Samstag, 31. Dezember 2011

FCS-Weihnacht Nr. 8: Ach du liebes Lottchen!

Zu Silvester sind wir ins Archiv gegangen und haben einen Artikel aus dem Jahr 2009 herausgekramt. In "Ach du liebes Lottchen" wird die Trostlosigkeit der Regionalliga stellenweise hervorragend sichtbar. Ein Tag auf Auswärtseise.


von Jochen Klein

Wenn sowohl Zeit, als auch monetäre Möglichkeiten die Anzahl der in einer Saison besuchbaren Auswärtsspiele stark begrenzen, muss man sich auf die wirklichen Highlights beschränken - auf die Sahnehäubchen, die Crème de la Crème der attraktiven Gegner. Nicht umsonst wurden in der vergangenen Oberligasaison Bad Breisig und Waldalgesheim mit einem Besuch beehrt. Neben den vielen zweiten Mannschaften hält die Regionalliga West eine ganze Reihe bekannter Traditionsvereine bereit. Doch die einzig wirkliche Kracher-Auswärtsfahrt der Saison stand bereits am fünften Spieltag bevor: Es ging nach Lotte. An einem Mittwochabend um 19 Uhr.


Wenn schon der Wikipedia-Artikel darüber informiert, dass Lotte  überregional einzig und allein aufgrund des Autobahnkreuzes Lotte-Osnabrück sowie der Sportfreunde Lotte bekannt sei, dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Ort einen Besuch unter keinen Umständen rechtfertigt. Also auf nach Lotte. Gegen 13:00 Uhr treffe ich auf einem Parkplatz nahe Trier auf Fahrer und Mitfahrer. Es stehen vorerst noch etwa 400 zu fahrende Kilometer auf dem Programm. Ohne Probleme bahnen wir uns den Weg über die A1, vorbei an einer von vielen, vielen Baustellen auf unserer Route. Immer wiederkehrende Baustellen werden an diesem Tag leider nicht das einzige Déjà-Vu bleiben. Aufgrund einer latenten Abneigung des Fahrers gegenüber Navigationssystemen orientieren wir uns unter zu Hilfenahme eines handgeschriebenen Zettels und allseits bekannter Streckenpunkte: 


- „Nee, soweit sind wir noch nicht,                         
   das McDonalds war noch nicht da.“ 
- „Was für ein McDonalds?“ 
- „Na das beim Erdbeermund.“ 
- „Erdbeermund?“ 
- „Ist so ein Erotikladen direkt neben 
   dem McDonalds.“ 
- „Ah!“

Viele Kilometer und einige Baustellen später wird die Landesgrenze Nordrhein-Westfalens passiert. Da Lotte oben an der Grenze zu Niedersachsen liegt, muss noch das komplette Bundesland durchquert werden. Zeit für einen ersten Raststätten-Stop. Dort treffen wir, wie könnte es anders sein, natürlich auf Saarbrücker. Das nächste, besonders für den im Auto anwesenden Schalke-Fan prägende Erlebnis, beginnt einige Kilometer vor Köln. Denn im Ruhrpott führen scheinbar alle Wege nicht nach Rom, sondern nach Dortmund. Auf wirklich jedem auftauchenden Schild findet sich ein Verweis auf Dortmund. Als wir später längst an der Heimatstadt des BVBs vorbei sind, tauchen weiterhin unentwegt Schilder, die den Weg zurück nach Dortmund weisen, auf. Déjà-Vu, Teil Zwei.


Teil Drei folgt umgehend, denn im Ruhrpott scheint man an einer gewissen Monotonie Gefallen gefunden zu haben, zumindest wenn es um den Brückenbau geht. Mindestens zehn absolut identische blaue Brücken tauchen auf, was ab und an die Frage in den Raum wirft, ob wir eventuell im Kreis fahren. Das tun wir allerdings mitnichten, denn später tauchen zwar immer noch dieselben Brücken auf, dafür ändert sich ab und an die Farbe - mal sind sie rot, mal grün, hurra.
Unversehens geraten wir in einen Stau, der immer länger zu werden droht, trotz dreispuriger Autobahn. Die negativen Auswirkungen des langen Stehens machen sich zum ersten Mal bemerkbar, als wir an einem 1er BMW vorbeifahren und sich einer der Mitfahrer aufgrund der angeblichen Attraktivität der Fahrerin zu einem Ausruf der Freude hinreißen lässt. Als der BMW dann wieder auf Augenhöhe mit uns ist, stellen wir entsetzt fest, dass es um den guten Frauen-Geschmack des Kameraden nicht allzu gut bestellt ist. Dieser revidiert nach genauerem Hinsehen seine Meinung. Nach längerem Hin und Her kommt dann doch das Navi zum Einsatz und mittels „Stauumfahrungssytem“ wird die PGW-Arena der Sportfreunde pünktlich erreicht. Doch wo sind wir überhaupt gelandet? Ringsherum nur Felder, Wiesen, Kühe und Bauernhöfe. Das hätte man auch, je nach Wohnort, im Saarland direkt vor der Tür haben können.


In der PGW-Arena, die aus drei überdachten Tribünen und einer riesigen Werbewand hinter einem der Tore besteht, herrscht eine Stunde vor Spielbeginn noch gähnende Leere. 

Wenigstens gibt es schon erste Würste vom Grill. Dass zur Wurst dann aber statt eines erwarteten Brötchens eine halbe Scheibe ungetoastetes Toastbrot gereicht wird, stimmt nachdenklich und gibt mit Sicherheit große Abzüge beim Wursttest.


Zum Spiel selbst, das vor 1100 Zuschauern über die Bühne geht, muss an dieser Stelle wohl nicht mehr viel gesagt werden. Der FCS verliert mit 0:3 unter anderem deshalb, weil hochkarätige Tormöglichkeiten nicht genutzt werden (Déjà- Vu Nummer Vier). Nervig ist vor allem die viel zu laute Musik aus den Boxen in der Halbzeitpause und das zu jedem Tor eingespielte „Tor, Tor, Tor!"-Geschrei Herbert Zimmermans aus dem 54er-Finale. Mit einem 0:3 im Gepäck treten wir gegen 21 Uhr wenig begeistert die Heimreise an. Zu allem Überfluss scheinen geheimnisvolle Kräfte in Lotte das Navigationssystem, das steif und fest behauptet, weder ein Rivenich (dort steht mein eigenes Auto), noch ein Trier oder ein Saarbrücken zu kennen, beeinflusst zu haben. Fortan wird das Navi in seiner Anzeige das Auto neben der Strecke platzieren, von einem Abbiegen nach „Süd“ bei kerzengerader Fahrbahn sprechen, oder behaupten, der Akku sei trotz eingestecktem Ladekabel leer. Um 22 Uhr wird dann der sichtlich irritierte Leuchtturmwärter F. von einem Wettanbieter angerufen, der sich erkundigt, ob die Spieler denn schon auf dem Platz seien. Spieler auf dem Platz? Um Zehn am Abend?


