Samstag, 30. April 2011
Leseprobe: Mehr Saartiere im Heft!
Fortsetzung in Heft Nr. 8!
Freitag, 29. April 2011
Claudio Mariotto: Armer Saarländer
Diese Aussage kann man auf einzelne Menschen sowie auch auf mehrere beziehen. Zweck ist nicht einigen Menschen zu nahe zu treten.Nun verfolgte ich das Geschehen im Ludwigspark über die Medien. Und so hörte ich seitens der Moderatorin wie auch vom Ludwigsparkkorrespondenten vom SR3, das Wort Klassenerhalt in den verschiedensten melodischen Formen. Man kann logische Argumente auf den Tisch legen (siehe hierzu meinen Artikel: „Klassenerhalt: Wo sind wir dran?“ auf der Hauptseite vom Leuchtturm oder auf Ludwigspark beim Spiel: TuS Koblenz – 1.FCS), aber bei einigen greifen sie nicht.
Der Trainer von Sandhausen ist da anders. Auf die Frage in Bezug auf den Klassenerhalt sagte er schlicht einfach dem Sinne nach: „Ich glaube kaum, dass eine Mannschaft mit 43 (oder 45?) Punkten absteigen wird.“ Es gibt aber Saarländer die glauben sich immer noch nicht mit 47 Punkten vor dem Bremenspiel, sicher. Da muss man einfach sagen, dass diesen einfach nicht zu helfen ist.
Luginger legte sich nach dem Spiel im Interview mit dem SR3-Korrespondenten schlau an. Man stellte ihm die Frage: „Was haben Sie nach dem Spiel gedacht?“ – „…“ Ich habe seine Antwort vergessen aber er sagte nicht: „Hurraaa, wir haben den Klassenverbleib geschafft.“ Ich würde ihn bedauern wenn er dies gesagt hatte.
So kommt es, dass man von Korrespondenten behauptet die schreiben, dass sie es tun um Tinte zu verbrauchen und um die Seiten zu füllen, oder dass sie eben reden um die Zeit über die Runden zu bringen.
Was das Spiel anbelangt, hatte ich mir etwas mehr erhofft, aber man ging seitens des 1.FCS nicht mit derselben Konsequenz zur Sache, wie zum Beispiel gegen Rostock. Und so passiert es, dass man solche Spiele nicht gewinnt und in der Tabelle nicht vorne steht. Es war mir schon bange als es mit 0 zu 0 in die Pause ging.
Während der 2. Halbzeit schaltete SR3 in den Ludwigspark und während der Reporter sprach hörte ich das Wort Sieger und nebenbei einen lauten Torschrei. „Aber für wen ist das Tor gefallen? Ist überhaupt ein Tor gefallen?“, fragte ich mich. Da der Reporter nicht schnell Einzelheiten gab, sagte ich mir, dass bei diesem lauten Schrei, das Tor für den 1.FCS gefallen war. Und so war es dann auch, als der Reporter endlich sich selbst wiedergefunden hatte, gab er die notwendigen Erklärungen.
Es blieb bei diesem Stand und so kann der 1.FCS den 6. Sieg in Serie feiern. In der Tabelle klettert er auf den 7. Rang und hat satte 50 Punkte auf dem Konto. Wer hätte dies noch Ende Januar geglaubt? Mehr als Rang 7 ist wahrscheinlich nicht drin. Der 1.FCS soll aber alles versuchen auch die restlichen 3 Spiele zu gewinnen. Dies für seine eigene gute Moral, damit er die Meisterschaft erfolgreich beendet und dies soll als Sprungbrett für die nächste Meisterschaft dienen.
Ein Wort zum Publikum:
Es hat mich riesig gefreut die FCS, FCS-Rufe über Radio gehört zu haben. Dies tat mir sehr gut. Es erinnerte mich an die Zeit als ich als Junge in den 60- und 70-Jahren meine Ohren an ein altes Röhrenradio drückte, um die Übertragungen von meiner italienischen Mannschaft zu hören. Die Anfeuerungen sind mir in Fleisch und Blut übergegangen. Deshalb muntere ich die FCS-Jugend auf: Fahrt fort lautstark FCS, FCS, FCS, … zu schreien. Es tut mir gut.
