur ein Test, ob das 7:0 keine Eintagsfliege war. Es ist auch ein Vergleich mit einem Verein, der ähnlich wie Saarbrücken Jahr für Jahr um die Rechtfertigung der eigenen Existenz spielt. Und das werden die Spieler auch auf dem Platz merken.
Montag, 16. August 2010
FCS-Lexikon in Ausgabe 8 mitgestalten!
Diesen Vorschlag wollen wir nun in die Tat umsetzen und rufen alle Leser, Sympathisanten, aber auch Kritiker dazu auf, die achte Ausgabe des Leuchtturms mitzugestalten.
Dabei geht es darum, dass wir um Einträge für die hartnäckigen Buchstaben V, W, X, Y und Z bitten. Uns würde es auch schon freuen, wenn wir nur ein Stichwort zu einem dieser Buchstaben erhalten würde. Komplette Einträge sind natürlich aber auch gerne gesehen! Hierbei sollten die Vorschläge aber generell nicht auf Spielernamen abzielen, da wir diese ohnehin schon in das Lexikon aufnehmen. Also wäre es nützlich, wenn jeder in seinem blau-schwarzen Gedächtnis nachkramt, um Begriffe zu finden.
Wenn ihr einen Vorschlag für die letzten Buchstaben des FCS-Lexikons habt, sendet uns diesen bitte an unsere Mail-Adresse: redaktion@fcs-leuchtturm.de
Wir würden uns über rege Beteiligung sehr freuen!
Freitag, 13. August 2010
Fanprojekt "Innwurf" zu Vorfällen in Jena

An dieser Stelle möchten wir eine Pressemitteilung des Saarbrücker Fanprojektes "Innwurf" wiedergeben, welche Vorfälle beim Spiel Jena - Saarbrücken behandelt.
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Keine Massenschlägerei in Jena
Das Fanprojekt Saarbrücken hat keinerlei Kenntnis von Prügelszenen oder gar einer Massenschlägerei in Jena. Anderslautende Statements oder Mitteilungen entsprechen nicht der Wahrheit.
Vielmehr ist richtig: Jenenser Fans haben einen Bus mit FCS-Fans angegriffen. Sie schmissen Flaschen und Steine auf den Bus, als dieser gerade den Stadionbereichverlassen wollte. Nachdem eine Scheibe zu Bruch gegangen war, kam der Bus zum Stehen. Die Polizei sprühte daraufhin große Mengen Reizgas in den Innenraum des Busses. Dadurch entsand bei den Insassen Panik. Personen mussten sich übergeben und drängten voller Panik zum Vorderausgang. Sie rannten dabei auch über am Boden liegende Personen.
Zu einem direkten Aufeinandertreffen der Fangruppen kam es aus zweierlei Gründen nicht. Zum Einen: Keiner der Bus-Insassen war in der Lage, andere Personen körperlich anzugehen. Sie litten unter Erstickungsangst, Atemnot und geblendeten Augen. Zum Anderen: Die Polizei hatte den Bus mittlerweile umstellt und abgesichert. Außerhalb des Busses erfolgte lediglich eine hektisch organisierte Erstversorgung der Verletzten, aber keine Massenschlägerei.
Die Meldungen über die vermeintliche Prügelei müssen wir vehement dementieren. Nicht zuletzt, weil in dem angegriffenen Bus sowohl der Fanprojektleiter Jörg Rodenbüsch, als auch der Fanbeauftragte Meiko Palm anwesend waren und selbst Opfer des Angriffes und des eingesetzten Reizgases waren und somit die tatsächlichen Abläufe bezeugen können.
Weiterhin ist zum jetzigen Zeitpunkt immer noch ungeklärt, wieso der Abreiseweg der Saarbrücker Fans nicht von der Polizei abgesichert war. Dabei gab es vor dem Spiel die Information, dass der Weg gesichert werde. Das geschah aber nicht. Erst so konnten mehrere hundert aufgebrachte Jenaer Fans den Bus der Saarbrücker am Wegesrand in “Empfang” nehmen.