Während die Hälfte der Besatzung langsam einschläft, hält unser Fahrer eisern durch, geht dabei aber leider dem Navi, das ihn unverständlicherweise von der Autobahn auf die Landstraße schickt, auf den Leim. 
Auf eben jener nun befahrenen Landstraße hat Team Grün einen Blitzer versteckt und der schlägt auch gleich zu. Wenigstens sind jetzt wieder alle wach. Ein paar Umwege später stehe ich gegen 00:30 Uhr vor meinem Wagen und verabschiede mich mit den besten Wünschen vom Rest. Jetzt nur noch nach Hause kommen und direkt ins Bett fallen lassen. Doch auch hier erweist sich mein Navigationssystem als unzuver-lässig. Nachdem ich fröhlich die angegebenen 10 Kilometer (in die falsche Richtung, wie sich herausstellen wird) gefahren bin, höre ich ein „in 300 Metern bitte wenden“. Da wenden auf einer Autobahn ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, suche ich meinen Weg doch lieber auf eigene Faust und komme gegen 1:15 Uhr endlich zu Hause an. Nach zwölf Stunden, 800 Kilometern, null Punkten und einer Wurst ohne Weck bin ich zurück. Ach du liebes Lottchen!

Freitag, 30. Dezember 2011

FCS-Weihnacht Nr. 7: Zehn Fakten zum FCS

Manchmal sind die kleinen Artikel, die kurzen Fetzen in einem Fanmagazin das "Salz in der Suppe", die neben vielen Artikeln, Fotos, Interviews und Satiren nicht nur neue Erkenntnisse zum eigenen Verein bringen, sondern auch zum Schmunzeln anregen. Für Ausgabe Nummer 3 sammelten wir einige kurze, heitere Fakten zum FCS.

gesammelt von Carsten Pilger

  1. Dieter Thomas Heck ist einer der Komponisten des Vereinsliedes "F-F-FCS".
  2. Die FCS-Männer erreichten noch nie das DFB-Pokalfinale, die FCS-Frauen erreichten es bislang ein Mal.
  3. In Eric Wynaldas Heimatstadt Fullerton wurden auch Gwen Stefani (No Doubt) und Mike Ness (Social Distortion) geboren.
  4. Würden alle Einwohner von Spiesen-Elversberg gleichzeitig den Ludwigspark besuchen, wäre das Stadion zu ca. 40% ausgelastet.
  5. Thomas Kristl (von 1990-1993 beim FCS aktiv) wurde auf den Tag genau 60 Jahre nach der Gründung des FCS geboren.
  6. 1985/86 spielte der FCS beim Auswärtsspiel in grünen Trikots.
  7. Das letzte Bundesliga-Tor für den FCS erzielte Juri Sawitschew.
  8. Reinhold Zech und Dieter Ferner gründeten in den 1970er Jahren den "FC-Spiegel", der als alternative Stadionzeitung den "Blick zum Ludwigspark" verdrängte und später zum "FC-Magazin" wurde.
  9. Thorsten Nehrbauer sah im FCS-Trikot 28 Gelbe Karten. Genauso viele wie Eugen Hach.
  10. Nach Kriegsende 1945 spielte der FCS im "Stade Jean Bart". Heute kennt man diese Spielstätte nur noch als "Kieselhumes".

Donnerstag, 29. Dezember 2011

FCS-Weihnacht Nr. 6: Toilettentest im Ludwigspark!

Für den sechsten Part der FCS-Weihnacht haben wir einen Artikel aus Leuchtturm Nr. 3 ausgekramt. Doch aufgepasst: Er ist nichts für schwache Nerven! Denn unserer stets kritischen Redaktion entgingen die damaligen Toiletten-Zustände natürlich nicht, weshalb wir diese genauer unter die Lupe nehmen wollten. Doch lest selbst...

von Florian Kern

Wer hatte nicht schon einmal das ungute Gefühl einer drückenden, übervollen Blase oder eines rumorenden Darms, das dem Menschen den warnenden Hinweis gibt, in der nächsten Zeit eine Toilette – umgangssprachlich gerne auch das Klo genannt – aufzusuchen. Da wir dem Ruf, die Klos im Ludwigspark wären so antik, dass es schon einer Kultstätte gleichen würde, nachkommen wollten, hat sich die Crew des Leuchtturms in einen Hygiene-Schutzanzug geworfen, die Gasmaske übergezogen und mit der Kamera und Notizblock den Weg in die Toilette des Ludwigsparkstadions gewagt. Es folgt nun die Analyse der Toilettenqualität in den drei Hauptkategorien.


Hygiene:

Normalerweise wären wir nicht der Leuchtturm, wenn wir keine Kosten und Mühen gescheut hätten, eine mikrobiologische Bakterienuntersuchung durchzuführen. Diese
hätte allerdings so viel Zeit in Anspruch genommen, dass Sie diese Bewertung und Ausarbeitung nicht vor Ausgabe 38 zu lesen bekommen hätten. Weg vom Eigenlob, hin zur Materie: In Foto 1 (s. unten) sehen Sie die Rückwand des "offenen Pissoires” der Männertoilette. Das Pissoir besteht aus einem offenen Raum – sprich: Hier wird noch traditionell an die Wand gepinkelt!

Die gelben Urinstreifen erklären sich somit von selbst. Am oberen Bildrand erkennt man zusätzlich noch einen Raumentlüfter, der wohl seine Wirkung mehr oder weniger erfüllt, allerdings auch ziemlich verstaubt wirkt. Uringeruch ist jedenfalls deutlich zu bemerken. Man könnte an dieser Stelle noch weitere Argumente anführen, dies sollte jedoch für den Toiletten-Liebhaber bereits genug sein.
Leuchtturm-Note: 5- (der Grund, warum wir keine 6 vergeben: Der Raum erfüllt seine Funktion).



Utensilien:

Wie Sie nun in Bild 2 erkennen können, fehlt bei den Toiletten jeweils die Klobrille. Bei der linken Toilette zusätzlich noch der Aufsatz, um sich für das große Geschäft hinzusetzen. Klopapier ist sogar vorhanden! Allerdings nur in geringer Menge – und wenn man bedenkt, dass die Bilder knapp eine Stunde vor Spielbeginn gemacht wurden, ist wohl in der Halbzeitpause nichts mehr vorhanden. Eine “Klobürste” ist ebenfalls vorhanden, allerdings total verdreckt und teilweise mit Kot verschmutzt. Seife, um sich die Hände zu waschen, ist selbstverständlich nicht vor Ort.
Leuchtturm-Note: 5



Andrang:

Auf den Toiletten ist in der Regel eher wenig Berieb. Die Gründe dafür kennen Sie nun. Wenn allerdings einmal Betrieb herrschen sollte, so kann “Mann” fürs kleine Geschäft schnell an der Wand auspacken und urinieren. Bei großem Geschäft muss man dann unter Umständen kurze Wartezeiten in Kauf nehmen sowie seine Papierunterlagen mitbringen.
Leuchtturm-Note: 3+


Sicherheit & Sonstiges:

Dass die antiken Toilettenanlagen auch andere Probleme mit sich bringen, erfuhr unser Chefredakteur bereits am eigenen Körper. So muss man beim großen Geschäft damit rechnen, dass man die Tür nicht wieder aufsperren kann, weil das Schloss klemmt. Klemmende Türen sind zu erwarten, allerdings nicht die Tatsache, dass man im Pissoir-Raum erwarten muss, dass man auf dem Boden festkleben bleibt.
Leuchtturm-Note: 4-


Fazit:

Anstatt einer weiteren Stadiondiskussion sollte in Saarbrücken die Klodiskussion emporkeimen! Für einen Neubau der Toiletten bieten sich klar bessere Argumente als für ein Stadion. Der Leuchtturm fordert die sofortige Flächensanierung der Toilettenanlagen durch Abriss und Neubau!
Endnote: Fünf! Setzen!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

FCS-Weihnacht Nr. 5: Zittern, Zaudern, Zoten reißen - Wie unser Fanmagazin entsteht