Zu Nico Zimmermann:
Durch den SR3 bekam ich zu hören, dass der FCS an MVP und Lerandy dran ist. Das freut mich. Wenn der 1.FCS diese Elemente halten will, hat er für die kommende Meisterschaft etwas vor. Und wie immer wird man sagen: „Wir planen nur den Klassenverbleib“, aber inoffiziell will man mehr. Und wenn es schwer wird MVP und Co zu halten, wie wäre es wenn man eine finanzielle Fan-Aktion startet zum Verbleib von MVP und Co, wie sie schon woanders stattgefunden hat?
VV 1.FCS-Jungen an der Saar.
von Claudio Mariotto
Sonntag, 24. April 2011
Leseprobe: Hopping in Thailand
Wir wünschen allen Leuchtturm-Leserinnen und -Lesern ein frohes Osterfest! Als kleines Osterei und als Appetitanreger vor der kommenden Ausgabe Nr. 8 gibt es am Ostersonntag eine kleine Leseprobe auf unseren Seiten: FCS-Fan Matze erzählt uns von seinem Trip zum thailändischen Erstliga-Fußball. Den vollständigen Artikel gibt es zum Heimspiel gegen Babelsberg im neuen Heft.Thailand-Trip von Matze
In Bangkok schließt sich der Kreis unserer kleinen Südostasien-Rundreise. Wir beziehen das gleiche vergammelte Guesthouse wie zum Start, und Jens und Matze gehen erst einmal Burgern beim King. Benne hat mit einem Taxifahrer das Erstliga-Spiel Bangkok United gegen den Police FC ausgecheckt. Da wir mittlerweile genug Paläste, Tempel und Buddhas gesehen haben, sind wir froh, endlich wieder Fußball sehen zu können. Bevor es zum Spiel der Thai Premier League geht, lassen wir uns aber bei einer anderthalbstündigen Thaimassage wiederbeleben. Ganz seriös natürlich. Ohne Happy End!
Ein Taxi bringt uns für 200 Baht zum Thai-Japanese Stadium, einem Leichtathletik-Sportplatz mit zwei Tribünen und Platz für etwa 10000 Zuschauer. Rund 700 sind gekommen, um das Spiel des Tabellenletzten (16.) United gegen den Polizeiverein (12.) zu sehen.
Wir decken uns am Fanstand mit Souvenirs ein: 10 Euro für ein Originaltrikot. Ein Schnäppchen. Noch dazu sind wir jetzt wohl die größere Attraktion als das Fußballspiel. Wir werden fotografiert und vom United TV-gefilmt. Als wir die Tribüne entern, gehen reihenweise die Daumen hoch für die drei bleichgesichtigen Saarländer in ihren grünen Trikots. Zwei Pressevertreter fragen uns kopfschüttelnd, wie wir denn auf die Idee kämen, uns mit Trikots des Tabellenletzten in der Öffentlichkeit zu zeigen? „Naja, support your local Team“, antworten die Globetrotter unisono und ernten ein ungläubiges: „Ah, ok!“ Es folgt das Übliche: Where are you from? – Germany. – Ah, bayern munich, Schweini. – Yes, yes, good, good. Wir sind als Saarbrücken-Fans leicht genervt über das ewige Bayern Munich-Gelaber.
Schließlich will einer der Beiden – der eine trägt ein Liverpool- der andere ein LA Galaxy-Trikot – sogar Benne seinen Presseausweis überlassen. Wir geben uns aber erstmal mit drei Wasser zufrieden und verabreden uns zum Fototermin nach dem Spiel.
Wir klettern über die Beine von ein paar lustlosen Rekonvaleszenten im Vereinsanzug und drücken uns an den kommenden afrikanischen Stars der Thai-League vorbei. Schließlich finden wir ein Plätzchen neben einem Haufen von etwa 80 United-Fans, die sich alle Mühe geben, 90 Minuten Stimmung zu machen. Was bei dem Spiel, das nun kommen soll, eine wirklich respektable Leistung ist
Mehr gibt es im neuen Heft!
Freitag, 22. April 2011
Claudio Mariotto: "Klassenerhalt: Wo sind wir dran?"