Damit hat die Polizei unserer Meinung nach die Saarbrücker Anhängerschaft einem unnötigen Sicherheitsrisiko ausgesetzt, das zu Verletzten führte: Ein 20-jähriger Saarbrücker musste nach einem Flaschenwurf mit der Diagnose “Anriss des Kehlkopfes” eine Nacht in der Universitätsklinik Jena verbringen.
Der entstandene Sachschaden an den angegriffenen Fahrzeugen ist noch nicht genau zu beziffern.
Mittwoch, 11. August 2010
FCS knackt Drittliga-Rekord
Trotzdem dürfen wir hier verkünden, dass der 1. FC Saarbrücken heute den Rekord für den höchsten Sieg aller Zeiten in der 3. Liga geknackt hat!
Bislang teilten sich der SC Paderborn, der VfB Stuttgart II, Eintracht Braunschweig, der FC Ingolstadt und der FC Carl-Zeiss Jena (bitter für die Thüringer) den Rekord jeweis mit einem 6:0.
Die Torschützen der historischen Partie Jena - Saarbrücken:
0:1 Markus Fuchs
0:2 Stephan Sieger
0:3 Ufuk Özbek
0:4 Jonathan Zydko
0:5 Velimir Grgic
0:6 Ufuk Özbek
0:7 Alexander Otto
Alle haben heute FCS-Geschichte geschrieben. Es geht aufwärts!
Dienstag, 10. August 2010
FCS-Kult 3 - Die Kult-Gesänge

Für alle, die es beim Heimspiel gegen Braunschweig verpasst haben, einen Leuchtturm für einen Euro zu kaufen, wollen wir hier nun einen Text aus der aktuellen Ausgabe veröffentlichen.
Unser Redakteur Carsten beschäftigte sich mit einem Stück Fußballkultur, das genauso zu dem Ballsport gehört wie etwa die 22 Akteure auf dem Rasen - die Fangesänge.
Wie wir in dem zweiten Teil der Kult-Reihe bereits gelernt haben, bedeutet "Kult" im eigentlichen Sinne das Anbeten eines bestimmten Objekts. Das Objekt, in unserem Falle der FCS, wird aber nicht vorwiegend durch stille Gebete oder inniges und demütiges Schweigen angebetet. Im Stadion geschieht dies vor allem mit Fangesängen, denen wir uns heute widmen wollen.
Fangesänge eroberten seit etwa den 1970er Jahren die deutschen Stadien. Dabei gab es sie in anderen Ländern schon weit vorher. Als bei der WM 1958 in Schweden enthusiastische, schwedische Zuschauer ihre Landesflagge schwenkten und dabei "Heja, Heja Sverige" sangen, während auf dem Platz ein besseres schwedisches Team die deutsche Nationalelf besiegte, wurde das als Frevelei ohnegleichen wahrgenommen. Deutschte Journalisten, vor allem noch nationalsozialistisch gesinnte, ließen sich in Kommentaren über das "mittelmäßige Volk, dem man das Schnapstrinken verbieten muss, weil es sonst zu einem Volk von maßlosen Säufern würde" aus, eine antischwedische Welle folgte. Lediglich der Kicker erkannte bereits damals, wie kleinkariert es ist, wenn man sportliches Versagen auf Anfeuerungen der Zuschauer zurückführt.
Eine Ironie der Geschichte ist vielleicht, dass einer der ersten richtigen Kult-Gesänge beim 1. FC Saarbrücken "Heja, Heja FCS!" lautete. Nach dieser Anfeuerung wurde sogar eine Vereinschronik in den 70ern benannt. Noch heute gibt es vereinzelte Versuche, ein gepflegtes "Heja, Heja FCS!" anzustimmen, aber meist bleiben diese ohne nachhaltige Wirkung.