Am fünften Tag des Leuchtturm-Weihnachtsmarathons präsentieren wir euch einen Text von unserem Saartiere-Chef Jochen, der sich ausführlich mit der Entstehung unseres Heftes beschäftigt. Das Geschriebene ist schon etwas älter und stammt aus der zweiten Ausgabe des Leuchtturms. Vielleicht erinnert sich noch jemand daran!

von Jochen Klein

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

wir sind Ihnen zu großem Dank verpflichtet. Denn nur durch Ihre Bereitschaft unser exklusives Produkt käuflich zu erwerben, konnten wir die finanzielle Grundlage für die zweite Ausgabe des „Leuchtturms" legen.
Wenn am Spieltag vor den Stadiontoren junge Menschen mit kleinen weißen Heftchen wedeln und um Ihre geschätzte Aufmerksamkeit buhlen, dann ist dies nur die letzte Aktion einer langen Kette von Abläufen, die sich über den Zeitraum mehrerer Monate erstreckt. In diesem Artikel wollen wir einmal hinter die Kulissen blicken, um einen kleinen Einblick in die große Welt der Fanmagazinherstellung zu gewinnen. Wir wollen die Antwort auf eine der wichtigsten politischen Fragen dieser Tage finden: Wie entsteht eigentlich ein Fanmagazin?

Am Anfang ist natürlich die Idee. Die Idee zu diesem Magazin entstammt dem wirren Kopf eines Menschen, der bis dato ein Internetblog über den 1.FC Saarbücken führte. Ein Internetblog wird in der Regel von Leuten betrieben, die im echten Leben keine Freunde haben, Schüler, Student oder arbeitslos sind und daher jede Menge Freizeit besitzen, in der sie sich unsinnige Gedanken machen. In dem nicht nachvollziehbaren Glauben, man müsse seine Mitmenschen an den eigenen Gedanken teilhaben lassen, eröffnet man daher eine Art Online-Tagebuch (das Internetblog), tippt freudig erregt die eigenen Texte ab und verbringt den Rest des Tages damit, gierig auf den Bildschirm zu starren - bewegt von der Hoffnung, dass der Besucherzähler endlich einen Besuch verbucht.
Vier Mitglieder eben jenes Menschenschlages (mit der Zeit waren vier Blogs, die sich mehr oder minder mit dem FCS beschäftigen entstanden) schlossen sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 zusammen, um ihrem verlotterten Leben einen Sinn zu geben: Gedanken gebündelt zu Papier bringen, Saarbrücken ein neues Fanmagazin schenken.

So wollen wir unsere Reise nun beginnen, doch zunächst einmal müssen Sie sich von den gängigen Vorstellungen über das Leben von uns Magazin-Autoren („Journalisten" wäre wohl etwas zu hoch gegriffen) gänzlich befreien. Es ist nämlich (leider) nicht so, dass unsere sonnengebräunten Körper auf Liegestühlen am Rande unseres hauseigenen Swimmingpools ruhen, während wir mit der einen Hand spielend leicht einen Artikel zum Thema „Postmoderne Ansätze zur Erklärung der Spielerfluktuation der vergangenen Dekade beim 1.FC Saarbrücken vor dem Hintergrund des Ostermann´schen Sponsorings" auf multifunktionsfähige Superlaptops abtippen und in der anderen Hand ein von leicht bekleideten Schönheiten ständig nachgefülltes Weinglas halten.

Nein, die Wirklichkeit sieht anders aus: Wir öffnen eine alte, hölzerne Tür, an der der Zahn der Zeit unnachgiebig zu nagen begonnen hat und treten ein ins „Abenteuer Fanmagazin“. Die Luft in dem soeben betretenen Raum ist stickig, dichte Rauchwolken wabern unter der Decke entlang, es riecht nach kaltem Schweiß, nach tiefer Verzweiflung, vielfach vergossenen Tränen und verlorener Hoffnung. Irgendwo in diesem Dickicht menschlicher Gefühlsregungen spendet auf einem in die Jahre gekommenen Tisch eine kleine Kerze ihr bald schon vergehendes Licht. Um die schwache Flamme herum, auf in naher Zukunft zerberstenden Stühlen, sitzt eine handvoll Gestalten - allesamt bleiche, mehlige Gesichter, die in ihren zittrigen Händen vergilbte Papierfetzen halten, auf denen ihre kläglichen Versuche, etwas über die bunte FCS-Welt zu berichten, notiert sind. In einem weißen Papierkorb - dem einzigen neuen Gegenstand in diesem gottverlassenen Raum - sammeln sich zerknüllte Entwürfe, misslungene Karikaturen, unbezahlte Rechnungen, Mahnungen, Gerichtsvorladungen, Haftbefehle und Werbeprospekte unseriöser Kredithaie. Mit einem Mal zerreißt ein lauter Ruf die gespannte Stille: „Wir brauchen mehr Fakten, weniger Gerüchte!", tönt es aus einer dunklen Ecke und als wäre ein Blitz mitten in die Runde gefahren, springt einer der trägen Typen auf, schnappt sich die vier Tage alte Ausgabe einer deutschen Boulevardzeitschrift und versucht verzweifelt, sich eine faktenbasierte Meinung zu BILDen.
Wenige Minuten später erschüttert ein dumpfes Pochen den Raum, die Tür öffnet sich einen Spalt und ein winziger Zettel mit grob geschmierten Zahlen darauf flattert herein. Nun wissen alle Anwesenden: Das Datum für den Druck steht, Eile ist angesagt. Spontan wird die tägliche Zwölf-Stunden-Recherche auf 15 Stunden ausgedehnt. An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Gräulichen Geistern gleich, schwirren noch unbeantwortete Fragen durch den Raum. Wie hoch soll die Auflage sein? Welche Kosten kommen auf uns zu? Wer übernimmt das Risiko? Und was gibt es eigentlich als Mittagessen?

Doch all das wird für einige Stunden zur Nebensache, denn es ist Samstag und der 1. FC Saarbrücken erwartet im heimischen Ludwigspark den nächsten Gegner, der verzweifelt versuchen wird, einen Sieg gegen die Blau-Schwarzen einzufahren. Das Redaktionsteam verlässt zum ersten Mal seit vielen Tagen seinen liebgewonnen Konferenzraum, um sich auf den Weg zum Stadion zu machen. Die ersten Schritte fallen noch etwas schwer, denn die an das im Raum vorherrschende Halbdunkel gewöhnten Augen benötigen etwas Zeit, sich der Helligkeit eines herbstlichen Samstagnachmittags anzupassen. Im Stadion angekommen, verteilt man sich auf die einzelnen Blöcke und genießt für 105 Minuten einfach nur das Spiel sowie das ultimative Halbzeitrennen im Würz- und Saucenmobil. Danach geht es wieder zurück in die bedrückende Enge des Redaktionssaals, abgeschottet von der Außenwelt, vergraben in dicken Büchern, verloren in den eigenen Gedanken.

Auf diese Weise verstreichen die trübsinnigen Wochen, deren einsame Höhepunkte die wochenendlichen Fußballzuckerstücke sind, die uns die FCS-Kicker präsentieren.
Aber eines Tages hat die Arbeit ein Ende, sind die Berichte geschrieben, die Karikaturen gezeichnet, die Hefte gedruckt. Das ist der Tag, an dem
wir mit Heftchen wedelnd im Stadion stehen, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, die Strapazen der vergangenen Monate einfach beiseite schiebend. Wenn dann die Meldung „Alle Hefte verkauft" erschallt, wissen wir, dass sich unsere Leiden gelohnt haben und das verdanken wir Ihnen, liebe Leser. Falls sie diesen Artikel lesen sollten, bedeutet dies, dass sie sich auch für den Kauf der zweiten „Leuchtturm"-Ausgabe entschieden haben. Vielen Dank. Ihr Geld wird bitter benötigt, wir brauchen nämlich schon wieder einen neuen Papierkorb.