Unserem Leser und Gastautor Claudio Mariotto sind Ungereimtheiten bei den Rechnungen aufgefallen, die derzeit von den Medien angestellt werden. Wo wir beim Klassenerhalt des FCS wirklich dran sind und ob wir bereits jetzt die Sektkorken knallen lassen können, erklärt Claudio in seinem durchaus mathematischen Beitrag "Klassenerhalt: Wo sind wir dran?".Nach dem Spiel gegen Koblenz sagte der SR3 – Sportkorrespondent dem Sinne nach: „Wenn LR Ahlen unentschieden spielt oder verliert dann ist der Klassenerhalt gesichert. Dann könnte Ahlen den 1.FCS, der 14 oder 13 Punkte Vorsprung hat, in den letzten 4 Spielen nicht mehr einholen.“
Wie sollen wir diese Aussage bewerten?
1.) Wenn man reine lineare Mathematik betreibt, scheint er auf den ersten Blick Recht zu haben. Aber trotzdem liegt bei dieser Überlegung ein Fehler vor. Er berücksichtigt nicht, dass zwischen dem 1.FCS (9. Platz nach dem 33. Spieltag) und RW Ahlen (18. Platz), sich weitere 8 Mannschaften befinden, die auch überholt werden müssen. Diese müssen auch gleichzeitig verlieren, damit der 1.FCS von RW Ahlen überholt wird. Diese Annahme trifft nie ein und so ist dieses Argument hinfällig.
Um solche Überlegungen zu führen muss man sich mit mathematischer Wahrscheinlichkeitsberechnungen befassen die langwierig und kompliziert sind. Deshalb greift man in der Praxis nach einer Faustregel oder einem Erfahrungswert. Wie zum Beispiel sagte einmal Klaus Meiser (früherer Vizepräsident des 1.FCS als er im Jahr 2005 noch in der 2. Liga war): „Zum Klassenerhalt brauchen wir 40 Punkte. Das wissen wir. …“ Er hatte Recht und der 1.FCS hatte den Klassenerhalt fast geschafft. Er ist aber über sich selbst gestolpert.
So greift man auch in diesem Fall zu einem Erfahrungswert. Dieser besagt, dass seit die 3.Liga besteht, der 18. nicht über 40 Punkte kam. Und so kann man behaupten, dass der 1.FCS nach dem Spiel gegen Erfurt 41 Punkte auf dem Konto hatte und bereits gerettet ist. Nur weil es Menschen gibt, die diese oder jene schlechte Vorahnung erdenken, feuern sie negative Argumente an um Gesprächstoff zu haben.
2.) Man muss auch den Lauf des 1.FCS berücksichtigen. Wie bereits woanders geschrieben spürt er den Frühling und er hat die Segelflügel weit geöffnet und galoppiert von Sieg zu Sieg. Er gewinnt gegen Kandidaten die im Abstiegskampf sind, wie gegen Kandidaten die für den Aufstieg eifern. Er legt eine Gesundheit an den Tag wie noch nie in dieser Meisterschaft. Aus dieser Ursache ist der Klassenerhalt auch sicher.
3.) Dann muss man auch das Restprogramm des 1.FCS anschauen. Nach dem Spiel gegen Koblenz heißt es: Werder Bremen II; Unterhaching; Babelsberg und Burghausen. Das sind Mannschaften die in der Tabelle sich hinter dem 1.FCS befinden und zum Teil ganz, zum Teil sich nicht mehr im Abstiegskampf befinden. Gewinnt oder spielt er unentschieden trägt der 1.FCS dazu bei, dass diese Konkurrenten hinter ihm bleiben.
So kann man sagen, dass der 1.FCS den Klassenerhalt unter Dach und Fach hat und es schaffen kann die Meisterschaft auf dem 7. Tabellenplatz zu beenden. Einen besseren Platz, kann er nur erreichen wenn andere Faktoren mitspielen.
VV 1.FCS an der Saar.
Donnerstag, 21. April 2011
Linksammlung: TuS Koblenz - 1. FC Saarbrücken
Zum Spiel in Koblenz halten wir aufgrund der vielen Ereignisse und schon geschriebener Berichte zum Spiel eine Linksammlung für sinnvoll. Einen ausführlichen Spielbericht gibt es in einer der kommenden Ausgaben unseres Heftes.