Wie dieser Gesang seinen Ursprung bei einer anderen Mannschaft hat, so wurde in den Anfangsjahren der Fangesänge auch mehr als nur einmal kopiert. Noch heute gibt es einen Grundstock an Melodien und Satzbausteinen, bei denen einfach nur "Saarbrücken" oder "FCS" eingesetzt wird. Dazu gehören der "FC-Walzer", "Auf geht's Saarbrücken, schieß ein Tor!", "Oh FC, wir sind da...", "Wir woll'n Saarbrücken siegen seh'n!" oder das populäre "Steht auf, wenn Ihr Saarbrücker seid!". Diese Gesänge werden zwar oft gesungen, gibt es im Grunde aber fast überall so zu hören. Selbiges gilt für das "Hundelied", was sich in Saarbrücken einer Hass-Liebe erfreut und eher von Kutten-Fans, als von Ultras mitgesungen wird.
Unter diesen einheitlichen Gesängen gibt es aber auch einige, die durchaus den Witz besitzen, den vor allem der englische Fangesang kennzeichnet. Dazu gehören "Wir schlafen nicht auf Betten! Wir schlafen nicht auf Stroh! Wir schlafen auf Palletten, das ist im Saarland so!" oder "Kniet nieder, Ihr Bauern, Saarbrücken ist zu Gast!". Letzteres ist unfreiwillig komisch, da es sowohl in der Oberliga in Bad Breisig, als auch in der 2. Liga in Essen oder Duisburg Anwendung fand. Dafür erfreuen sich auch diese Gesänge wechselhafter Beliebtheit.
Oft sind es Generationswechsel oder Wechsel innerhalb der Fan-Struktur, die zum Verschwinden oder Aufkommen einzelner Gesänge beitragen. Als sich 2005 der Schritt zur Gründung der Virage Est im E-Block vollzog, taten sich viele neue Anfeuerungsrufe auf. Dabei erwiesen sich vor allem die Boys Saarbrücken als prägend und entwarfen eine Fülle von richtigen, mehrstrophigen Liedern. Was von Teilen der Fanszene als "einschläfernder Sing-Sang" verspottet wird, besitzt dabei durchaus Qualität. Mit "1. FC Saarbrücken, spürst Du unser'n Wind im Rücken..." geht ein stadionweiter Gassenhauer auf das Konto der Boys. "Oh Du schönster Club der Welt, die Liebe, die ein Leben hält..." ist dagegen wohl eine der schönsten Liebeserklärungen an Verein und Mannschaft.
Fragt jemand mich nach meinem Lieblingsgesang, so lautet die Antwort jedoch: "Aux armes!". Zwar ist es kontrovers, ob französischsprachiges Gesang-Gut einen zu großen Platz im Stadion hat, aber Tatsachen sind nun mal die Nähe zu Frankreich und die mehr als zwölfjährige Freundschaft zwischen Fans aus Saarbrücken und Nancy. Im Gegensatz zu anderen deutschen Vereinen gibt es also sehr wohl Anlass, im Wechselgesang "an die Waffen" zu fordern. Selbst Marc Lerandy stimmte "Aux armes!" nach dem Aufstieg in Bonn an, was die hohe Popularität noch einmal unterstreicht. Vielleicht sind es die Wechselgesänge, die am ehesten dem Gedanken der Anbetung entsprechen.
Von den deutschsprachigen Fangesängen sind übrigens zwei Anti-Gesänge meine Favoriten: "FKP, FCK, 05er aus Mainz, Trier und Wormatia, wir hassen Rheinland-Pfalz" und "Erich war ein Saarländer!". Nicht, dass ich Rheinland-Pfalz hassen würde (ich kenne mindestens so viele sympathische Leute von dort, wie unsympathische Saarländer) oder ich den Wiebelskircher Bergmannssohn Erich Honecker glorifizieren will. Aber es klingt einfach melodisch und hat Witz. Zwei Eigenschaften, die auf die besseren unter den Kult-Gesängen entfallen. Auch wenn sie letztlich nur das eigene Anbetungs-Objekt durch die (augendzwinkernde) Abwertung anderer unterstützen.
von Carsten Pilger
Sonntag, 8. August 2010
Ei behalle doch mol die Nerve!