Dienstag, 27. Dezember 2011

FCS-Weihnacht Nr. 4: Rick-Blick 2008/09

In unserem vierten Teil der FCS-Weihnachten wollen wir auf die Spielzeit 2008/09 zurückblicken. Der "Rick-Blick 2008/09" schildert in erster Linie die Erlebnisse beim damaligen Auswärtsspiel in Bad Breisig und vergegenwärtigt schnell, dass ein Drittliga-Dasein doch schöner ist...

von Rick vom FCS-Fanradio

Blau-schwarze Wolken über dem Rhein. Erste Regentropfen kündeten davon, dass bald ein Gewitter auf unser Zelt losbrechen würde. Naja, Zelt wäre wohl etwas zuviel gesagt. Der Unterstand, den man in Bad Breisig für uns aufgebaut hatte, war viel mehr so etwas wie ein Gartenpavillon, wie man sie oft auf Wochenmärkten zu sehen bekommt: Ein paar dünne Metallstangen, darüber ein Stoffdach. Dass dieses schon seit Jahren in Gebrauch stand, verrieten die vielen Klebeband-Flicken, mit denen man offensichtlich versucht hatte, den First abzudichten. Leider – das sollten wir bald am eigenen Leibe erfahren – ohne größeren Erfolg. Wir, das waren Kai, Peter und ich – an diesem Tage die Gesandten des FCS-Fanradios.

Wir waren nervös, denn es stand viel auf dem Spiel an jenem fünften September 2008. Die Mannschaft hatte fünf Ligaspiele absolviert, dabei magere zwei Siege und drei ärgerliche Remis eingefahren. Das reichte gerade mal für Platz fünf. Der glorreiche, seit Jahren arg gebeutelte FCS würde wohl endgültig im Mittelfeld der Tabelle versinken, wenn heute nicht gewonnen würde. Und außerdem musste ja unbedingt die Meisterschaft her, sonst... aber daran mochten wir ebenso wenig denken wie unser Präsident, der inzwischen auf einer Bierbank direkt neben uns Platz genommen hatte. Seine Sicht auf das Spielfeld war ebenso unbefriedigend wie unsere, denn man hatte das „Pressezelt“ gut vierzig Meter ebenerdig hinter dem Tor aufgebaut. Schwierig, von hier aus ein Spiel zu kommentieren. Unmöglich, so etwas wie Abseits korrekt zu beurteilen. Aber die Bad Breisiger hatten nun mal keinen anderen Platz für uns. Unser Präsident brachte es sehr schnell auf den Punkt: „Das doo is doch alles Mischd. Es werd Zeid, dass ma aus da Owwaliga rauskumme.“

Danach sah es allerdings in der ersten halben Stunde des Spiels nicht aus. Unsere Spieler hatten mit dem knochenharten Kunstrasenplatz sichtlich Schwierigkeiten. Und wir Jungs vom Fanradio würden auch gleich unsere Probleme bekommen: Die Wolken hatten sich inzwischen zu einem blau-schwarzen Gebirge aufgetürmt. Jetzt der erste Blitz, sogleich gefolgt von Donner, dann endlich der Wolkenbruch. Hektoliterweise prasselte der Regen nun auf unser Zeltdach. Kaum noch zu verstehen die eigenen Worte, kaum noch zu erkennen die Spieler auf dem Felde. Sehr schnell begann das Wasser, sich durch die Nahtstellen der Klebeband-Flicken zu quetschen und Mischpult und Sende-Laptop nasszumachen. Kurzschluss-Gefahr! „Es tut mir leid, liebe Hörer zu Hause, aber wenn sich das hier nicht gleich ändert, fürchte ich, werden wir die Übertragung abbrechen müssen! Ich bitte um Verständnis! Wir tun alles, um so schnell wie möglich wieder auf Sendung zu gehen!“ Reporter-Super-GAU! Nackte Panik beim Fanradio!

„Hollen mol mei Schirm ausm Audo“, kam es von unserem Präsidenten. Kurz darauf rannte Peter mit einem riesigen Regenschirm herbei, und der kam nun im Zelt zum Einsatz. Was sich allerdings als ziemlich schwierig erwies, denn längst hatten sich dutzende von rheinischen Zuschauern meist jüngeren Baujahres um uns geschart, die offensichtlich wenig Berührungsängste vor den komischen Radiofritzen aus der saarländischen Landeshauptstadt verspürten. Umringt von lärmenden Schulkindern, dem Präsi-Regenschirm überm Kopf und Hajdarovics Badetuch (das Peter kurzerhand aus der nahen Umkleidekabine organisiert hatte) über dem Mischpult fuhren wir die Reportage dann doch noch irgendwie nach Hause. Am Ende stand es 3:0 für unseren 1. FC Saarbrücken, und wir alle wussten, dass wir Blau-Schwarzen einen riesigen Schritt nach vorne gemacht hatten. In jeder Beziehung...

So erstaunlich es klingt: Bad Breisig und das darauffolgende Spiel in Roßbach markieren für mich persönlich die wichtigsten Stationen in der Meistersaison 2008/09. Bad Breisig, weil das damals in dieser Besetzung noch recht junge Fanradio hier seine feuchte Feuertaufe bestand und unter den treuen Hörern so etwas wie Kultstatus zu erlangen begann. Roßbach, weil sich die Mannschaft dort nach hoffnungsloser Unterlegenheit für die zweiten 45 Minuten zusammenriss und mit viel Kampfgeist und noch mehr Glück die bereits sichere Niederlage doch noch in einen Sieg verwandelte. Und beide Partien standen am Anfang einer zehn Ligaspiele währenden Siegesserie, der das Team letztlich den Aufstieg verdankte.

Geschichten wie die „Wasserschlacht von Bad Breisig“ erlebte das Fanradio-Team während seiner gut drei dutzend Live-Sendungen zuhauf - wenn auch nicht immer derart spektakuläre. Ich will aus Platzgründen nur ein paar Streiflichter skizzieren: Da gab es zum Beispiel die „blinde“ Übertragung von Wirges, bei der uns eine riesige Fahnenwand die meiste Zeit die Sicht aus der Reporterkabine versperrte. Da gab’s das sensationelle 8:1 gegen Pirmasens, unseren Freudentaumel nach dem 2:0 gegen Homburg („Hodel ist geschlaaaagen!“) und unser Gefühl der Leere nach dem Pokal-Aus gegen Elversberg. Wir kämpften am Mikrofon mit der „unsichtbaren“ Eckfahne von Hauenstein, ereiferten uns beim Skandalspiel in Pirmasens und feierten ausgelassen den Aufstieg mit einer Handvoll Lupa-Legenden auf dem „St. Johanner Platz“. Gerne erinnere ich mich auch an mein einziges verpasstes Saisonspiel gegen Hasborn (natürlich lauschte ich heimlich im Büro meinen Kollegen Kai und Sven),
an den Aufstieg des Frauenteams in Leverkusen nach überstandener „Flitzer-Attacke“ und an die meist lustigen Kommentare und aufmunternden Worte auf den einschlägigen Internet-Seiten und in gewissen Fan-Magazinen. Angesichts all dieser erstaunlichen Erlebnisse ist das Fanradio wirklich zu großem Dank verpflichtet. Wem auch immer. Und wird hoffentlich noch lange nicht abmelden.