Spielberichte:
ludwigspark.de: 2:1-Sieg – Auch Koblenz kann den FCS-Express nicht stoppen
fcsaarbruecken.de: Spielbericht des FCS
SR-online.de: Saarbrücken punktet zum Klassenerhalt
tuskoblenz.de: Spielbericht der Gastgeber
Vorkommnisse vor Spielbeginn:
Polizei-Bericht des Polizeipräsidiums in Koblenz
www.liga3-online.de: Kommentar: "Organisation war eine Katastrophe!"
Zur Radfahrt nach Koblenz:
Bildergalerie bei SR-online.de
Donnerstag, 14. April 2011
Leuchtturm #8 in den Startlöchern!
Der Redaktionsschluss war bereits am 10. April, das Heft befindet sich im Moment also in der Layout-Phase. Der Verkauf des Heftes wird am 07.05.2011 beim Spiel gegen den SV Babelsberg (37. Spieltag) erfolgen. Details zum Verkauf werden wir an dieser Stelle noch veröffentlichen.
Wir wollen euch aber bereits jetzt das Gesicht des neuen Leuchtturms präsentieren und etwas vom Inhalt preisgeben. So kann man u.a. Folgendes in der Ausgabe vorfinden:
- Die Saartiere zur Stadionfrage!
- Hopping-Berichte und Stadiontests
- Interview mit Marc von den Boys SB
- Der große Leuchtturm-Präsidenten-Test!
- Mitglied beim FCS - Das besondere Erlebnis
Vor dem Verkauf findet ihr hier natürlich noch die ein oder andere Leseprobe...
Vorbericht: Vorsicht vor dem personellen Ausdünnen
Die Saison geht in die Zielgerade, nur noch sechs Spiele stehen für die Vereine in der Dritten Liga an. Und irgendwie hat man das Gefühl, dass der Klassenerhalt mittlerweile so gut wie feststeht. Acht Punkte Vorsprung, gefühlt sogar neun, da der FCS im Gegensatz zu Ahlen und Aalen und all den anderen noch ein ausgeglichenes Torverhältnis besitzt. Die Planungen für die kommende Saison können also beginnen.Das ist auch derzeit die Hauptbeschäftigung der FCS-Anhänger: Wer geht? Wer bleibt? Wer kommt? Die beiden ersten Fragen sind dabei die wichtigeren, was nicht zuletzt daran hängt, dass seitens des FCS-Schatzmeisters Dieter Weller zuletzt keine Gelegenheit ausgelassen wurde, in der Presse an den Sparkurs des Vereins zu erinnern: Weniger Etat in der kommenden Spielzeit, finanzielles Überleben des Vereins nur mit neuem Stadion und Ausgliederung der Profiabteilung aus dem Verein. Mittlerweile glauben wir das alles sogar, obwohl dem FCS in den vergangenen zehn Jahren schon deutlich mehr als einmal das Aus prophezeit wurde.
Was die lange Vorrede soll? Dazu später etwas. Tatsache ist, dass die Herrenmannschaft derzeit einen ordentlichen Fußball spielt und selbst gegen die großen Favoriten in letzter Zeit regelmäßig punktete, wie zuletzt bei RW Erfurt. Nun also der FC Hansa Rostock, der mit einem Sieg oder Remis im Ludwigspark den Wiederaufstieg in die Zweite Liga feiern könnte. Und der FCS könnte den Spielverderber geben.
So unwahrscheinlich ist das nicht. Die letzte Heimniederlage gab es Ende Januar gegen Jena, seitherhat der FCS zu Hause 13 von 15 möglichen Punkten verteidigt und dabei selbst Mannschaften wie Dynamo Dresden oder die Offenbacher Kickers punktlos nach Hause geschickt. Hansa sollte es im Ludwigspark auch nicht zu leicht haben. Bereits im Hinspiel machte der 1. FC Saarbrücken als Außenseiter den Fußballern von der Ostsee das Leben schwer: Beim 2:1-Sieg des FC Hansa sah es lange nach einer Punkteteilung aus.