Ein Kommentar zur Niederlage gegen Heidenheim
"Nach drei Niederlagen in Folge wird in Saarbrücken direkt der Kopf des Trainers gefordert." Dieser Spruch hat sich irgendwann in meinem Kopf eingebrannt, obwohl ich nicht mehr weiß, wann er gesagt wurde und in welchem Zusammenhang er genannt wurde. Vermutlich war es im Stadion oder aber in einem Fanforum. Jedenfalls stimmt er.
3:4 hieß es aus Saarbrücker Sicht gegen den 1. FC Heidenheim, die dritte Niederlage im dritten Spiel, letzter Tabellenplatz, null Punkte. Der Schiedsrichter hatte nicht einmal die Pfeife zum Schlusspfiff in den Mund genommen, da hieß es schon im Stadion und im Internet: Grottig, grauenhaft, Katastrohe! Und in diesem Punkt gibt es auch von mir die Zustimmung. Es ist quälend, mitanzusehen, wie nach einer 2:1-Führung drei mögliche Punkte wieder verspielt werden.
Aus dem Satz im ersten Abschnitt folgt also: Die ersten "Luginger raus!"-Rufe mussten geschehen. Und sie wurden auch laut, wenn nicht im Stadion, dann zumindest im Internet. Kein Sachverstand, keine kämpferischen Ansagen, rein gar nichts - so einer darf doch wohl nicht Trainer sein! Die Erinnerung wird wach an diese romantische Viert- und Fünftligazeit, als Dieter Ferner bei schlechter Leistung regelmäßig Donnerwetter beschwor, als Fußball noch Kampf war und natürlich - alles besser.
Die Zeiten haben sich geändert, die Wahrnehmung nicht. Der 1. FC Saarbrücken steht nach zwei Aufstiegen, einer davon mehr oder minder überraschend, in der 3. Liga nun auf dem Abstiegsplatz. Nach Meinung der "Trainer raus"-Rufer dürfte er da nicht stehen. Nach Meinung der Realisten war dies kaum vermeidbar. In keinem der bisherigen Spiele war der FCS der Favorit, obwohl diese Wahrnehmung natürlich nicht breit diskutiert wurde - oder diskutiert werden durfte. Dass Offenbach, Braunschweig und Heidenheim vergangene Saison nicht schlechter als Platz 7 abschnitten, wurde kaum beachtet.
Trotz dieser Fakten ist klar: Das darf nicht in Schönfärberei, blinden Optimismus oder ähnlichen Ausreden enden. Damit würde der FCS, ähnlich der Zeit unter Henke oder Philippe, die Realität verdrängen. Jürgen Luginger hat in den ersten drei Spielen gezeigt, dass es ihm schwerfällt, die richtige Aufstellung für seinen Kader zu finden. Spieler wie Pisano oder Sieger haben noch keine Rechtfertigung dafür erbracht, warum sie nach ihrer Verpflichtung gleich den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben. Kein Mannschaftsteil hat bislang eine konkurrenzfähige Form gezeigt.
Für die Mannschaft und den Trainer ist es in den kommenden Spielen an der Zeit, die Leistung zu verbessern und Fehler in der Taktik und Aufstellung auszumerzen. Wichtig ist jedoch, dass sie überhaupt das Vertrauen des Umfelds erhalten, um diese Chance überhaupt erst zu nutzen. Wer nicht die Chance zugestanden bekommt, kann sie auch kaum wahrnehmen.