Montag, 26. Dezember 2011

FCS-Weihnacht 3: Europapokal in Bournemouth

Zweiter Weihnachtstag, unser Leuchtturm-Marathon geht weiter. Heute gibt es einen Artikel aus jüngerer Zeit. Florian Kern gehörte im Sommer zu den mutigen Saarbrückern, die ihren Urlaub in Bournemouth beim Europapokal mit dem FCS verbrachten. Unser dritter Weihnachtsartikel.

von Florian Kern

Waldalgesheim, Bad Breisig und Roßbach – so hießen unsere Gegner in naher Vergangenheit. Das Turnier in Bournemouth stellte für viele Fans eine erstmalige und einmalige Gelegenheit dar, mit dem Verein ins Ausland zu reisen. Einziges Problem für mich: die Terminierung. Klausuren, Stress – ihr wisst schon: das Studentenleben als Physiker. So kam es erst nach langer Überzeugungsarbeit dazu, dass sich einige Saarkasten und Koryphäen mit mir auf den Weg zur Insel machten.
Abfahrt
Ich kann von Glück sprechen, den Groundhopper und Märtyrer Horst Fried auf der Busfahrt in näherer Umgebung gehabt zu haben. Diesem sind einige Anekdoten dieses Berichts uns viele unterhaltsame Momente geschuldet. Dies begann bereits früh mit einer Lehre in Sachen Flirten: Als sich eine gewisse Nadine bei Horst im Büro mit den Worten "Hallo, ich bin Nadine von Werbefirma XYZ." vorstellte, konterte Fried gekonnt mit einem "Und ich bin Horst Fried vom Saar-Amateur." So konnte er sie direkt um den Finger wickeln.
Als die Fahrt bei einigen Mitfahrern mit der Zeit etwas feuchtfröhlicher wurde und Horst Fried einen Schluck aus dem Flachmann ablehnte, gab er brisante Auszüge seiner Religionszugehörigkeit bekannt. "Bist du denn Moslem?" fragte man den ablehnenden Horst. "Nein, ich bin vom Saar-Amateur."
Tag 1
Genug zur Busfahrt, widmen wir uns England zu. Hat man sich erstmals an Linksverkehr und die Geschwindigkeitsbegrenzung in Meilen pro Stunde gewöhnt, so kann man sich Gedanken darüber machen, wie man einen Engländer anstandsgemäß begrüßt. Da mein Englisch zu wünschen übrig lässt, wusste ich erneut in Horst Fried einen Ansprechpartner auf diese Frage. Wieder glänzte unser Kartenleser Fried mit einer passenden Antwort. "Engländer begrüßen wir immer mit F*ck you!, und wenns 'ne Frau ist mit Show your tits!" Na dann: Hello and Good Morning!
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit führte uns die Reise direkt zum Stadion. Im stadionintegrierten Fanshop deckte sich die Busbesatzung neben den üblichen Fanartikeln mit einem Heimtrikot für 10 Pfund (12 Euro) oder einem Auswärtstrikot für 5 Pfund ein. An der Größe des Fanladens, der Qualität der Artikel und den Preisen können wir uns ein großes Beispiel nehmen.
Da die Stadiontore noch geschlossen waren, sichtigte die Nudelsalat-Reisegruppe auch die Stadionkneipe nebenan. Auch hier ein ungewohntes Bild für alle Saarbrücker. Große Räumlichkeiten, eine riesige Theke, zwei Billardtische und viele Bilder der AFC-Geschichte. Wer sich hier ein Bier bestellte, musste zunächst aus fünf Sorten auswählen (Grüße an alle Teilnehmer der Bierdiskusion!) und wunderte sich anschließend über die Größe seines Bieres. Die klassische Größe in England ist nämlich das "Pint" – ein Glas mit 700 Millilitern Inhalt.
Ab ins Stadion, welches auch seine englischen Eigenheiten hat: In erster Linie dreht es sich hier um die durchgehenden Sitzschalen im Stadion: Stehplätze sind Fehlanzeige. Dies ist wohl neben der "englischen Tradition" auch einer der Gründe, warum man in Bournemouth keinen durchgehenden Support finden – im gesamten Verlauf sind nur vereinzelte Sprechgesänge zu hören.
Doch auch weitere Besonderheiten musste ein Mitfahrer bereits nach Eintritt des Stadions erkennen, als er sich eine Zigarette anzünden wollte. Ein Ordner kam im Eiltempo auf uns zu und erklärte uns die "anderen Regeln" im Stadion, wozu auch das absolute Rauchverbot gehört. Rauchen ist ausschließlich außerhalb des Stadions in engen, eingegrenzten Raucherzonen erlaubt. Doch auch diejenigen, die ein Bierchen beim Spiel trinken wollen, haben ihre Probleme: So ist der Genuss von Alkohol nur in den "Zonen" im Getränkebereich unter der Tribüne gestattet.
Nebenbei spielte der FCS dann auch noch. Gegner war Lokomotive Moskau, die in erster Linie durch ihrer Rückennummern von 51 bis 99 glänzten. Dass es sich hier um die U23 des Clubs handelte war im Spielverlauf schnell klar. Nach einigen vergebenen Chancen auf beiden Seiten, ging Lokomotive in Führung, welche die Jungs in Blau-Schwarz aber im weiteren Spielverlauf überzeugend drehten. 4:2 hieß es am Ende – es hätte nach bedingungslosem Offensivfußball allerdings auch 8:7 enden können. Eine dankenswerte Leistung erbrachte die Mannschaft auch nach dem Spiel, indem sie sich für das zweite Halbfinale zwischen dem AFC Bournemouth und der Glenn Hoddle Academy zu den Fans gesellte und dabei jeden Mitreisenden mit Handschlag begrüßte.
Nach dem Elfmeterschießen des zweiten Spiels – Horst Fried glänzte erneut mit einem Platzsturm nach nur fünf von zwölf verwandelten Elfmetern! - startete der Bus dann Richtung Autobahnhotel, welches sich 30 Meilen vor Bournemouth befand. Während sich einige Mitfahrer dem Abendprogramm in Southampton hingaben, folgte die Saarkasmus-Truppe ihrem Essensdrang und ging ins benachbarte "Burgerhaus", welches den Anschein machte, schon geschlossen haben. Doch denkste: Eine Sache für Horst Fried! In tiefstem Saarländisch fragte er eine Bedienung: "Hann ihr doooo noch uff? Is open?" Da dies die Verkäuferin bejahte, stärke sich das Team, um anschließend dem Skatspiel und einigen 50 Pence-Spielautomaten zu frönen. Damit endete ein erfolgreicher Halbfinaltag.
Tag 2
Gespannt auf das Finale ging es erneut Richtung Bournemouth. Horst Fried, mit einer Landkarte bestückt, stellte fest, dass das ausgeschilderte Krematorium in der Nähe des Krankenhauses aufgrund der besonders guten Kundenstroms sogar Sinn mache. So konnte er sich zumindest in der Stadt zurechtfinden und noch weitere Grounds abharken. Die gefundene Truppe vom Vortag zog es zum Strand. Hier begegnete uns dann nach längerem Aufenthalt auch Dieter Ferner bei einem Spaziergang. Selbst hier kriegt der gute Mann keine Ruhe!
Im weiteren Verlauf der Wanderung wurde zu unser aller Verwunderung Rick vom Fanradio von einer Engländerin angesprochen, die ein Autogramm wollte. Während alle schon dachten, das Fanradio hätte internationale Anhängerschaft, löste die Frau die Szene auf und erklärte, dass Rick doch ein berühmter Sänger der Gruppe "Radio Head" sei. Die nächste Fanradio-Übertragung wird dann aber live gesungen, Rick!
Nach einem Stadtbummel und der Plakat-Mitnahmeaktion (Im FC-Zimmer ist es sicherlich gut aufgehoben!) unseres Saarkasten ging es dann zum Finale. Nachdem Moskau der Glenn Hoddle Academy mit 0:3 verlor, gab es bereits das erste Highlight des Tages: das Vorspiel! Eine weibliche Tanzgruppe im Schulmädchenoutfit legte beim Spiel mit dem Feuer einen heißen Strip im Mittelkreis hin – nichts für Frauenfußballfans. Das Endspiel um den Europapokal verlief zunächst vollkommen offen. Bereits in der zweiten Minute vergab der AFC Bournemouth freistehend vor Enver Marina. Doch auch der 1.FC Saarbrücken vergab erneut gute Chancen. "Fuchser" war es dann, der durch einen Kopfball nach einem Freistoß die Führung erzielte. Nach einigem Hin und Her im weiteren Spielverlauf erhöhte Christian Eggert zehn Minuten vor Spielende mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 2:0 Endstand für den FCS. Wir dürfen uns also in der neuen Saison viele Chancen durch Standartsituationen erhoffen. Da die Durchfahrt durch den Eurotunnel schon gebucht war, konnte die Pokalübergabe leider nicht mehr gefeiert werden – der Bus wartete. So neigten sich 60 Stunden Bournemouth mit Europacup-Gefühlen dem Ende entgegen.
Doch noch einmal stellte Horst Fried all seine Fähigkeiten unter Beweis, die Busbesatzung aufzupäppeln: So hielt er einen perfekt physikalischen Vortrag, wie das Wasser in den Bus strömen würde, wenn der Eurotunnel bei unserer Durchfahrt ein Loch haben sollte. Einige Leute, denen die Enge des Zuges nicht ganz so bekam, waren dann doch nicht so belustigt darüber. Am Montagmorgen um 6 Uhr stand der Bus dann pünktlich an der Saarlandhalle, von wo aus die Besatzung ihren Weg in die Heimat – oder auf die Arbeit – antraten.
Ein Dank geht an den russischen Turnierorganisator, das Rotkäppchen, die blau-schwarzen Jungs, den Plakathersteller und Horst Fried für die grandiose Unterhaltung bei einer einmaligen Europapokal-Fahrt!