Doch wie sieht es jetzt aus? Der FCS muss auf Giuseppe Pisano verzichten, der gesperrt ist. Velimir Grgic fällt noch länger verletzt aus und Sven Krause ist zum Spiel gegen Rostock wohl immer noch angeschlagen. Im Sturm bleiben wenig Alternativen, Markus Fuchs wird wohl erneut von Beginn an auflaufen. Für die Reservebank wird man wohl auf Spieler der Zweiten Mannschaft zurückgreifen müssen, zumindest was den Sturm betrifft.
Und hier knüpft alles an die Vorrede zum Sparkurs des FCS an: Sparen ist sinnvoll, wenn ein Verein noch Altschulden abzubauen hat und dass der FCS hier vernünftig wirtschaftet und nicht gleich in den Kaufrausch früherer Jahre zurückverfällt, sollte lobend anerkannt werden. Dass die Personalplanung allerdings bereits schon von Trainer Jürgen Luginger als “Neuanfang” tituliert wird und auch der in dieser Saison dünne Kader an so manch personelle Engpässe kommt, gibt zu denken.
Natürlich bleibt die Frage, was zuerst her muss: Der Erfolg (sprich: Das Geld) oder die Spieler, die den Erfolg beibringen sollen? Eines geht nicht ohne das andere, nur sollte gerade im Hinblick auf die schmerzlichen Abgänge Zeitz und Mann, die wohl nicht vermeidbar waren, zumindest bei den Stützen der jetzigen Mannschaft, die noch zu halten sind, alles daran gesetzt werden, diese auch zu halten. Ohne neue, gute Spieler kommt auch eben kein langfristiger Erfolg. Trotz Etat-Reduzierung sollte der Verein nicht auf den 18-Mann-Kader zusteuern. Sonst wird der FCS im kommenden Jahr nicht am 32. Spieltag mit großem Vorsprung vor der Abstiegszone gelassen in ein Heimspiel gegen den Tabellenzweiten gehen.
Dienstag, 12. April 2011
Post von Claudio: Zwischenbilanz
Unser Leser und Gastautor Claudio Mariotto hat sich erneut seine Gedanken zum FCS gemacht. Da sein Text vor dem Spiel in Erfurt verfasst ist, beziehen sich die Punktangaben auf eben jenen Stand vor dem 32. Spieltag.Eine kleine Zwischenbilanz:
Nun haben wir den 31. Spieltag hinter uns und somit sind mehr als 3/4 der Meisterschaft bewältigt. Damit man jeder Euphorie oder jedem Pessimismus den Teppich unter dem Boden wegnimmt, ist es angebracht eine Bilanz zu ziehen.
Als es mit dem 20. Spieltag gegen Braunschweig in die Winterpause ging, hatte der 1.FCS folgendes Kapital:
12. Platz; 21 Punkte; 25/28 Tore.
Nach dem 31.Spieltag ist die Situation folgende:
12. Platz; 38 Punkte; 44/45 Tore.
Auf den 1. Blick kann man sagen, dass alles beim Alten geblieben ist. 12. Platz damals wie heute. Aber wenn man genauer hinschaut gibt es Fortschritte.
Die Punktausbeute ist wesentlich höher und der Vorsprung auf den 18. Platz ist größer. Damals betrug der Vorsprung 4 virtuelle Punkte, da die Konkurrenten 1 oder 2 Spiele weniger auf dem Konto hatten. Heute sind es satte 6 Punkte und der psychologische Klassenerhalt ist nur noch eine Formsache.
Schaut man nur auf den Klassenerhalt steht der 1.FCS sehr gut da. Mit 38 Punkten hat er die psychologische 40 Punktemauer zum Klassenerhalt greifbar nahe in Sicht. Auch hat er vom 9. Platz abwärts die meisten Tore erzielt und die beste Torbilanz. Die Torbilanz ist sogar besser als die von Tus Koblenz (7. Platz; 45 P.; 32/37 T.). Über diesen Aspekt soll man sich freuen, denn auch die Moral der Mannschaft scheint gut zu sein.