Und hier kommt die Diskussion der letzten Stunden ins Spiel: Wer nach der dritten Niederlage in Folge den Kopf des Trainers fordert und die Mannschaft als Ganzes verdammt, will beiden eben jene Chance nicht zugestehen. Doch bringt das etwas? Nein! Der FCS kann nicht einfach nach drei Spieltagen gleich Trainerteam und komplette Mannschaftsteile austauschen. Nicht nur, dass es dazu am Geld fehlt: Es ist das vollkommen falsche Signal für die Spieler und das komplette Umfeld. Eine Trainerentlassung käme eines Einknickens vor den lautstarken, aber anonymen Stimmen im Umfeld gleich, die grundsätzlich jede Gelegenheit zum Meckern um ihrer Selbst Willen nutzen. Sei es die Trainerdiskussion, die Diskussion um die Neuverpflichtungen oder die Stimmungsdiskussion, was oft nach Spielen nur eine Stellvertreterdiskussion für die Leistung ist.
Natürlich: Jede Diskussion hat ihre Berechtigung und oft kommen auch kluge Gedanken zustande. Aber jede Diskussion ist auch mit Konsequenzen verbunden, was den Eindruck nach außen eines Umfeldes oder einer Fanszene angeht. Je schneller die Trainerfrage zu Beginn einer Saison auftaucht, so unglaubwürdiger, impulsiver und unreifer ist der Eindruck, der hinterlassen wird. Selbiges gilt für Verschwörungstheorien, die den Vereinsvorstand betreffen. Ohne "harte Fakten", die solche Behauptungen stützen, bringt sowas eher Internetforen in Verruf, als wirklichen Druck auszuüben.
Am Liebsten würde man rufen: "Ei behalle doch mol die Nerve!" Die Saison steht noch am Anfang, es werden noch Gegner auf den FCS zukommen, die nicht um den Aufstieg in der 3. Liga mitspielen. Die Spieler werden nach der öffentlichen Kritik durchaus ihre eigene Leistung hinterfragen, der Trainer wird auch weiter an seinem eigenen Konzept arbeiten, will er nicht früh scheitern. Man muss beiden die Chance zur Verbesserung geben - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt der Saison.
Donnerstag, 5. August 2010
August-Umfrage: FCS-Songs

Nach einer recht deutlichen Antwort auf die Frage, ob die Vuvuzela unter Stadiongängern beliebt ist, legen wir im August eine andere Platte auf: Was ist der beste FCS-Song?
Einen Monat lang werden wir hier im Blog über Musikstücke abstimmen lassen, die auf irgendeine Art und Weise mit dem 1. FC Saarbrücken verbunden sind. In die Auswahl gekommen sind dabei einige geschmetterte Liebeserklärungen, Gitarrenmusik mit Huldigungen an ehemalige Spieler und auch das ein oder andere Stück, das erst ab einem gewissen Wert an Promille seine Wirkung entfaltet. Nun stellen wir die Auswahl kurz vor:
Die FC-Singers - F-F-FCS
Die offizielle Vereinshymne stammt aus den 70er Jahren und wurde von Dieter Thomas Heck mitgeschrieben - was beim Hören des Liedes kaum verwundert. Noch heute dröhnt der Marsch durch die Stadionlautsprecher und gehört zum festen Repertoire bei Heimspielen: "Und wenn der FCS marschiert, weiß ein jeder was passiert..."
Link: Songinfo bei FC45.de
Leergut - Wir kommen wieder!
Das große Alleinstellungsmerkmal von "Wir kommen wieder!" ist klar: Der einzige Fansong, der sich über fast ein Jahrzehnt gehalten hat und noch heute mitgesungen wird. Der Text, entstanden in den Jahren der Regionalliga-Tristesse, spiegelt wie kein anderer das Lebensgefühl der FCS-Fans wieder: "Wie war'n schon so oft totgesagt, doch Totgesagte leben länger."