Sonntag, 25. Dezember 2011

FCS-Weihnacht Nr. 2: Der Kommentar zum Stadion

Schon oft war das Stadion Thema unseres Heftes. In Ausgabe Nr. 6 erschien so ein Kommentar zur damals, wie heute, aktuellen Debatte um die Informationspolitik in Sachen Neubau, der auch jetzt, wo der Spatenstich für 2013 angekündigt ist, kaum an Aktualität verloren hat.

von Carsten Pilger

Die Stadiondiskussion begleitet den 1. FC Saarbrücken seit Jahr und Tag und liegt irgendwo zwischen Wunschdenken und dem gelangweilten Abwinken, dass daraus sowieso nichts würde. Anfang des Jahres kam das Thema wieder aufs Tapet, und sofort war die übliche Aufregung da. Am Ende aber hieß es wieder einmal: Der Ludwigspark bleibt wie er ist. Im Hinblick auf die derzeitige sportliche Situation, welche die vollste Konzentration des Umfeldes erfordert, ist das wohl auch gut so.

Ein Zitat aus dieser Zeit ist mir allerdings ins Auge gesprungen. Es stammt von Ex-Vizepräsident Klaus Meiser, der mittlerweile die CDU-Fraktion im Landtag anführt:
"Das Reden in der Öffentlichkeit darüber muss aufhören. Mir ist es lieber, das Projekt wird hinter den Kulissen sauber vorbereitet. Erst dann sollten wir darüber reden." (Saarbrücker Zeitung vom 28.01.2010)
Natürlich, Herr Meiser wird bei seinen Worten wohl daran gedacht haben, dass gerade die öffentliche Debatte die Angriffsfläche vergrößert. Dass die Landesregierung eben dies vermeiden will, leuchtet ein. Dennoch wäre es überlegenswert, alles auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Warum sollte die Öffentlichkeit das "Reden" über ein Projekt einstellen, das nun mal von der Öffentlichkeit über Steuern mitfinanziert werden soll und dann letztlich auch von jedem genutzt werden kann? Warum sollten nicht diejenigen, die später Woche für Woche im Stadion stehen, bei der Diskussion oder der Gestaltung des Stadions mitreden dürfen?
Der Gedanke dabei: Wenn die Fans offen an der Diskussion über den Ludwigspark beteiligt würden, so minimierten Vereinsführung, Stadt und Land schon im Vorfeld das Risiko, dass die Fans mit dem Ergebnis unzufrieden sein könnten.

Es wäre ein Trugschluss, zu glauben, dass die Fans nicht zu produktiven Ideen und tatkräftigen Ansätzen in der Lage sind. Es müssten sich nur die treibenden Kräfte, wie Fanclubs oder der Fanausschuss selbst in die Diskussion einbringen. Auch sollten diese verstärkt an Vereinsvertreter herantreten. Nur so würden die Fans direkt im Verein Gehör finden. Zum Beispiel bei Fantreffen, der ohnehin ausstehenden Mitgliederversammlung oder vielleicht auch auf einer Podiumsdiskussion. All das freilich fair und ergebnisoffen. Denn selbst innerhalb der Fanszene gibt es ja sehr wohl geteilte Meinungen darüber, ob der FCS nun ein neues Stadion, einen Umbau oder bloß eine gründliche Renovierung des Ludwigsparks braucht.

Die Fanvertreter sollten sich nicht scheuen, die Debatte offensiv und mutig anzugehen. Ihre Aufgabe muss es sein, Fehlentwicklungen im Stadionkonzept vorzubeugen. Die Vertreter von Verein, Stadt und Land ihrerseits sollten darüber nachdenken, ob es nicht auch für sie von Vorteil sein kann, sich auf eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Fans einzulassen. Dies könnte der Diskussion um den Ludwigspark vielleicht die nötigen Impulse geben, die ihr seit Jahren fehlen.

Doch bis Nägel mit Köpfen gemacht werden, sollte die Aufmerksamkeit besser der Mannschaft des FCS gehören. Die braucht derzeit sicherlich keine Renovierung, könnte aber den Verein zu einer kleinen Renaissance führen.

Samstag, 24. Dezember 2011

Der Leuchtturm wünscht frohe Weihnachten!

Die Redaktion des derzeit einzigen Fanmagazins mit unernstem Anspruch zum 1. FC Saarbrücken wünscht allen Lesern, Gönnern, Freunden, Verwandten, FCS-Fans und Kritikern eine frohe, besinnliche Weihnacht 2011 und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ganz so leise wollen wir uns aber dennoch nicht verabschieden! Als Dank für unsere treuen Leser (und die, die es noch werden wollen!) gibt es vom 24. Dezember 2011 bis zum 2. Januar 2012 täglich einen ausgesuchten Artikel aus den früheren Heften. Neben echten Klassikern und Perlen haben wir auch Texte, die heute noch Aktualität besitzen, gefunden. Zum Erinnern und Schmökern genauso geeignet, wie dazu, die Lust am Leuchtturm erst jetzt zu entdecken. Den Anfang macht ein Artikel aus Heft Nr. 1: Einmal Bad Breisig und zurück.