Der 1.FCS darf sich auch freuen, dass er mit 44 Toren die 5.-beste Offensivkraft der Liga ist. Dem gegenüber ist er aber auch traurig, dass er die 6.-schlechteste Verteidigung hat. Hätte er einige Tore mehr auf dem Konto so könnte er auf dem 8. Platz sein wie Heidenheim, das ein Torverhältnis hat von 50/44. Hätte der Torhüter Marina diesen oder jenen Fehler nicht gemacht, wären wahrscheinlich 6 Punkte mehr auf dem Konto und mit 44 Punkten wäre er auf Platz 8. Hätte der Aussenverteidiger links oder rechts oder der Verteidiger in der Mitte oder die Verteidigung insgesamt diese oder jene Situation nicht verschlafen, könnte der 1.FCS sogar punktgleich mit Wehen (51 P.; 44/33 T.) oder Dresden (49 P.; 41/33 T.) sein. Dies wäre realistisch, da diese gerade so viele Tore erzielt haben wie der 1.FCS. Offenbach, das als Aufstiegskandidat in Rennen gegangen ist, hat auch nur 44 Tore erzielt.
In anderen Worten heißt das, der 1.FCS wäre mitten drin im Relegationsrennen zum Aufstieg in die 2. Liga. Realistisch betrachtet heißt es auch, dass man für die kommende Meisterschaft in Bezug auf die Verteidigung handeln muss. Denn der 1.FCS muss zurück in die 2. Liga, denn dort war er! Man muss jetzt auch noch mal schauen, wie sich die Verteidigung, entwickelt wenn Gehring und Mann wieder zur Verfügung stehen. Die Umstellung in der Verteidigung wie wir sie im Spiel gegen Dresden beobachtet haben, hat sich positiv ausgewirkt. Aber es besteht Handlungsbedarf.
Auch können wir uns des Wiedersehens von Zeitz freuen. Und schon meldet er sich mit 2 Toren. Wenn er weiter die offensivere Geige spielen wird, können wir uns freuen den alten wieder zu haben.
Erfreulich ist auch, dass einige Spieler wie Kohler, Otto usw. sich immer besser profilieren. Der Wermutstropfen, dass Weißmann den 1.FCS verlassen hat, bleibt. Er hätte bestimmt auch ein Wort mitreden können.
Problem bleibt aber auch das Sturmschießpulver. Pisano scheint sich zu profilieren. Er hat jetzt 6 Tore auf dem Konto. Bester Torschütze ist unser Zimmermeister mit 7 Toren. Wir sollen froh sein, dass wir ihn haben. Er ist konstanter geworden, macht Torvorlagen, gestaltet das Spiel und macht Tore.
Wie schon früher geschrieben machte unser Mittelfeld wenig Tore, im Vergleich zur vorigen Meisterschaft weniger Tore. Dem ist jetzt nicht mehr so. Die Spieler haben den Rhythmus scheinbar gefunden und die Torausbeute ist gestiegen.
Bis zum Ende der Meisterschaft muss die Verteidigung geschlossener werden und die Stürmer müssen es fertig bringen die Ausbeutung der Torgelegenheiten zu verbessern.
Wir können davon ausgehen, dass der 1.FCS im restlichen Teil dieser Meisterschaft sowie im Saarland-Pokal viel Freude haben wird.
VV 1.FCS-Jungen an der Saar.
Donnerstag, 7. April 2011
Welcher Rekord wurde geknackt?
Am 1. November 1955 gewann der 1. FC Saarbrücken im Europapokal der Landesmeister mit 4:3 beim AC Mailand. Wolff-Christopher Fuss, Sat.1-Kommentator, erinnerte sich daran und formulierte daraus abgeleitet, dass der FC Schalke 04 nun den Rekord für die meisten Tore bei einer der beiden Mailänder Mannschaften knackte. Eurosport übernahm dies und schrieb vom "deutschen Tor-Rekord".
Auch die Saarlandausgabe der BILD-Zeitung übernahm diese bunte Geschichte gerne und schrieb unter dem Titel "Schalke klaut 1. FCS den Uralt-Rekord":
"Die FCS-Wunderelf schaffte 1955 ein 4:3 beim AC Mailand im Pokal der Landesmeister. Vier Tore auf italienischem Fußballboden. Dieser Rekord ist nach Schalkes 5:2 bei Inter Mailand nun futsch."