Link: Homepage von Leergut
Mingo Due - Weil ich so super sexy bin
Das Singer-Songwriter-Stück entstand während der Toppi-Ära und setzt den beiden Spielern "Manni" Bender und Sambo Choji ein musikalisches Denkmal. Auf der Grenze zwischen Coolness und unfreiwilliger Komik bewegt sich dieser FCS-Song, dessen wohl denkwürdigste Zeile lautet: "Sambo, Sambo, Sambo, Sambo Choji - Du Perle aus Nigeriaaaaa"
AGA - Kanonenlied
Das fast in Vergessenheit geratene "Kanonenlied" ist nur einigen wenigen Kennern bekannt und lässt sich nur noch in den Tiefen des Netzes finden. Einst für den Fanclub "Die Kanonen" geschrieben, besticht der Song wenig durch anspruchsvolle Dichtung (der Text ist in dieser Aufzählung der wohl politisch inkorrekteste) oder Sangeskunst. Vielleicht macht das auch den versteckten Kultstatus aus.
Link: AGA bei mp3.de
Schaafa Sämpf - Let's go Saarbrücken
In der Radio-Salü-Zeit im Stadionradio durfte auch die Parodie-Band des Senders mehrere FCS-Songs singen. Im ersten davon erleben wir ein weiteres Phämonem der Fußball-Musik: Einen singenden Fußballer. Gunther Thiebaut, belgischer Stürmer und Fan-Idol, durfte sein Talent unter Beweis stellen. Dazu reimte Schaafa Sämpf munter auf Spielernamen: "Master Echendu - schnell wie e Renngnu! Henri Heeren - nicht zu entbehren!"
Link: Songinfo bei FC45.de
Die Konsorten - Liebe kennt keine Liga
"Liebe kennt keine Liga" stellte das Motto in den Oberliga-Jahren dar - warum also keinen Song mit gleichnamigen Titel schreiben? Mit Stadionrock und eingängigen Reimen versuchte die Kombo an den Erfolg von Leergut anzuknüpfen - letztlich ohne Erfolg, Liebe kennt keine Liga hielt sich nur für eine begrenzte Zeit oben in der FCS-Chartliste.
Link: Konsorten bei Myspace
Lobo's Son - Saarbrücken Unser Revier
Unter dem Namen "Lobo's Son" versucht sich seit geraumer Zeit auch Leuchtturm-Redakteur Christian an eigenen Musikstücken zum FCS. Begonnen hat alles mit einigen Auftritten im Fanradio, gefolgt sind mehrere Youtube-Videos und eine CD in Eigenproduktion. Auch wenn es schon den ein oder anderen hämischen Kommentar gab, so wird dem Engagement von "Lobo's Son" mittlerweile Respekt gezollt.
Link: Song auf Youtube
SR1-Allstars + 1. FCS-Fans - Blau-Schwarze Liebe
Der jüngste Versuch einer Stadionhymne geht auf die Initiative des SR1-Stadionradios zurück. Mit eingängigem Rhytmus, dem Verweis auf das 6:1 gegen Bayern und vielen F-F-FCS Chorälen als Zitation der Vereinshymne versucht sich dieser Song derzeit, im Ludwigspark zu etablieren. Vielleicht sind es noch die Nachwehen des ersten Engagements von SR1 beim FCS, dass dieser Song innerhalb der Fanszene stark polarisiert.
Link: Songinfo und Song bei SR1.de
Welcher Song wird das Rennen machen? Die Wahlurnen hier im Blog sind bis zum 5. September 2010 geöffnet!
Dienstag, 3. August 2010
Abstiegsgespenst? Keine Chance!


Natürlich handelt es sich nur um einen Spezialräumdienst, der sich am Samstag um ein Vespennest im E-Block kümmern musste. Wir danken dem Fanprojekt Innwurf für diese kuriosen Schnappschüsse!