GEWINNSPIEL BEENDET

Die Fragen

1. In welcher Saison spielte Jürgen Luginger für den 1. FC Saarbrücken?
2. Auf welchem Tabellenplatz beendete der FCS besagte Saison?
3. Im Trikot welches Vereins spielte Luginger erstmals gegen den FCS?

Die korrekten Antworten:

1. 1997/1998
2. Platz vier
3. Fortuna Düsseldorf

Die Gewinner wurden per Mail benachrichtigt!

FCS-Weihnacht Nr. 1: Einmal Bad Breisig und zurück – Ein Erlebnisbericht

Der Leuchtturm schenkt Euch zu Weihnachten zehn Artikel aus neun Ausgaben des fast besten FCS-Fanzines! Den Anfang macht der Ausflug unseres Redakteurs Jochen nach Bad Breisig - zu Oberligazeiten.

von Jochen Klein

Der Wecker klingelt viel zu laut, reißt mich erbarmungslos aus meinem erst vor wenigen Stunden begonnenen Schlaf. Normalerweise pflege ich ihn einfach auszuschalten und mich ein paar weitere Stunden aufs Ohr zu legen. Doch heute nicht, denn heute ist Freitag, der 05.09.2008 und ich habe etwas ganz besonderes vor: Ich will nach Bad Breisig! Samstag letzter Woche hatte ich den Gedanken an einen Ausflug nach Bad Breisig eigentlich bereits ad acta gelegt, zu enttäuscht war ich von den miesen Kick des FCS gegen Niederauerbach gewesen.
Aber irgendwie will ich dann doch die Reise antreten, denn als damals klar wurde, dass der FCS den Sprung in die neue Regionalliga verpassen würde, und mein Frust nach einer Weile verflogen war, sah ich mir die Gegner der neuen Oberliga an und musste unwillkürlich schmunzeln, als ich solch illustre Namen wie „Waldalgesheim“ , „Betzdorf“ oder eben „Bad Breisig“ erspähte. In eines dieser Dörfer , so schwor ich mir, wollte ich den FCS begleiten, die Wahl fiel schließlich auf Bad Breisig. Ein Name, der neben den Mechtersheims, Hauensteins und Mayens dieser Welt erschreckend genau zu zeigen weiß in welcher Liga mein blau-schwarzer Vorzeigeclub aus der Landeshauptstadt mittlerweile gelandet ist; die Spielbegegnung lautet tatsächlich „SG Bad Breisig vs. 1.FC Saarbrücken“ und ist weder Test- noch Benefizspiel, sondern regulärer Ligaalltag.
Nun gut, wenn man schon mal zu einen für Oberligaverhältnisse relativ weit entfernten Spiel aufbricht, dann will man ( zumindest ich) auch etwas von dem Ort an sich sehen, also geht die Reise per Bahn bereits kurz nach 14 Uhr los. Zweieinhalb Stunden Sightseeing in Bad Breisig sollten schon drin sein. Glaubt man der offiziellen Internetpräsenz des Kurortes, so muss man aufpassen, dass man von der Fülle touristischer Highlights nicht überflutet wird. Ein vorher ausgedruckter Stadtrundgangsplaner soll mir die Orientierung später erleichtern und mich auf schnellen Wegen zu den angepriesenen Sehenswürdigkeiten führen.
Mit dem Auto geht’s zum Hauptbahnhof, 14 Uhr und noch Nichts gegessen , das muss sich ändern. Für 70 Cent offeriert mir ein Automat gesalzene Erdnüsse und trotz des Preises schlage ich zu. Drei warme Brötchen, ein Tüte Erdnüsse und eine geschenkte Promo- Cd einer lokalen Death- Metal-Band später, sitze ich im Zug Richtung Koblenz, Abfahrt 14:13 Uhr.
Außer eines lauten Disputs zwischen einer Frau mit Zweiteklasse-Ticket, die nicht einsehen will (warum auch immer), weshalb man sie mit diesem Fahrschein nicht in der 1. Klasse fahren lässt und einem genervten Schaffner, verläuft die Fahrt ruhig.
Zwischenhalte sind Orte mit verwunderlichen Namen wie „Treis- Kadern“ und „Kobern-Gondorf“. Als der Zug erneut einen Zwischenstopp macht, denke ich darüber nach, ob ich in zwei Jahren vielleicht ein reguläres Ligaspiel mit Bezeichnung „FC Kobern-Gondorf – 1.FC Saarbrücken“ besuchen muss. Zwar hoffe ich, dass dieser Gedanke ein Hirngespinst bleiben wird, doch möglich ist beim FCS dieser Tage leider alles.
In Koblenz angekommen begrüßt mich eine Schar alter Damen, die definitiv mehr als nur Einen über den Durst getrunken haben, mit ihren CD- Player und DJ Ötzis „Gesang“.
Eine Schale Erdbeeren, eine Limo und eine Tüte Pommes später fährt der Zug nach Köln mit Halt in Bad Breisig! Bis dahin gilt es aber noch eine Viertelstunde den Lärm der Damen, deren Ehemänner ob der Abwesenheit ihrer Angetrauten mit Sicherheit gerade ein Fass aufmachen, zu ertragen.
Dann endlich, 16:33 Uhr: Ich bin da, in Bad Breisig!

Der Bahnhof macht eher einen heruntergekommenen Eindruck und auch sonst sind die ersten Eindrücke der 1970 zur Stadt erhobenen Häuseransammlung wenig begeisternd. Ein Novum stellt die Tatsache, nicht von einer Horde Polizisten, die sich scheinbar für den dritten Weltkrieg gerüstet hat, begrüßt zu werden, dar. Lediglich eine Streife fährt kurz nach meiner Ankunft in Richtung Bahnhof.
Die „Tourist- Information“ gegenüber des Bahnhofs ist sehr freundlich, lässt mich die Toilette benutzen (was wirklich dringend nötig war) und wünscht mir noch einen schönen Tag und viel Spaß in Bad Breisig (Später werde ich mich fragen, inwiefern dies ironisch gemeint war...).
Bewaffnet mit dem Touristenplan geht der Entdeckungstrip los: Als erste „Attraktion“ wird die evangelische Kirche angepriesen.
Die 1901 erbaute Kirche sieht aus wie jede x- beliebige Dorfkirche und ist in etwas so sehenswert wie ein Fußballspiel des FC Homburg, nämlich gar nicht. Daher geht es schnellen Schrittes weiter.
Schließlich gibt es ja noch weit mehr zu entdecken, z.B. den 1215 entstandenen und 1653 wiederaufgebauten Templerhof, ein Gebäude der legendären Tempelritter Leider lauert auch hier eine weitere Enttäuschung, handelt es sich doch lediglich um ein sich in relativ schlechtem Zustand befindliches Gebäude, in dem nun ein sich „Templerhof“ nennendes Restaurant untergebracht ist. Ein nicht „Tourist-Information“-indoktrinierter Besucher würde sicherlich ohne mit der Wimper zu zucken daran vorbeigehen. Und das völlig zurecht.
„Kurhaus“ und „Kurpark“ haben es wohl auch nur auf die Liste der Sehenswürdigkeiten geschafft, weil ihnen das „Bad“ in „Bad Breisig“ zu verdanken ist. Besonders touristisch wertvoll sind auch Sie nicht.
Als nächstes steht das 1912 errichtete Mausoleum auf dem Plan. Doch alle Versuche die hohen eisernen Türen des ehemaligen Friedhofes (der jetzt aussieht wie eine Weltausstellung mittelalterlicher Brunnen) zu öffnen, scheitern kläglich. Aber was soll´s, man ist ja noch jung, nicht vorbestraft und in körperlich guter Verfassung. Einige akrobatische Klettereinheiten später stehe ich dann doch auf dem Rasen des Geländes. Besonders spektakulär ist die im Inneren mit Marmor verzierte Ruhestätte zwar auch nicht, bildet aber bis dato den Höhepunkt der zu Gesicht bekommenen Bad Breisiger Attraktionen.