Das liest sich alles schön und nett, ist ein zusätzlicher Wissensinput für den tollen Schalker Sieg. Und doch? Welcher Rekord wurde jetzt eigentlich gebrochen?
Draußen ist zunächst einmal der höchste Sieg bei Inter Mailand. Den errang bereits der Arsenal F.C.: 5:1 für die "Gunners" am 25. November 2003. Auch die meisten bei einer italienischen Mannschaft von einem deutschen Klub erzielten Tore können es nicht sein: Dieser Rekord ist spätestens seit dem 8. Dezember 2009 von Bayern München eingestellt worden: 4:1-Sieg bei Juventus Turin.
Doch gehen wir weiter zurück: Welchen Rekord hielt der FCS denn nun, wenn er denn gebrochen wurde?
In der Saison 1955/56, zur erstmaligen Austragung des "Europapokals der Landesmeister", trat der 1. FC Saarbrücken an. Aber nicht als deutscher Vertreter, denn dieser war Rot-Weiss Essen. Der FCS trat für das Saarland an, welches vor dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland noch einen eigenen Fußballverband und eine Nationalmannschaft besaß. Streng genommen stellte der FCS den Rekord also nicht für deutsche Vereine, sondern für saarländische Vereine auf.
Für Journalisten bereinigt heißt es also:
"Die meisten geschossenen Tore einer deutschen Mannschaft unter Zuzählung der für Saarland und DDR aufgestellten Rekorde bei einer italienischen Mannschaft."
Wenn man wirklich den FCS-Sieg 1955 hinzurechnen will und der Bayern-Sieg in Italien nicht ausreicht.
Das hört sich dann nicht mehr so spannend an, kommt dem ganzen aber näher als die eher zweifelhaften Versuche, auf Biegen und Brechen einen Rekord zu konstruieren. Der FCS hält für das Saarland alle Europapokalrekorde - wahrscheinlich noch sehr lange.
Dafür darf auch Schalke in diesem Jahr gerne die Champions League gewinnen. Nach solchen Spielen wie am Dienstag in Mailand, könnte man sich die Knappen gut als verdienten Sieger im Pokal vorstellen - für die Rekordjagd einiger Reporter und Journalisten können die Knappen ja auch nichts.
Mittwoch, 6. April 2011
Scholtes zu Aalener Verschwörungstheorien
Der 1. FC Saarbrücken gewinnt in letzter Minute durch den "lucky shot" von Lukas Kohler gegen schwache Aalener. Dennoch bleiben Fragen offen: War der Sieg nur aufgrund der Schiedsrichterleistung möglich? Liegt Betrug vor? Leuchtturm-Leserbeauftragter und Betrugsexperte Scholtes stand Rede und Antwort:Leuchtturm (LT): Waren Sie beim Spiel gestern, Herr Scholtes?
Scholtes (S): Jóo, wo sunschd?
LT: Egal! Es kursieren einige Gerüchte, dass die Spielleitung gestern nicht ganz auf der Höhe ihrer Fähigkeiten war...
S: Jóó, ich hanns geles. Der beschd Schiri wor der Bub jetzt net, awwa Betrug...Betrug...nee, so ebbes doch net.
LT: Wie sehen Sie die Schiedsrichterleistung?
S: Grenzwertisch, awwa kenn Betrug. Es 2:1 für Aalen wor e klaar Abseitstor, dóó solle die mol net rumheile! Der hat die Fehler uff beide Seite gemacht.
LT: Aus Aalen heißt es, dass der Schiedsrichter das Spiel zu früh und ohne Nachspielzeit abgepfiffen habe.
S: Jetzt mol ernschdhafd: So eine Frechheit hann ich noch nie erlebd! Seit Ende vunn da erschd Halbzeit hat Aalen nix meh gedóhn, außer bei Abstöße de Ball zehnmol korrekt hinzulegen! Unn in da zwoot Halbzeit noch schlimmer...
LT: Also sehen Sie Zeitspiel bei Aalen?
S: Zeitschbill? Unnatriew! Die hann mir mei deier bezahlte Inntrittskart zu erstatte! Für den Dreck, dass der Tormann nóó em gefangene Ball noch zehnmol wie en trächtig Elefantedame iwwer de Platz rollt unn dann gemütlich sei Abschlag macht? Das soll sich mol de Enver Marina erlaube, ich würd dem mol im Sportfeld die Meinung geige!