Um 17.10 Uhr fährt der Saarbrücker Spielerbus an mir vorbei, einige Meter weiter weist ein Schild auf die „Römerthermen“ hin. Als Teilzeit-Trierer denke ich natürlich sofort an die Kaiserthermen und frage mich, welche Fundstücke antiker Baufertigkeit mich erwarten werden. Als „antik“ lässt sich das 1991 gefertigte Thermalbad mit Saunalandschaft und Fitnessstudio dann aber doch nicht bezeichnen.
Nachdem sich auch die weiteren Bad Breisiger Kulturschätze als Rohrkrepierer erweisen, bleibt festzuhalten, das einzig die wirklich sehr direkte Lage am Rhein und die schöne Uferpromenade Bad Breisig von einem 0815 Ort unterscheiden. Noch zu erwähnen wäre, dass der Rheinradweg durch die Stadt verläuft, ein Schild allerdings darauf hinweist, dass vom Rad abzusteigen ist. Überhaupt ist Bad Breisig, durchquert man es zu Fuß über den Radweg, extrem klein, der Abstand zwischen dem „Willkommen in Bad Breisig“ und dem „Auf Wiedersehen in Bad Breisig“-Schild beträgt nämlich nur 100 Meter.

Leicht enttäuscht geht es gegen 18.15 Uhr Richtung Rheintalstadion, welches gut 2 Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt.
Das „Stadion“ ist eigentlich nur ein Kunstrasenplatz, der auf einer Seite von einigen wenigen Steinstufen umgeben ist. Dass das Spielfeld mehr nach Beachsoccerplatz aussieht, liegt an der Menge weißen Sandes, die zur Vermeidung von Verletzungen auf den künstlichen Rasen gekippt wurde.
Für 2 Euro gibt es eine recht wohl schmeckende „Bratwurst“. Das reichhaltige Sortiment kulinarischer Köstlichkeiten bietet außer der „Weißen“ leider sonst nichts an.
Unter den 700 Zuschauern sind zu Beginn etwa 90 Blau-Schwarze Anhänger, die Atmosphäre erinnert in den ersten 10 Minuten an das Freundschaftsspiel gegen Steinbach. Zwölf Minuten nach Anpfiff trifft dann ein etwa 30 Mann starker Trupp ein, und zum ersten Mal kommt so etwas wie Stimmung auf.
Eine bemühte Saarbrücker Elf dominiert von Beginn an die Partie, vergibt aber einige Großchancen kläglich. Zwischen Minute 15 und 25 setzen monsunartige Regenfälle ein, die es teilweise unmöglich machen das Spiel zu verfolgen, weil die Regentropfen direkt auf Gesicht und in die Augen prasseln. Bei Srohmanns 1:0 hat sich der Regen dann aber doch verflüchtigt. Dank Mantel nicht komplett durchgenässt, aber mit im Gesicht klebenden Haaren (und daher stark eingeschränkter Sicht) geht es in die Halbzeitpause. Gibt es etwas Schöneres als an einem Freitagabend um Viertel vor Acht mit klatschnassen Haaren frierend auf dem Sportplatz der SG Bad Breisig zu stehen?
Nach etwas Anlaufzeit gelingt dem FCS dann das 2-0 und Dieter Ferner bringt den Ausspruch des Tages als er der Ersatzbank im Ton eines Bundeswehrkommandierenden bei der Spind-Überprüfung laut (und zur Belustigung der Umherstehenden) „Saufen, saufen!“ zuruft. Zunächst frage ich mich, ob die Ersatzspieler eine Kiste Bier unter der Bank stehen haben, die, um den zweiten Treffer gebührend zu feiern, nun geleert werden soll. So feierungswürdig scheint das Tor dann aber doch nicht zu sein, denn Ferner möchte lediglich eine Wasserflasche für einen dürstenden Feldspieler bekommen.
Das Spiel endet bekanntermaßen 3-0 für die Blau-Schwarzen und mir bleiben 45 Minuten um 2 Kilometer durch Bad Breisig by night zurückzulegen. Da der Zug wegen starker Unwetter einige Minuten Verspätung hat, reicht es noch für gebratenen Reis mit Ei und Glückskekse vom Chinesen. Die Portion ist groß und schmeckt wirklich ausgezeichnet, so dass die Wartezeit schnell vergeht. Es ist 23:56 Uhr als ich am Bahnhof in Trier den Zug verlasse. Endlich wieder zurück, zurück aus Bad Breisig.

Fazit: Gastiert nicht gerade der FCS und ist man nicht unbedingt gewillt viel Zeit und Geld deshalb zu investieren, ist Bad Breisig – und dies steht im krassen Gegensatz zur Internetpropaganda- leider keine Reise wert. Einsame Höhepunkte sind die kurze Rheinpromenade und der vom Bahnhof aus gesehen erste Chinese auf der linken Straßenseite.
Hauptsache Drei Punkte geholt, oder um es mit meinem Glückskeks zu sagen: Wenn ihre Wünsche nicht zu anspruchsvoll sind, werden sie in Erfüllung gehen.

Montag, 19. Dezember 2011

Fotos: Chemnitzer FC - 1. FC Saarbrücken


Auch die "bisher schlechteste Saisonleistung" (Enver Marina) hielten wir am vergangenen Wochenende in Bildern fest. Trotz der 1:0-Niederlage in Chemnitz dürfen die Blau-Schwarzen auf dem dritten Tabellenplatz überwintern. Prost!
Zu allen Bildern geht's hier: Picasa-Webalbum.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Fotos: 1. FC Saarbrücken - RW Oberhausen


Mit etwas Verspätung, aber hoffentlich dennoch rechtzeitig, können nun in unserem Foto-Album die Bilder zum 5:2-Erfolg über RW Oberhausen begutachten werden. Kopf hoch, Mario!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Fotos aus Unterhaching


Hier klicken, um zum kompletten Album zu gelangen!

Montag, 5. Dezember 2011

Ausgabe 10 erscheint erst 2012!

Viele Schweißtropfen sind uns die Finger heruntergelaufen, die Tastatur ist bereits schwer abgegriffen. Vieles haben wir versucht, unsere Jubiläumsausgabe, den Leuchtturm Nr.10, noch dieses Jahr in eure Hände zu bekommen. Doch leider sollte es nicht sein. Einige Inhalte fehlen noch und das Layout benötigt seine Zeit. Bevor wir euch eine halbfertige Version unseres Jubiläumsheftes liefern, lassen wir uns nun noch ein paar Wochen mehr Zeit und präsentieren noch im Januar 2012 (sofern es das Wetter zulässt) Leuchtturm Zehn!

Der neue Redaktionsschluss ist terminiert auf den 8.Januar 2012. Wir würden uns auch im neuen Jahr über Leserbriefe und Gastbeiträge freuen!