LT: Sehr harsche Worte. Wäre nicht Nachspielzeit fair gewesen?
S: Ei wofier dann? Dass der Enni nóó seiner Gelb-Rodi Kart mennt, er müsst in Zeitlupe runnergehn? ... (unverständliches Gemurmel) ... mei Nerve. Die hätte das geschdern aach net mit zwölf Leit gewunn, die Aalener! Meh als denne Libero mit de lange Hoor, der als emol e Koppball gebrung hat, wor dóó doch net! ... (erneut unverständliches Gemurmel) ...
LT: Im Aalener Fanforum kursieren auch Verschwörungstheorien, wie etwa dass der FCS bei der Bundesligasaison 63/64 bevorzugt worden wäre. Was sagen Sie als Saarbrücker Urgestein dazu?
S: Jóó, der schreibt dóó, der Eff-Zeh wär gegeniwwa denne Pälzer (Anmerkung der Red.: der 1. FC Kaiserslautern ist gemeint) bevorzugt genn. So e Kappes! Die Lautrer ware doch aach mit dabei 1963 in der erschd Bundesliga. Awwa vermutlich hann die in Aalen so ebbes wie die Bundesliga dóó noch net kannt. Iwwarischens is de Eff-Zeh dóómols, wie aach heit, NUR benachteilischt genn!
LT: Also sehen Sie keinen Betrug?
S: Héégschdens vom Aalener Tormann an de Zuschauern. Erschd die Zeit verschbille unn dann, wenn kenn meh dóó is den Schuss vom Kohler net halle. Selbschd schuld! Jetzt brauch ich mei Droppe....
LT: Vielen Dank für das Gespräch!
Freitag, 1. April 2011
APRILSCHERZ: Leuchtturm-Kolumne ab sofort in BILD-Zeitung
Die Kolumne "Leuchtturm" des FCS-Fanmagazins Leuchtturm erscheint ab sofort in der BILD-Zeitung und nicht mehr in der Saarbrücker Zeitung. Darauf haben sich unsere Redaktion und die BILD-Zeitung geeinigt. Im Folgenden möchten wir einige Gründe nennen, die uns zu diesem konsequenten Schritt bewogen haben:
1. Berichterstattung über den FCS
In den vergangenen Wochen häuften sich die Fälle, in denen die Berichterstattung des Blattes sich zu sehr in Richtung des 1. FC Kaiserslautern orientierte und teilweise dpa-Meldungen über Europa-League-Spiele einem fundierteren Bericht über den 1. FC Saarbrücken - oder einer Leuchtturm-Kolumne - vorgezogen wurden. Wir finden, dass hierfür Publikationen wie etwa der Pfälzer Merkur zuständig sein sollten.
2. Berichterstattung zum Stadionneubau
Zunächst einmal möchten wir feststellen, dass auch innerhalb unserer Diskussion das Thema Stadionneubau kontrovers diskutiert wird. Nicht jeder Redakteur ist für einen Neubau um jeden Preis und wir respektieren jegliche Meinugsäußerungen zum Stadion. Dennoch halten wir es für unangemessen, dass gerade in diesem sehr emotionalen Themengebiet die Contra-Stimmen, ob in der Tagesberichterstattung, Kommentaren oder den Leserbriefspalten, stark überrepräsentiert sind. Auf Dauer nervt uns das.
3. Häufigkeit der Kolumne
Wir haben ja nichts dagegen, dass sich der "Leuchtturm" als Kolumne nur einmal pro Woche äußern darf. De Facto erscheint die Kolumne in regelmäßigen Abständen eher unregelmäßig im Sportteil der Saarbrücker Zeitung. Dies fanden wir schade.
Mit unserem Wechsel zur BILD-Zeitung glauben wir, dass wir einen Partner gefunden haben, der sowohl inhaltlich, als auch von Seiten der Seriösität und Stil perfekt zu unserem Fanmagazin passt und der "Leuchtturm"-Kolume eine neue, bundesligataugliche Heimat gibt.
